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07.04.2015

09:00 Uhr

Bafög-Entlastung

„Geld für 10.000 neue Professoren-Stellen“

Bildungsministerin Johanna Wanka mahnt die Länder, das aus der Bafög-Entlastung freiwerdende Geld in die Universitäten zu investieren. „Ich finde es bedauerlich, wenn Länder diese Chance nicht nutzen.“

Bildungsministerin Johanna Wanka mahnt die Länder, freiwerdendes Geld in die Unis zu investieren. Die Geldspritze des Bundes sei für die Länder „eine einmalige Chance“. dpa

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka

Bildungsministerin Johanna Wanka mahnt die Länder, freiwerdendes Geld in die Unis zu investieren. Die Geldspritze des Bundes sei für die Länder „eine einmalige Chance“.

BerlinBundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat an die Länder appelliert, das aus der Bafög-Entlastung in Milliardenhöhe freiwerdende Geld verantwortungsvoll einzusetzen. Nach der Vereinbarung von 2014 sollten die jetzt den Ländern zur Verfügung stehenden Finanzmittel insbesondere für den Hochschulbereich investiert werden.

„Ich finde es bedauerlich, wenn Länder diese vom Bund geschaffene Chance nicht nutzen, weil sie so die Wettbewerbssituation für ihre Hochschulen verschlechtern“, sagte Wanka der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Sie erwarte, „dass man damit verantwortungsbewusst umgeht. Und ich kann nicht akzeptieren, dass man dieses Geld nimmt, nicht für die geplanten Zwecke verwendet, aber zugleich für genau diese Zwecke neues Geld reklamiert. Das funktioniert nicht.“

Die besten deutschen Universitäten 2014

Technische Universität Berlin

Die 1879 gegründete TU Berlin schafft es gleich in fünf Fächern unter die ersten Zehn: Platz zwei in den Naturwissenschaften, Rang vier im Wirtschaftsingenieurwesen, Platz fünf in der Informatik. Sechster wurde die TU Berlin in der Elektrotechnik, siebter im Maschinenbau. Insgesamt konnte sich der Hochschulstandort in diesem Jahr deutlich verbessern und in zahlreichen Kategorien aufsteigen.

Für das Ranking der Beratungsgesellschaft Universum und des Personaldienstleisters access KellyOCG bewerteten Personaler die deutsche Hochschullandschaft. In den vergangenen Monaten beantworteten dazu deutschlandweit 571 Personalverantwortliche die Frage, welche Universitäten und Fachhochschulen die Studenten am besten für ihre Bedürfnisse ausbilden.

Universität zu Köln

Ihre Vorgänger-Uni wurde 1388 als vierte Universität im deutsch-römischen Kaiserreich gegründet. 1798 wurde sie unter napoleonischer Besetzung geschlossen. 1919 wurde sie neu gegründet. Auch 625 Jahre nach ihrer ursprünglichen Gründung ist die Hochschule noch auf dem neusten Stand, wie das Uni-Ranking zeigt. Die Volkswirte der Universität zu Köln schaffen es auf den zweiten Platz. Im Fach BWL reicht es diesmal für den dritten Rang. Unter die ersten Fünf gelangt sie außerdem bei dem Wirtschaftsinformatikern.

Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU München)

Doch die bayrische Hauptstadt beherbergt noch eine weitere Spitzenuniversität – die LMU München. Schon Konrad Adenauer, Theodor Heuss und Gustav Heinemann studierten hier. Die 1472 gegründete Hochschule zählt zu den renommiertesten Universitäten Deutschlands. Im internationalen Times-Higher-Education-Ranking wurde sie aktuell als beste deutsche Universität ausgezeichnet. Und auch die deutschen Personaler kann sie von sich überzeugen, vor allem in den Wirtschaftswissenschaften. Rang zwei erreicht sie im Fach BWL, in der Volkswirtschaftslehre reicht es für den dritten Rang. Die Bronzemedaille sicherte sich die LMU außerdem in den Naturwissenschaften.

Technische Universität München

Bereits 1868 gegründet, kann die TU München auf eine fast 150-jährige Geschichte zurückblicken, die von reichlich Erfolgen geprägt ist. So wurden zum Beispiel schon 13 Alumni und Professoren der Universität mit einen Nobelpreis ausgezeichnet. Auch im diesjährigen Hochschul-Ranking der WirtschaftsWoche kann die TU überzeugen. In der Wirtschaftsinformatik belegt sie hinter Darmstadt den zweiten Rang. Platz drei geht an die Informatiker der TU München. Auch im Maschinenbau (5. Platz), in der Elektrotechnik (4. Platz) und den Naturwissenschaften (5. Platz) punktete die bayrische Hochschule.

Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main

Die Bankenstadt Frankfurt am Main bleibt auch im Uni-Ranking 2014 ihrem Image treu und punktet vor allem in den Wirtschaftswissenschaften: Sie siegt in der Volkswirtschaftslehre und schafft es im Fach BWL immerhin auf den fünften Rang. Genauso wie bei den Naturwissenschaften.

