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12.10.2011

14:30 Uhr

Bahnverkehr gestört

Berliner Brandbomben alarmieren Bundesanwalt

Nachdem zum ersten Mal ein Brandsatz an einer Berliner Bahnstrecke explodiert ist übernimmt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Die Polizei sucht nach weiteren Bomben, der Zugverkehr war zeitweise gestört.

Berliner Polizisten transportieren in speziellen Tüten gesicherte Brandsätze ab. dapd

Berliner Polizisten transportieren in speziellen Tüten gesicherte Brandsätze ab.

BerlinAn der ICE-Trasse Berlin-Hamburg nahe Berlin-Staaken ist am Mittwochvormittag ein weiterer explodierter Brandsatz entdeckt worden. In der Nähe war bereits vor zwei Tagen ein Anschlag verübt worden; der zweite Brandsatz wurde nach Angaben der Deutschen Bahn AG bei den Reparaturarbeiten entdeckt. Dort lag auch noch ein weiterer Brandsatz. Verletzte gab es nicht. Der jetzt gefundene Sprengsatz ist vermutlich aber schon vor einiger Zeit explodiert. Die Polizei schloss am Mittwoch nicht aus, dass es noch andere bisher nicht entdeckte, mit Benzin gefüllte Flaschen gibt. Verletzt wurde niemand.  

Ein Polizeisprecher sagte: „Es gab einen Brandsatz, der in irgendeiner Weise irgendwie gezündet hat.“ Das könnte aber auch schon am Montag oder Dienstag der Fall gewesen sein. Ein weiterer Brandsatz wurde am Mittwochvormittag von Bundespolizisten zwischen den Bahnhöfen Schöneberg und Südkreuz gefunden.

Die Bahn teilte mit, der Verkehr sei wegen der Polizeieinsätze an beiden Fundorten unterbrochen. Fern- und Regionalzüge nach Westen und die Berliner S-Bahn im Süden werden umgeleitet. Die Sicherheitsbehörden vermuten die Täter in linksextremistischen Kreisen. Die Polizei geht davon aus, dass alle Brandsätze gleichzeitig deponiert wurden und seitdem nach und nach entdeckt werden.

Die ICE-Trasse nach Hamburg im Berliner Westen ist noch wegen der Explosion eines ersten Brandsatzes nahe Brieselang vor zwei Tagen gesperrt. Der Fernverkehr werde mit Einschränkungen auf Parallelgleisen vorbeigeführt. Die Umleitungen wirkten sich auch auf den Regionalverkehr in diesem Bereich aus. Wegen des zweiten Funds an der S-Bahn-Ringstrecke sind seit dem Vormittag vier S-Bahn-Linien im Süden der Hauptstadt unterbrochen. Seit zwei Tagen werden an Berliner Bahnstrecken gehäuft Brandsätze entdeckt.

Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen, wie der Berliner „Tagesspiegel“ unter Berufung auf einen Sprecher der Behörde berichtete. Sie ermittelt in der Regel in Fällen, in denen die innere Sicherheit in Deutschland erheblich gefährdet ist - etwa in Fällen von Terrorismus und Spionage. „In den vorliegenden Fällen gehen wir dem Verdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage nach“, sagte der Sprecher.

„Wir sehen die Anschläge mit großer Sorge“, erklärten unisono das Innen- und das Verkehrsministerium. Verkehrsminister Peter Ramsauer sagte: „Egal, ob diese Anschläge vom Linksterrorismus oder vom Rechtsterrorismus kommen, bleibt es dabei, dass dies in meinen Augen verbrecherische, terroristische Anschläge sind, die in eine neue Dimension hineingehen.“ Ziel sei es offensichtlich, mit den Bahnstrecken die städtische Infrastruktur zu bedrohen und damit möglichst viele Menschen zu treffen.

„Wir tun alles, um Sicherheit zu gewährleisten“, versicherte Ramsauer. Er setze darauf, dass die Sicherheitsbehörden es schaffen, „diese Brandherde aufzudecken ... und zu beseitigen.“ Ein Sprecher des Bundesinnenministerium erläuterte: „Wir haben trotzdem noch keine Hinweise darauf, dass aus den linksextremistischen Strukturen, die wir haben, bereits linksterroristische Vereinigungen im Sinne des Strafgesetzbuches geworden sind.“ Er mahnte aber zur Vorsicht.

Die Deutsche Bahn hatte bereits am Vortag erklärt: „Die DB ist Opfer extremistischer Täter.“ Der Leiter der Konzernsicherheit Gerd Neubeck hatte auf die verstärkten eigenen Kontrollen des Unternehmens verwiesen, aber auch klar gemacht: „Grundsätzlich ist die Bekämpfung gewaltbereiter Gruppen Aufgabe des Staates.“ Die Funde von weiteren Brandsätzen führten zu neuerlichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Betroffen waren Linien des Regionalverkehrs, wie auch einzelne Fernverkehrsverbindungen. Die Beeinträchtigungen werden zum Teil bis zum Donnerstag andauern.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

12.10.2011, 13:02 Uhr

.
Breivik ist abgehakt,
wenn es ihnen selbst, den Aristokraten, an den Kragen geht, sind sie hellwach. Noch bevor auch nur einer von ihnen wirklich bedroht wurde.


Wo sind sie, die bösen RAF Nachfolger?


Seid nicht hysterisch, aus Schafen werden keine Wölfe.
Das einzige was man heutzutage vermehrt antrifft sind Wölfe im Schafspelz.
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RBern

12.10.2011, 14:14 Uhr

Ein Polizeisprecher sagte: „Es gab einen Brandsatz, der in irgendeiner Weise irgendwie gezündet hat.“ Das könnte aber auch schon am Montag oder Dienstag der Fall gewesen sein...Vielleicht auch Sonntag, Mittwoch wahrscheinlich nicht. Was soll das eigentlich, wie wird denn hier ermittelt?

Account gelöscht!

12.10.2011, 14:39 Uhr

Wir haben Anschläge von Links?
Na, dann wird es aber höchste Zeit, dass noch mehr Geld in den Kampf (Krampf) gegen Rechts gesteckt wird.
So war es doch in der Vergangenheit immer
Da muß mal die v. d. Leyen noch mehr Geld locker machen

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