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27.08.2012

17:13 Uhr

Banker aufgeflogen

Steuerdaten-Dieb in der Schweiz verhaftet

Ein Steuerdaten-Dieb ist in der Schweiz aufgeflogen und verhaftet worden. Der Mann war Mitarbeiter der Schweizer Privatbank Julius Bär. Ermittler in Münster prüfen derzeit die Daten einer weiteren Steuer-CD.

Bereits 2010 hat die Staatsanwaltschaft eine CD erhalten. dpa

Bereits 2010 hat die Staatsanwaltschaft eine CD erhalten.

Zürich, MünsterNach dem Verkauf von Steuerdaten deutscher Bankkunden an Fahnder in Nordrhein-Westfalen ist in der Schweiz ein Bankmitarbeiter aufgeflogen und verhaftet worden. Möglicherweise betroffene Kunden in Deutschland seien von der Zürcher Privatbank Julius Bär vorgewarnt worden, hieß es am Montag in Schweizer Medienberichten. Die Bank bestätigte die Entdeckung des Datenklaus und die Verhaftung des Mitarbeiters.

In Züricher Bankerkreisen hieß es, die Schweizer Geldinstitute hätten ihre Kontrollmechanismen in letzter Zeit wegen des wiederholten Ankaufs von Steuer-CDs durch deutsche Behörden verschärft. Die Maßnahmen zielten darauf ab, Datendiebe zu enttarnen und die weitere Entwendung von Kundendaten so weit wie irgend möglich zu erschweren.

Die Bank Julius Bär war damit bereits zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren Ziel eines Datendiebs. Zu Art und Umfang der jetzt nach Deutschland verkauften Kundendaten äußerte sich das Geldinstitut nicht. Der Dieb sei „im Rahmen von verschärften Kontrollmechanismen und einer umfangreichen internen Untersuchung“ entdeckt worden, sagte Julius-Bär-Chef Boris Collardi der Schweizer „Sonntags-Zeitung“. Der Verdächtigte sei an seinem Arbeitsort Zürich festgenommen und inzwischen von der Bank entlassen worden, bestätigte Banksprecher Jan Vonder Muehll. Hinweise auf Mittäter soll es bislang nicht geben.

Steuer-CD: Julius Bär meldet weiteren Datendiebstahl

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Zuletzt hatte Nordrhein-Westfalen im Oktober 2010 eine CD mit Daten von Julius Bär über Deutsche gekauft, die dort mutmaßlich unversteuerte Vermögen angelegt hatten. Dafür zahlte NRW 1,4 Millionen Euro. Die CD war von Ermittlern in Münster ausgewertet worden. Die Staatsanwaltschaft hatte damals auch gegen die Bank und Mitarbeiter der Bank ermittelt. Im April 2011 zahlte Julius Bär 50 Millionen Euro, damit die deutschen Behörden diese Ermittlungen einstellen.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ planen Staatsanwälte in Nordrhein-Westfalen, im Herbst 2000 neue Verfahren gegen Steuersünder zu starten. Zurzeit wertet die Staatsanwaltschaft in Münster eine weitere Steuer-CD mit Daten deutscher Kunden der Schweizer Privatbank Julius Bär aus. Die angekaufte CD liege den Ermittlern seit dem Jahreswechsel vor, sagte Behördensprecher Heribert Beck am Montag der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte einen WDR-Bericht. Mit derartigen Ermittlungen sind derzeit auch die Staatsanwaltschaften in Düsseldorf und in Bochum befasst.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.08.2012, 21:14 Uhr

Na, dann wird der Dieb das ja wenigstens auch versteuern müssen, son Pech aber auch.

r-tiroch@t-online.de

28.08.2012, 07:47 Uhr

wenn dafür bezahlt wird, dass die Ermittlungen eingestellt und CD´s vorher gesichtet werden, wundert es mich nicht, dass nie Richter und Politiker drauf gefunden werden obwohl es hunderte sein sollen. ist das Freikaufen, Imunität und Absolution doch so unschuldig tzu sein?

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