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02.04.2011

14:30 Uhr

Bahnverbindung

Auch ohne Stuttgart 21 schneller

Eines der Hauptargumente für Stuttgart 21 wankt: Auch ohne den unterirdischen Bahnhof lasse sich die Schnellbahnstrecke zwischen Stuttgart und Ulm verwirklichen, sagt Verkehrsminister Ramsauer.

Stuttgart/Berlin„Wendlingen-Ulm kann unabhängig von Stuttgart 21 gebaut werden“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, das am Montag erscheint. Voraussetzung sei, dass das Land sich wie geplant mit mehr als 950 Millionen Euro an dem Projekt beteilige.

Gleichzeitig drohte Ramsauer mit Schadensersatzforderungen, sollte die designierte grün-rote Landesregierung aus dem Projekt Stuttgart 21 aussteigen. Er rate dem neuen Ministerpräsidenten, „seine eigene Rechtsposition noch einmal genau durchleuchten zu lassen“.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, erklärte in der Zeitung „Welt am Sonntag“, dass ihre Partei eine Volksabstimmung über Stuttgart 21 vom Ausgang des Stresstests abhängig mache. „Winfried Kretschmann hat erst vor wenigen Tagen gesagt, dass erst durch den Stresstest beantwortet werden muss, ob der geplante Tiefbahnhof eine 30 Prozent höhere Kapazität als der bisherige Kopfbahnhof bringt, was wir bezweifeln.“

Damit stellte sich Künast gegen den künftigen Koalitionspartner SPD, der in jedem Falle das Volk entscheiden lassen will. Erst am Freitag hatte Spitzenkandidat Nils Schmid, der gegenwärtig mit Kretschmann über die grün-rote Koalition verhandelt, gesagt: „Es wird keinen Koalitionsvertrag ohne eine Volksabstimmung zu Stuttgart 21 geben.

Von

dpa

Kommentare (4)

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AntonMueller

02.04.2011, 16:40 Uhr

Lieber Hr. Ramsauer,

wir wissen doch alle, dass die "Bayerische Bau und Immobilien Gruppe" mit mit 43.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, Gastronomie, Dienstleistung, Hotel, Büros sowie rund 500 Mietwohnungen und 2.200 Tiefgaragenstellplätzeder größte Profiteur von dem gelanten Tiefbahnhof S21 ist. Lesen Sie nie das Handelsblatt?

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/mappus-s-21-und-die-spaetzle-connection/3559572.html

Account gelöscht!

03.04.2011, 07:55 Uhr

Die Magistrale Paris - Budapest kann auf Stuttgart auch komplett verzichten. Man könnte die Fernbahnverbindung einfach an Stuttgart vorbeiführen und den Stuttgarter Bahnhof einfach 'links' liegenlassen. Das spart richtig Geld, Zeit und Nerven. Wenn schon denn schon.

Bahnfahrer

04.04.2011, 09:19 Uhr

Bevor man so baut wie von Ramsauer vorgeschlagen, empfiehlt sich ein Blick auf die Landkarte. Ohne den neuen Bahnhof am Flughafen ist das gesamte Gebiet südlich/südöstlich von Stuttgart mit Städten wie Reutlingen und das Palmergrün regierte Tübingen von der NBS abgehängt. Für ca 400.000 Einwohner dieser Region ergeben sich dann statt dramatisch kürzerer Fahrzeiten, längere, da sie erst 20 zusätzliche km nach Stuttgart fahren müssen um in den ICE umzusteigen und dann auf exakt den selben 20 km zurück bis Wendlingen, anstatt am Flughafenbahnhof umsteigen zu können. Ähnlich sieht es für die Anbindung der Strecke von Rottweil aus, Herrenberg, Böblingen, Sindelfingen, sowie die Filderstädte, die ein Wachstumsmotor der Region sind, müssen weiterhin erst in den Talkessel Stuttgarts vordringen statt den wesentlich kürzenen Weg über den Filderbahnhof nehmen zu können. S21 nicht zu bauen ist grober Unfug und von grüner Politik meilenweit entfernt, auch wenn die grünen Machtpolitiker das Gegenteil behaupten.

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