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18.03.2011

12:47 Uhr

Baden-Württemberg

Wie die Grünen die CDU das Fürchten lehren

VonTino Andresen

Am Sonntag sind Wahlen in Sachsen-Anhalt. Doch die Aufmerksamkeit der Bundeskanzlerin gilt Baden-Württemberg, wo eine Woche später gewählt wird. Die Stärke der Grünen könnte die CDU dort nach 57 Jahren die Macht kosten.

Die Stuttgarter Landtagskandidatin der Grünen, Muhterem Aras, mit Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer beim „Stresstest für Stuttgart 21“  im Theaterhaus. Quelle: Thomas Igler

Die Stuttgarter Landtagskandidatin der Grünen, Muhterem Aras, mit Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer beim „Stresstest für Stuttgart 21“ im Theaterhaus.

StuttgartDer Saal T3 im Stuttgarter Theaterhaus ist proppenvoll. Weil alle 300 Sitzplätze belegt sind, wurden auch Karten für Stehplätze auf der Treppe vergeben. Zum "Stresstest für Stuttgart 21" eingeladen hat die Innenstadt-Landtagskandidatin der Grünen, Muhterem Aras. Es geht um das milliardenschwere Projekt, den Hauptbahnhof unter die Erde zu verlegen. Mal wieder. Aber es mobilisiert die Menschen noch immer. Der Star des Spätnachmittags ist ihr Parteifreund, Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Der erntet den ersten Applaus und hat die Lacher von Anfang an auf seiner Seite, als er sagt: "Es ist hier wie in einem Tunnelbahnhof: Es kommen nicht alle rein."

Der Bauzaun am Nordeingang des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Quelle: Tino Andresen

Der Bauzaun am Nordeingang des Stuttgarter Hauptbahnhofs.

Am nahe gelegenen Bahnhof ist es dagegen seit der bundesweit beachteten Schlichtung durch Heiner Geißler ruhiger geworden als zum Höhepunkt der Protestwelle. Am Nordeingang gibt es noch immer eine Mahnwache, und etliche Menschen bleiben am von Protestäußerungen gespickten Bauzaun stehen. In der Vergangenheit waren es aber schon deutlich mehr. Im einem Zeltlager der Baum- und Parkschützer, nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt, sind nur wenige Aktivisten zu sehen. Die Montagsdemonstrationen gibt es weiterhin, aber die Großkundgebungen sind seltener geworden. Die Protestbewegung hat sich in Richtung harter Kern entwickelt. Und es wird weiter gebaut.

Palmer gibt im Theaterhaus zu: "Wir sind durch den Schlichterspruch in die Defensive geraten." Spätestens seit der Katastrophe in Japan und die dadurch wieder aufgeflammte Diskussion um Atomenergie aber sind die Grünen wieder in der Offensive. Der Partei kann es bei der Landtagswahl am 27. März im Zusammenspiel mit der SPD laut am Donnerstag und heutigen Freitag veröffentlichten Umfragen gelingen, die schwarz-gelbe Regierung aus dem Amt zu jagen. Nach den Prognosen können die Grünen darauf hoffen, ihr Ergebnis von 11,7 Prozent bei den letzten Landtagswahlen im Jahr 2006 zu verdoppeln (laut Infratest Dimap auf 24 Prozent/laut Forschungsgruppe Wahlen auf 25 Prozent) und liegen sogar knapp vor den Sozialdemokraten (22/22,5 Prozent). Gemeinsam kommen sie auf mehr Stimmen als die Koalition aus CDU (39/38 Prozent) und FDP (5,5/5 Prozent).

In Städten und Gemeinden sind die Grünen im Land längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie stellen drei Oberbürgermeister, neben Tübingen in Freiburg und Konstanz, vier Bürgermeister und die stärkste Fraktion im Gemeinderat der Landeshauptstadt.

Die große Präsenz von Angela Merke im baden-württembergischen Wahlkampf zeigt, wie wichtig der Machterhalt im CDU-Stammland auch für die Kanzlerin ist. Da spielen die Landtagswahlen an diesem Sonntag in Sachsen-Anhalt nur eine untergeordnete Rolle, obwohl dort das Bündnis von SPD und CDU durch eine rot-rote Koalition abgelöst werden könnte.

Kommentare (25)

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18.03.2011, 11:40 Uhr

58 Jahre wirtschaftlichen Wohlstand gibt man nicht aus den Händen! ..... schon gar nicht in die von rot/grünen Kapitalvernichtern! Baden-Württemberg und Bayern sind nicht von ungefähr Deutschlands Musterländer!

lando

18.03.2011, 13:17 Uhr

Geld und Wohlstand ist nicht alles, es gibt wohl Wichtigeres. So offensichtlich wie in letzter Zeit war die Kungelei zwischen Politik und Geld noch nie. Dies ist unweit von sog. Bananenrepubliken und sehr viel dreht sich um Geschäftemacherei. Verantwortung stellt sich wahrlich anders dar.

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18.03.2011, 13:26 Uhr

Jo, siehe Bayerische Landesbank und Kosten für den Steuerzahler...

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