Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.07.2013

09:08 Uhr

Bankenrettung

Noch Milliarden deutscher Steuergelder im Feuer

In der Eurokrise sind die Kosten für den Steuerzahler noch überhaupt nicht abzusehen - nicht einmal für die Bankenrettung nach der Finanzkrise ist die Rechnung fertiggestellt. Noch stützt der Bund mehrere Banken.

Ein Mitarbeiter sortiert im Nationalen Analysezentrum der Bundesbank in Mainz (Rheinland-Pfalz) in Wasser eingelegte Fünfzig-Euro-Geldscheine. Vor allem die Commerzbank ist eine Dauerbaustelle für die Bankenretter. dpa

Ein Mitarbeiter sortiert im Nationalen Analysezentrum der Bundesbank in Mainz (Rheinland-Pfalz) in Wasser eingelegte Fünfzig-Euro-Geldscheine. Vor allem die Commerzbank ist eine Dauerbaustelle für die Bankenretter.

FrankfurtDeutschlands Steuerzahler haben in der heimischen Bankenbranche noch immer Milliarden an Rettungsgeldern im Feuer. Auf rund 18,2 Milliarden Euro (Stand 30.6.) summieren sich die Hilfen des Bankenrettungsfonds Soffin nach jüngsten Angaben der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA). Ende 2012 hatten sich die aus Steuergeldern finanzierten Garantien und Kapitalhilfen noch auf 22,5 Milliarden Euro belaufen.

Der Löwenanteil der noch ausgereichten Gelder sind rund 17,1 Milliarden Euro Eigenkapitalhilfen. Diese verteilen sich auf Hypo Real Estate (HRE/9,8 Mrd Euro), Commerzbank (5,1 Mrd Euro), die WestLB-Nachfolgerin Portigon (2,0 Mrd Euro) und den Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal Bank (300 Mio Euro). Die Düsseldorfer Hypothekenbank nutzt einen Garantierahmen von 1,1 Milliarden Euro.

Das Engagement ist riskant: Seit seiner Gründung im Zuge der Finanzkrise Ende Oktober 2008 bis zum Abschluss des vergangenen Jahres häufte der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) 21,5 Milliarden Euro Verlust an. Eine Endabrechnung wird erst in einigen Jahren möglich sein, wenn alle Geschäfte abgeschlossen sind.

Die Bilanz 2012 sorgte zumindest für etwas Hoffnung: Erstmals machte Deutschland mit der Rettung seiner Banken in einem Gesamtjahr Gewinn: 580 Millionen Euro Überschuss wies der Soffin aus. Ein Jahr zuvor hatte die Griechenland-Umschuldung noch ein tiefes Loch gerissen: 13,1 Milliarden Euro Verlust standen damals in den Büchern.

Staatsbank: KfW hilft spanischen Firmen in Kreditnot

Staatsbank

KfW hilft spanischen Firmen in Kreditnot

Mehrere Hundert Millionen Euro fließen über die KfW-Tochter ICO an Betriebe in Spanien. Sie sollen von niedrigen Zinsen profitieren, die ihnen in letzter Konsequenz der deutsche Steuerzahler garantiert.

Der Bund hatte den Fonds nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers eingerichtet, ursprünglich ausgestattet mit 480 Milliarden Euro: 400 Milliarden Euro für Garantien und 80 Milliarden Euro für die Rekapitalisierung von Banken oder den Ankauf maroder Wertpapiere. Der Soffin haftet mit Steuergeld für potenzielle Risiken.

Eine Dauerbaustelle: Die Commerzbank. Von den 18,2 Milliarden Euro Rettungsgeldern, die in den Jahren 2008/2009 an den Dax-Konzern flossen, bekam der Bund inzwischen etwa 13 Milliarden Euro zurück. Nach der jüngsten Kapitalerhöhung in diesem Mai hält der Bund über den Soffin noch 17,2 Prozent an dem Geldhaus. Hartnäckig halten sich Spekulationen, Berlin könnte spätestens nach der Bundestagswahl am 22. September handeln, um das Kapitel abzuschließen. Aktuell wäre das Commerzbank-Aktienpaket nur mit Milliardenverlust zu verkaufen.

Von

dpa

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

16.07.2013, 09:37 Uhr

Man beachte, daß dpa (und mittels Copy/Paste sogar das HB) mal einen Teil der Wahrheit rausläßt:

... Ein Jahr zuvor hatte die Griechenland-Umschuldung noch ein tiefes Loch gerissen: 13,1 Mrd. Euro Verlust standen damals in den Büchern.
-> dabei hat man uns doch damals den Schuldenschnitt für Griechenland als rein "private" Angelegenheit privater Investoren verkauft, die keinen Cent Steuergelder kosten
Wer aufgepaßt hat, dem war natürlich schon klar, wer diese privaten Investoren waren: letztlich die, die auch den nächsten Schuldenschnitt dieses schwarzen Geldloches bezahlen werden: der (europäische, vor allem deutsche) Steuerzahler.

Im September sind übrigens Bundestagswahlen. Da kann man die hierfür verantwortlichen verlogenen Blockparteien und deren "Vertreter" ABWÄHLEN.

Account gelöscht!

16.07.2013, 09:46 Uhr

Das ist das Perpetuum mobile. Der Staat borgt sich Geld bei den Banken, um diese damit zu "retten". Risiko für die Banken = 0.

Was für eine gesegnete Branche.

Account gelöscht!

16.07.2013, 11:10 Uhr

Zu Ihrem Artikel:
„Merkel knickt ein“
und beißt sich „die Zähne aus“, kann man einmal wieder NICHTS schreiben, weil die Kommentarleiste geschlossen ist!
Typisch für HB, wenn man Angst davor hat, was der Bürger dazu schreiben könnte! Die Sperrung drückt das Ergebnis aber deswegen auch gut aus!
Meiner Ansicht nach ist Merkel noch nie aufgestanden, wenn es darum ging für uns Deutsche „Schaden vom Volke abzuwehren“, diesbezüglich hat sie bei der Amtseinführung schon einen Meineid geschworen und was ihre Zähne anbelangt, da ist das Gebiss schon bei ihrer ersten hochverräterischen Glanzleistung, nämlich uns damals an die EU-Diktatur zu verschachern an der Tischkante hängen geblieben! Ohne Zähne auch kein Biss!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×