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10.02.2017

02:49 Uhr

Bauernregeln-Kampagne

Hendricks entschuldigt sich

Mit spaßbetonten Sprüchen wollte Bundesumweltministerin Hendricks auf Missstände in der deutschen Landwirtschaft hinweisen. Einige Bauern fanden das gar nicht witzig. Landwirtschaftsminister Schmidt fühlt mit ihnen.

BerlinBundesumweltministerin Barbara Hendricks hat nach der massiven Kritik an ihren „neuen Bauernregeln“ eingelenkt. Anstatt weiterhin mit frechen Sprüchen über Massentierhaltung und Überdüngung zu polarisieren, will die SPD-Politikerin in Zukunft mit Bauern und Verbrauchern einen „Dialog“ zu Missständen im Agrarsektor führen. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ entschuldigte sich die Ministerin. Hendricks sagte, einige Menschen hätten sich durch die Aufmachung der Kampagne persönlich angegriffen und in ihrer Berufsehre verletzt gefühlt, „das tut mir leid“.

Ein Sprecher des Umweltministeriums sagte, mit den „spielerisch-humorvollen „Bauernregeln““ sei es gelungen, die Aufmerksamkeit eines großen Teils der Öffentlichkeit für das Thema zu gewinnen. Jetzt komme das Ministerium aber zu seinem „Kernanliegen“: einen breiten Dialog darüber zu führen, wie Landwirtschaft und Naturschutz miteinander versöhnt werden könnten.

Für diesen „Dialog“ soll bald eine neue Website (bmub.bund.de/dialog-landwirtschaft) online gehen. Nach Angaben des Sprechers sind außerdem Debatten in sozialen Medien und bei einer Reihe von Veranstaltungen mit Hendricks geplant. Weitere Plakate mit „Bauernregeln“ soll es nicht geben.

Hendricks neue Bauernregeln: „Tiefpunkt in der agrarpolitischen Diskussion“

Hendricks neue Bauernregeln

„Tiefpunkt in der agrarpolitischen Diskussion“

Die politisch motivierten Bauernregeln der Umweltministerin Barbara Hendricks haben viele Kritiker auf den Plan gerufen. Sie sprechen von einer „inhaltlichen Bankrotterklärung“ und einem „Tiefpunkt in der Diskussion“.

Das Ministerium hatte in den vergangenen Tagen mit Sprüchen wie „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ oder „Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm“ für Furore gesorgt. In der Union und bei vielen Landwirten kam die Kampagne gar nicht gut an. Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) legte der SPD-Ministerin den Rücktritt nahe. CSU-Chef Horst Seehofer und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt forderten Hendricks auf, sich bei den Bauern zu entschuldigen.

„Ich kann doch nicht diejenigen zum Gespött machen, mit denen ich Veränderungen erreichen will“, sagte Schmidt der „Mittelbayerischen Zeitung“. Er begrüße es, dass Hendricks sich jetzt bei den Bauern entschuldigt habe.

Von

dpa

Kommentare (4)

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G. Nampf

10.02.2017, 08:54 Uhr

"Einige Bauern fanden das gar nicht witzig. "

"Anstatt weiterhin mit frechen Sprüchen über Massentierhaltung und Überdüngung zu polarisieren, will die SPD-Politikerin in Zukunft mit Bauern und Verbrauchern einen „Dialog“ zu Missständen im Agrarsektor führen."

Ich finde die Aktion gut, denn endlich wird über die Mißstände im Agrarsektor (Pestizide, Massentierhaltung, Gentechnik, Antibiotikamißbrauch und hoffentlich auch über die Bezahlung der Bauern) miteinander geredet. Ohne diese Aktion wäre der Dialog wahrscheinlich nicht in Gang gekommen.

Herr Holger Narrog

10.02.2017, 09:08 Uhr

Anstatt die Landwirtschaft zu fördern hat die Ministerin ökoreligiöse Propaganda gegen die moderne Landwirtschaft verbreitet.

Gem. der Ökoreligion soll es gesünder sein zu einer Landwirtschaft analog der vorindustriellen Zeit, als Menschen durchschnittlich kaum älter als 30 Jahre wurden, zurückzukehren.

Schön wäre es wenn die Verfechter dieser ins Mittelalter gerichteten Religion mal einige Zeit in einem Land leben würden wo noch richtige Biolandwirtschaft herrscht.

Faszinierend wozu eine übersättigte Gesellschaft fähig ist.

Account gelöscht!

10.02.2017, 09:36 Uhr

Bei mir hört der Spaß auf, wenn Grundwasser verseucht wird. Genau das scheint der Fall zu sein, wobei das Fleisch auch noch in das Ausland verkauft wird, weil man es im Inland nicht brauchen kann.

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