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14.07.2011

11:14 Uhr

Bauplan-Diebstahl

BND-Präsident in Koalition unter Druck

Noch vor den Ergebnissen der Untersuchungskommission verkündete BND-Chef Ernst Uhrlau, Umbauten seien durch den Diebstahl von Bauplänen nicht nötig. Manchen Koalitionsvertretern kommt das verdächtig vor.

Dem BND-Präsidenten Ernst Uhrlau droht ein ernstes "Problem", sollte sich herausstellen, dass er das Verschwinden der Baupläne, das sich bereits im vorigen Jahr ereignete, vertuscht habe. Quelle: Reuters

Dem BND-Präsidenten Ernst Uhrlau droht ein ernstes "Problem", sollte sich herausstellen, dass er das Verschwinden der Baupläne, das sich bereits im vorigen Jahr ereignete, vertuscht habe.

BerlinBND-Präsident Ernst Uhrlau gerät wegen der Vorgänge um den Diebstahl von Bauplänen für die künftige Zentrale des Bundesnachrichtendienstes jetzt auch in der schwarz-gelben Koalition unter Druck. „Mich verwundert sehr, in welch kurzer Zeit sich der BND einen Persilschein ausstellt, obwohl die Untersuchungskommission noch gar keine Ergebnisse vorgelegt hat“, sagte Unions-Parlamentsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Donnerstag.

Uhrlau hatte am Dienstag bei einer Pressekonferenz erklärt, die gestohlenen Baupläne für die neue BND-Zentrale in Berlin seien nicht sicherheitsrelevant. Umbauten seien daher nicht nötig. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte zuvor angekündigt, eine Untersuchungskommission des BND werde der Schwere des Schadens und möglichen Sicherheitslücken nachgehen. Führende Koalitionsvertreter betonten nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“, Uhrlau bekomme „ein Problem“, sollte sich herausstellen, dass er das Verschwinden der Baupläne, das sich bereits im vorigen Jahr ereignete, vertuscht habe.

Das langjährige SPD-Mitglied Uhrlau wird Ende des Jahres 65 Jahre alt und will dann in den Ruhestand gehen. Er hatte auf der Pressekonferenz gesagt, er habe erst am vergangenen Freitag im Zuge der Presseveröffentlichung über den Diebstahl von der Angelegenheit erfahren und umgehend das Kanzleramt informiert.

Das Magazin „Focus“ hatte berichtet, dass mehrere als Verschlusssachen eingestufte Baupläne der neuen BND-Zentrale womöglich schon vor einem Jahr von dem Gelände geschmuggelt worden seien. Sie beträfen vor allem den geheimsten Teil der künftigen Zentrale, das Technik- und Logistikzentrum. Demgegenüber betonte Uhrlau, entwendet worden seien Pläne für nicht sicherheitsrelevante Bereiche der neuen BND-Zentrale, zu denen ein Parkhaus und ein „Energiezentrum“ gehörten.

 

Von

afp

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