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27.11.2014

15:43 Uhr

Bayerischer Landtag

Haderthauer-Untersuchungsausschuss eingesetzt

Der bayerische Landtag hat einstimmig beschlossen: Zur Aufarbeitung der Modellauto-Affäre um die ehemalige bayerische Staatskanzleichefin Christine Haderthauer gibt es einen Untersuchungsausschuss.

Christine Haderthauer musste wegen der sogenannten Modellauto-Affäre zurücktreten. dpa

Christine Haderthauer musste wegen der sogenannten Modellauto-Affäre zurücktreten.

MünchenDer Weg zur parlamentarischen Aufarbeitung der Haderthauer-Affäre in einem Untersuchungsausschuss ist frei. Am Donnerstag beschloss der bayerische Landtag einstimmig die Einsetzung des Gremiums. Auch die CSU stimmte dafür, begründete dies aber vor allem damit, dass man das Minderheitenrecht der Opposition respektiere. „Der Untersuchungsausschuss wäre eigentlich nicht nötig“, sagte der CSU-Politiker Florian Herrmann.

Zum Ausschussvorsitzenden wurde Horst Arnold (SPD) bestimmt. Die ehemalige bayerische Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) hatte Anfang September wegen der sogenannten Modellauto-Affäre zurücktreten müssen.

Der Fall Haderthauer

Die Chronologie

Als junge Rechtsanwältin steigt Bayerns heutige Staatskanzleichefin Christine Haderthauer 1990 in das Modellauto-Geschäft ein. Ein knappes Vierteljahrhundert später steht sie unter Betrugsverdacht. Eine Chronologie.

16. Mai 1988

Der dreifache Sexualmörder Roland S. wird vom Landgericht Nürnberg zu lebenslanger Haft und Unterbringung verurteilt. Im Maßregelvollzug lernt S. den Assistenzarzt Hubert Haderthauer kennen.

1990

Der Dreifachmörder baut Modellautos. Haderthauers Frau Christine wird Teilhaberin der Firma Sapor Modelltechnik, die die Autos verkauft. Ein Mitgesellschafter ist der Franzose Roger Ponton. Das Geschäft läuft schlecht, Ponton soll Geld nachschießen. Laut Haderthauer antwortet er nicht auf entsprechende Kontaktversuche und ist seit 1996 nicht mehr erreichbar.

2004

Haderthauer überträgt nach ihrem Einzug in den bayerischen Landtag ihren Firmenanteil an Ehemann Hubert.

2008

Christine Haderthauer wird Ministerin, Hubert Haderthauer, inzwischen Landgerichtsarzt in Ingolstadt, verkauft die Firma.

6. April 2011

Der nach Darstellung der Haderthauers jahrelang nicht erreichbare Ponton meldet sich und verlangt eine Abfindung für seinen Anteil. Die Parteien einigen sich auf 20 000 Euro.

2013

Der „Spiegel“ berichtet über die Modellauto-Geschäfte. Die bayerische Landesanwaltschaft führt unter anderem wegen der früheren Modellauto-Geschäfte ein Disziplinarverfahren gegen Dr. Haderthauer.

Mai 2014

Ponton erstattet Betrugsanzeige. Er vermutet, dass die Haderthauers ihn bei der Abfindung um rund 30 000 Euro prellten.

1. August 2014

Die Staatsanwaltschaft München II leitet förmliche Ermittlungen wegen Betrugsverdachts gegen die Staatskanzleichefin ein. Gegen ihren Mann wurde bereits vorher ermittelt.

Von

dpa

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