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01.06.2013

11:34 Uhr

Banken

Aigner ärgert sich über Falschberatung

Schiffsfonds für 84-Jährige? Solche Fälle kommen immer noch vor, beklagt Verbraucherministerin Ilse Aigner. Falschberatung von Bankkunden sei nach wie vor ein Problem in Deutschland. Oppositionsforderungen zum Thema weist sie indessen zurück.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) wirft Banken vor, häufig immer noch Kunden schlecht zu beraten. dapd

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) wirft Banken vor, häufig immer noch Kunden schlecht zu beraten.

München/Berlin„Leider haben noch nicht alle Banken verstanden, dass Falschberatung kein Kavaliersdelikt ist“, sagte die CSU-Politikerin dem Nachrichtenmagazin „Focus“ und fügte hinzu: „Wenn ich höre, dass einem 84-Jährigen eine hochbrisante Beteiligung an einem Schiffsfonds als "sichere Altersvorsorge" verkauft wird, finde ich das ungeheuerlich.“

Dieses Geschäftsgebaren schade nicht nur den Kunden, sondern dem Ruf der gesamten Finanzbranche, so Aigner weiter. Mit Blick auf steigende Beschwerdefälle von geschädigten Anlegern forderte die Ministerin ein schärferes Vorgehen der Justiz: „Bei Verstößen muss hart durchgegriffen werden.“

Der angekündigte Kulturwandel in den Geldhäusern dürfe kein leeres Versprechen bleiben. „Nur wenn sich die Banken wieder mehr auf die Wünsche der Kunden besinnen, kehrt Vertrauen zurück“, betonte Aigner. Und weiter: „Die Banken müssen kapieren, dass sie für die Gesellschaft eine dienende Funktion haben.“

Die Forderung der Opposition nach einem unabhängigen Finanzmarktwächter wies die Ressortchefin zurück. Es gebe Aufsichtsbehörden, klare Gesetze und unabhängige Marktwächter. Auch dürften riskante Anlagen nicht verboten werden, denn am Ende müsse jeder selbst über sein Risiko entscheiden. „Wer zocken will, soll zocken dürfen“, so Aigner. „Nur: Er muss wissen, dass er zockt. Transparenz ist entscheidend.“

Von

dpa

Kommentare (40)

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kuac

01.06.2013, 11:51 Uhr

Ach ja, schon wieder ein Thema für Frau Aigner für einen neuen 10 Punkte Plan. Sehr gut. Weiter so.

Account gelöscht!

01.06.2013, 12:14 Uhr

"Wenn ich höre, dass einem 84-Jährigen eine hochbrisante Beteiligung an einem Schiffsfonds als "sichere Altersvorsorge" verkauft wird, finde ich das ungeheuerlich."

Es ist ungeheuerlich gleich in zweifacher Hinsicht. Vom Berater und vom Kunden, welcher einen solchen Vertrag abschliesst. Der Berater duerfte nicht so vorgehen und ein solcher Kunde duerfte eigentlich nicht mehr geschaeftsfaehig sein, sondern muesste einen Vormund haben.

kuac

01.06.2013, 12:24 Uhr

@euro
Dann brauchen wir eine Kommission, die regelmäßig Menschen untersucht und ihre Geschaeftsfaehigkeit untersucht.

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