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22.08.2011

20:33 Uhr

Baden-Württemberg

Integrationsministerin sorgt für Empörung

Baden-Württembergs neue Integrationsministerin Bilkay Öney hat mit ihren Aussagen zur Ausländerpolitik für Empörung gesorgt. CDU und die türkischen Gemeinden kritisierten ihre Ansichten scharf.

huGO-BildID: 23038859 ARCHIV - Bilkay Öney (SPD), die neue Integrationsministerin des Landes Baden-Württemberg, gestikuliert in ihrem Büro in Stuttgart (Archivbild vom 16.05.2011). Die CDU-Sozialausschüsse werfen Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) Stimmungsmache gegen Türken vor. Foto: Bernd Weißbrod dpa/lsw (zu lsw-Text vom 22.08.2011) +++(c) dpa - Bildfunk+++ dpa

huGO-BildID: 23038859 ARCHIV - Bilkay Öney (SPD), die neue Integrationsministerin des Landes Baden-Württemberg, gestikuliert in ihrem Büro in Stuttgart (Archivbild vom 16.05.2011). Die CDU-Sozialausschüsse werfen Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) Stimmungsmache gegen Türken vor. Foto: Bernd Weißbrod dpa/lsw (zu lsw-Text vom 22.08.2011) +++(c) dpa - Bildfunk+++

StuttgartBaden-Württembergs neue Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD)hat mit Aussagen zur Ausländerpolitik für Empörung gesorgt. Sie hatte der „Welt am Sonntag“ gesagt, Türken guckten fünfmal mehr Fernsehen als die Deutschen. Die CDU-Sozialausschüsse im Südwesten warfen ihr am Montag Stimmungsmache gegen Türken vor. Die Türkische Gemeinde in Deutschland bezweifelte die Aussage der türkischstämmigen Ministerin und wertete sie als diskriminierend.

Öney verwahrte sich gegen den Vorwurf. Studien belegten die unterschiedliche Nutzung von Medien bei Türken und Deutschen. „Ich verstehe die Aufregung nicht.“

Der Landeschef der CDU-Sozialausschüsse, Christian Bäumler, sagte in Stuttgart, Öneys Aussage legenahe, dass Türken vor dem Fernseher säßen, während Deutsche arbeiteten. Dabei liege die Beschäftigungsquote der Türken im Südwesten über 90 Prozent. „Eine Integrationsministerin sollte Menschenunterschiedlicher Herkunft zusammenführen und nicht gegeneinander ausspielen.“

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde, Hilmi Kaya Turan, kritisierte auch die Begründung für Öneys Nein zur Aufhebung der Visumspflicht für Türken, dass nämlich des mehr Unruhe herrschen werde, je mehr von ihnen ins Land kämen. Damit knüpfe sie an Klischees wie die des umstrittenen Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin an.

Öney entgegnete, sie setze sich für Erleichterungen bei Visa-Anträgen ein, die gänzliche Streichung der Visumspflicht sei aber nicht vordringlich. Zudem sei es eine Tatsache, dass Vielfalt zwar wünschenswert sei, aber auch Risiken berge.

Von

dpa

Kommentare (29)

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Pendler

22.08.2011, 21:01 Uhr

Leben wir denn schon wieder in einer Diktatur, wo man nicht die Wahrheit sagen darf.

Entweder stimmen, die Statistiken
oder sie stimmen nicht.

Wenn sie nicht Stimmen, sollte sich Frau Bilkay Öney entschuldigen udn die korrekten Zahlen vorlegen.

Stimmen die Zahlen, sollte sich die Stimmungsmacher entschuldigen.

Account gelöscht!

22.08.2011, 21:10 Uhr


Ihre Meinung ist richtig, die Reaktionen passen aber zur Richtung der CDU; es gibt keinen Unterschied mehr zwischen CDU, SPD und Grünen.

atinak

22.08.2011, 21:24 Uhr

Aha, eine Deutsch-Türkin ist türkenfeindlich (hä?), wenn sie die Wahrheit sagt, die gegen die selbstverordnete Political Correctness verstößt. Was hätte das für ein Gekreisch gegeben, wenn sie nicht türkischstämmig wäre. Ähnlich geht es jüdischen Deutschen, die offen etwas gegen die permanenten Völkerrechtsverstöße Israels sagen, denen dann Antisemitismus vorgeworfen wird. Wir sollten diese inzwischen auch in der Union verbreiteten (vielleicht sollten einige dort mal die Partei wechseln) ideologischen Keulen einpacken und uns endlich offenen Auges der Realität zuwenden. Und wenn jemand meint, aus der Äußerung von Frau Öney schließen zu müssen, dass Türken faul und Deutsche fleißig sind, dann ist das das, was er klammheimlich denkt, nicht das, was gesagt wurde.

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