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15.10.2011

10:58 Uhr

Bankenverband

„Die Politik darf uns keinen Krieg erklären“

Der Präsident des Bankenverbandes warnt vor einem "Krieg" mit der Politik. Er fordert eine gemeinsame Lösung der Krise - schiebt die Schuld daran aber auf die Politik.

Dunkle Regenwolken hängen über der Skyline von Frankfurt. dpa

Dunkle Regenwolken hängen über der Skyline von Frankfurt.

Berlin„Die Politik darf uns jetzt nicht den Krieg erklären - sondern lieber mit uns bei Wasser und Brot ins Kloster gehen und arbeiten, bis weißer Rauch aufsteigt und es eine gemeinsame Lösung gibt“, sagte der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Schmitz „Bild.de“.

Die Banken hatten massiv Front gegen die EU-Rettungspläne gemacht.

Sie lehnen eine Rekapitalisierung von Banken mit Hilfe des Staates ab. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte gefordert, die „Schutzwälle“ der Banken zu verstärken. Die Institute sollten sich am Markt frisches Kapital besorgen, um riskante Geschäfte besser abzusichern. Gelingt dies nicht, sollen den Banken Kapitalspritzen aufgezwungen werden.

Schmitz bekräftigte die Position der Banken: „Wir haben keine Bankenkrise, sondern eine politische Vertrauenskrise.“ In der Finanzkrise 2008 hätten manche Banken die Staaten in Schwierigkeiten gebracht. „Heute ist es umgekehrt. Manche Staaten bringen einige Banken in Schwierigkeiten.“ Die Staaten hätten zu lange auf Pump gelebt und hohe Schuldenberge angehäuft. „Jetzt glauben die Investoren in Asien, in Nordamerika den europäischen Regierungen nicht mehr, dass sie ihre Schuldenprobleme in den Griff kriegen. Warum sollten Sie dann deren Staatsanleihen kaufen?“

Schmitz erneuerte die ablehnende Haltung der privaten Banken gegenüber vorbeugenden Finanzspritzen durch den Staat. „Nicht die Kapitalausstattung der Banken ist das Problem, sondern die Tatsache, dass Staatsanleihen ihren Status als risikofreie Anlagen verloren haben. Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt darin, dass Regierungen das Vertrauen in die Solidität der Staatsfinanzen wiederherstellen.“ Banken hätten ihr Eigenkapital längst erhöht. „Das war eine Lehre aus der Krise. Ihnen jetzt gegen ihren Willen Eigenkapital aufzuzwängen, verschlimmert die Krise nur, denn die Staaten müssten sich dafür weiter verschulden.“

Der Bankenverbands-Präsident schloss aber nicht aus, dass bestimmte Finanzinstitute Hilfen bräuchten. „Es mag einzelne Banken in Europa geben. Das knappe Geld sollte nicht wie mit der Gießkanne allen Banken aufgezwungen werden, sondern zielgerichtet nur denen gegeben werden, die in Not sind.“

Von

dpa

Kommentare (24)

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Kassandrus

15.10.2011, 11:21 Uhr

Wir erleben ein reines Ablenkungsmanöver der Politik in Sachen Verantwortungsübernahme. Die Herren und Damen fürchten um ihre Köpfe, das ist alles.

Radek

15.10.2011, 11:46 Uhr

Das sind Kämpfe und Intrigen im "Palast". Das Volk steht wütend und staunend vor dem Tor und wird jetzt von der einen Palastpartei, der Politik, aufgefordert gegen die andere Palastpartei, die Banken, in Stellung zu gehen.
Das es soweit kommen konnte, dokumentiert den Ernst der Lage.

weinerlich

15.10.2011, 12:42 Uhr

was weiß der schmitz denn vom krieg.

der is doch vom stamme nimm,abteilung kriegen.und sobald sich abzeichnet ,daß er weniger kriegt und dresche kriegt und verantwortung übernehmen soll,verliert er die nerven

bei allen fehlleistungen der politigker und ihrer oft unerträglichen heuchelei,steht fest,daß die banken von politikern mit steuergeldern und kürzungen der leistungen für bürger gerettet wurden und nicht der staat von den banken mit bankengeldern und geldern ihrer anleger und kapitaleigner.

welche aufarbeutungsbemühungen und aufklärung hat denn der bankenverbanmd die letzten zweieinhalb jahre geleistet?

was weiß andreas schmitz chef der HSBC trinkaus von der steuerhinterziehung über die HSBC
in luxemburg,die deutschen steuerbürgern vorgeworfen wird...

dazu sollte ersich erklären.ist der eine und andere ami dabei,dürfte espe schmitz dem einsetzenden us sturm nicht gewachsen sein

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