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11.07.2011

18:47 Uhr

Baupläne verschwunden

Datenleck beim BND alarmiert Bundesregierung

Von dem Gelände des neuen BND-Hauptsitzes wurden offenbar wichtige Pläne geschmuggelt. Nun prüft die Regierung den Vorwurf. Das Verschwinden der Karten könnte schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.

Peinlicher Bericht: Geheimnisklau beim BND

Video: Peinlicher Bericht: Geheimnisklau beim BND

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BerlinDem Bundesnachrichtendienst (BND) droht eine neue Affäre: Die Bundesregierung untersucht mit Hochdruck einen möglichen Diebstahl sensibler Baupläne von der Großbaustelle der neuen BND-Zentrale in Berlin. „Das ist ein ernstzunehmender Vorgang, ganz klar“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Die Bundesregierung hat großes Interesse, dass dieser Vorgang bald geklärt wird.“

Die Opposition forderte von Regierung und BND schnelle Aufklärung und sofort Konsequenzen. SPD, Grüne und Linke sprachen von schlampigem Umgang mit den Bauplänen und großem Imageschaden. Auch der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach (CDU) verlangte eine Antwort darauf, „ob durch den Diebstahl die Arbeit des Dienstes gefährdet werden kann“.

Nach einem „Focus“-Bericht geht es um Baupläne, deren Großteil das „Herzstück“ des neuen Gebäudes zeige: das Technik- und Logistikzentrum. Aus den Darstellungen lasse sich die Funktion der Räume, die Mauerdicke, die Lage von Sicherheitsschleusen und Notausgängen bis hin zu Toiletten lesen.

Die Pläne sollen laut „Focus“ schon vor über einem Jahr von der Baustelle geschmuggelt worden sein, möglicherweise durch einen beauftragten Bauunternehmer, der sie an Subfirmen weitergegeben haben will. Er vermute, dass sie in kriminelle Hände geraten sein könnten, schrieb das Magazin. „Focus“-Mitarbeiter hätten die Karten einsehen können - sie seien als Verschlusssache klassifiziert gewesen: „VS - Nur für den Dienstgebrauch“.

Regierungssprecher Seibert sagte, noch sei nicht zu sagen, ob die aufgetauchten Baupläne echt seien und welche Konsequenzen gezogen werden müssten. „Wir müssen das natürlich genau klären: Wer verfügte über diese sensiblen Akten.“ Auf die Frage, ob die Bauplanungen geändert werden müssten, wollte Seibert unter Berufung auf die Nachforschungen nicht eingehen. Ein Sprecher des BND verwies auf die Zuständigkeit des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung als Bauherrn. Der Geheimdienst sei offiziell nur Mieter des Gebäudes.

Rund 4000 Mitarbeiter des deutschen Auslandsgeheimdienstes sollen von Anfang 2014 an in der „modernsten Geheimdienstzentrale Europas“ (BND) auf 260.000 Quadratmeter Fläche arbeiten. Die Gesamtkosten werden inklusive des Umzugs auf knapp 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

Kommentare (14)

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Unglaublich

11.07.2011, 12:52 Uhr

Kein Kommentar.

Wer wandert mit mir aus? Wir könnten alle zusammen eine große Insel kaufen (Neuseeland?) und hoffen, daß der gesamte Dilletantenstadl in unserer Bananenrepublik Deutschland bleibt.

Eine dermaßen geballte Ansammlung von Dummheit, Dreistigkeit und Frechheit schien mir noch vor wenigen Jahren nicht vorstellbar.

bommel

11.07.2011, 14:28 Uhr

na und? deutschland wird eh kein geld mehr haben, um die spionagezentrale zu unterhalten. bis ahin gibts hier zustände, die selbst den bndschauer über den rücken jagen wird. was ich komisch finde, ist, dass es doch vor kurzem noch irgendeine meldung gab, dass die kosten für den bau aus dem ruder laufen. wenn nun die sicherheit gefährdet würde, dann müsste man wieder abreißen und von vorne beginnen oder? naja. wir habens ja (noch).

Account gelöscht!

11.07.2011, 14:56 Uhr

Alles was diese Regierung anpackt, geht daneben.
Die Kosten laufen aus dem Ruder für diesen Protzbau. Wer ist dafür verantwortlich?
Warum hat man den BND nicht in Pullach gelassen?
Seit von Berlin aus regiert wird, ist nur noch Arroganz und Protz und Überheblichkeit angesagt.
Die hätten nach der Wende den Palast der Republik, Erichs Lampenladen, nicht abreißen sollen. Unsere SED-Regierung würde dort hin passen, da würde Merkel sich doch wieder heimisch fühlen

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