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17.10.2013

16:35 Uhr

Bayerische Metall- und Elektroindustrie

Auch die CSU erhält eine Großspende

Geldregen für die Union: Nach der 690.000 Euro-Spende der Familie Quandt an die CDU hat die bayerische Schwesterpartei eine Großspende von mehr als einer halben Millionen Euro erhalten – aus der bayerischen Industrie.

Kommentar: Gift für die Demokratie

Kommentar

Gift für die Demokratie

Der CDU-Kassenwart freut sich: 690.000 Euro haben BMW-Großaktionäre der Partei gespendet. Politik und Autoindustrie sind in Deutschland eng miteinander vernetzt – und Entscheidungen haben den Anschein, gekauft zu sein.

BerlinDie CSU ist mit einer hohen Spende bedacht worden. Auf der Internetseite des Bundestages wurde am Donnerstag mitgeteilt, dass die Partei vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie 565.000 Euro erhalten hat. Sie ging demnach am Dienstag ein. An dem Dienstag war bekanntgeworden, dass die CDU am 9. Oktober – also zwei Wochen nach der Bundestagswahl – 690.000 Euro von Johanna Quandt und ihren Kindern Stefan Quandt und Susanne Klatten erhielt. Die drei Familienmitglieder halten zusammen 46,7 Prozent am Autobauer BMW.

SPD, Linke und Grüne verwiesen auf einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Eintreten der Bundesregierung gegen strengere CO2-Vorgaben für Autos in der EU. Die Bundesregierung verwahrte sich gegen Verdächtigungen, durch große Parteispenden politisch beeinflussbar zu sein.

Die CSU hat eine Großspende aus der bayrischen Industrie erhalten. ap

Die CSU hat eine Großspende aus der bayrischen Industrie erhalten.

Die Antikorruptions-Organisation Lobby Control verlangte nach der neuen Spende von der Union eine Erklärung: „Diese Spende verschärft die Problematik der Großspenden erneut: Die CDU muss jetzt Transparenz herstellen und offenlegen, wann sie von den Spenden wusste“, sagt Timo Lange von Lobby Control. Es könne nicht sein, dass Spenden im großen Stil bewusst aus dem Wahlkampf herausgehalten würden.

„Die auffällige Häufung von Großspenden kurz nach der Wahl wirft brisante Fragen auf, die die CDU jetzt rasch klären muss“, so Lange. Dass Großspenden erst nach der Wahl fließen, bedeute dass den Wählerinnen und Wähler wichtige Informationen vorenthalten werden.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

17.10.2013, 16:47 Uhr

Amigos lassen es krachen !

Lutz

17.10.2013, 16:59 Uhr

Jetzt kauft man sich ein.

Den Abgeordneten-Eid können wir ja dann auch abschaffen, denn ein Anti-Korruptionsgesetzt hat unsere Bananenrepublik wie Somalia auch nicht.




tomtom19582

17.10.2013, 17:07 Uhr

Dass wir als eine der reichsten Nationen der Welt das Anti-Korruptions-Abkommen noch immer nicht unterzeichnet haben, stimmt vor diesem neuerlichen Hintergrund zumindest nachdenklich...

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

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