Technische Universität Darmstadt

Hoheitlich ist ebenfalls der Sitz der TU Darmstadt. Wie in Mannheim beherbergt auch in Darmstadt ein Residenzschloss die Hochschule. Ihr universitärer Status ist allerdings nochmal 30 Jahre jünger als der Mannheimer. Seit 1877 ist sie eine Technische Hochschule, zur Universität wurde sie erst 1997. Getreu ihrem Namen liegen ihre Stärken im technischen Bereich: In der Wirtschaftsinformatik konnte die Universität ihren Sieg aus dem Vorjahr verteidigen. Im Maschinenbau, der Elektrotechnik und dem Wirtschaftsingenieurwesen belegt sie jeweils Rang drei. Platz vier wurde es in der Informatik.

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen)

Obwohl die RWTH Aachen in gleich drei Disziplinen (Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau) ihren Spitzenplatz ans KIT abgeben muss, gehört sie weiterhin zu den Top-Hochschulen Deutschlands. Das ist auch der Anspruch der RWTH Aachen, die als eine der wenigen deutschen Elite-Unis gilt. Mit ihrem Zukunftskonzept „RWTH 2020“ hat sie sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahrzehnts eine der weltweit besten „integrierten interdisziplinären technischen Hochschulen“ zu werden. Diese Anstrengungen fördert die Bundesregierung mit ihrer Exzellenz-Initiative. Neben den zweiten Plätzen in Informatik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen, konnten die Aachener in Elektrotechnik und den Naturwissenschaften die Konkurrenz hinter sich lassen.

Universität Mannheim

Junge Universität, alter Sitz. Erst 1967 wurde die Mannheimer Handelshochschule zur Universität erhoben. Die im Barockschloss heimische Hochschule gehört damit zu den jüngeren deutschen Unis. Aufgrund ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Ursprünge zeigt sich in diesem Bereich auch die Kompetenz der Universität.

Im diesjährigen Hochschul-Ranking belegt sie in der Betriebswirtschaftslehre weiterhin den ersten Rang. Im Fach Wirtschaftsinformatik reichte es immerhin für Platz zwei, in der VWL für den vierten Rang. Eine weitere TopTen-Platzierung schaffte sie im Bereich Informatik – Platz sechs.

Technische Universität Kaiserslautern

Sie wurde 1970 von der rheinland-pfälzischen Landesregierung gegründet und erhielt eine naturwissenschaftlich-technische Ausrichtung, die sich bis heute bemerkbar macht. Im Fach Maschinenbau schaffte es die TU Kaiserslautern beim diesjährigen Hochschulranking aufs Treppchen. Im Bereich Elektrotechnik wurde sie Fünfte. Die Wirtschaftsingenieure sicherten sich den siebten, die Informatiker den achten Rang.

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Die Uni Karlsruhe war die Informatik-Pionierin unter den deutschen Hochschulen. 1969 etablierte sie als erste deutsche Hochschule einen Informatik-Diplomstudiengang. Drei Jahre später entstand in Karlsruhe die erste deutsche Fakultät für Informatik. Das zahlt sich nun aus. In diesem Jahr kann das KIT sowohl in der Informatik als auch im Maschinenbau und im Wirtschaftsingenieurwesen den ersten Rang für sich beanspruchen. Und ist damit in den technischen Studiengängen der absolute Spitzenreiter, sogar vor dem langjährigen Erstplatzierten, der RWTH Aachen. Ihr muss sich das KIT 2014 nur noch in den Fächern Elektrotechnik und Naturwissenschaften geschlagen geben. Dort erreichten die Karlsruher die Plätze zwei und acht.

Wanka sagte, die Geldspritze des Bundes sei für die Länder „eine einmalige Chance“. Die freiwerdenden 1,2 Milliarden Euro pro Jahr würden beispielsweise „umgerechnet für über 10 000 neue Professoren-Stellen reichen“.

Im Vorjahr war vereinbart worden, dass der Bund ab 2015 Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) voll finanziert. Nach Wankas Beobachtung wollen bisher nur einige wenige Länder ihr Geld vorbildlich hundertprozentig in die Hochschulen stecken.

„Es gibt Länder, die Kürzungen im Hochschulbereich abwenden – das ist für die Hochschulen besser als nichts. Und es gibt Länder, die null Euro in die Hochschulen geben.“ Die Ministerin betonte: „Wir registrieren sehr genau, was in den Ländern passiert. Wir können nichts erzwingen. Aber dass man so etwas nicht vergisst, ist klar.“

Dem Vernehmen nach haben etwa Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin zwischen 40 und 60 Prozent der neuen Mittel für ihren Hochschulsektor eingeplant. Sachsen-Anhalt will an den Unis mit dem frischen Geld Kürzungen vermeiden. Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Schleswig-Holstein sollen andere Pläne haben, teilweise soll das Geld in den Kita-Bereich fließen.

Wanka sagte: „Ich möchte nicht einzelne Länder anzählen, deshalb sage ich es positiv: Zu fast 100 Prozent in den Hochschulbereich geben ihr Geld Hessen, Bayern und Sachsen.“

Von

dpa

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