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22.07.2014

19:05 Uhr

Bayerischer Landtag

Opposition fordert Rücktritt von CSU-Frau Haderthauer

Der Mann der Bayerischen Staatskanzleichefin Haderthauer ließ über sogenannte Arbeitstherapie Modellautos von psychisch Kranken fertigen – schon das ein Aufreger. Nun soll sie zudem eine Anfrage falsch beantwortet haben.

Das Lächeln dürfte ihnen durch die langanhaltende Kritik vergangen sein: Christine Haderthauer und Mann Hubert Haderthauer bei den Bayreuther Festspielen vor einigen Jahren. dpa

Das Lächeln dürfte ihnen durch die langanhaltende Kritik vergangen sein: Christine Haderthauer und Mann Hubert Haderthauer bei den Bayreuther Festspielen vor einigen Jahren.

MünchenDie Opposition in Bayern hat am Dienstag geschlossen den Rücktritt von Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) gefordert. Anlass sind Vorwürfe gegen Haderthauer, eine parlamentarische Anfrage falsch beantwortet und versucht zu haben, Presseberichterstattung zu verhindern. Hintergrund sind Diskussionen um das früher von Haderthauer und später von ihrem Mann geführte Modellbauunternehmen Sapor Modelltechnik, das von psychisch Kranken gefertigte Modellautos verkauft hat.

Der Streit um die Modellbaufirma schwelt bereits seit mehr als einem Jahr. Haderthauers Mann soll den Vorwürfen zufolge als Arzt die psychisch Kranken im Zuge einer Arbeitstherapie zum Bau von hochwertigen Modellautos eingesetzt und diese dann über die Firma Sapor Modelltechnik verkauft haben.

Landtags-Vizepräsidentin Ulrike Grote von den Grünen warf Haderthauer vor, anders als in ihrer Antwort auf die parlamentarische Anfrage angegeben „in vielfältiger Weise“ an der Behinderung von Berichterstattung über den Fall beteiligt gewesen zu sein. „Es wurden staatliche, aus Steuermitteln finanzierte Ressourcen genutzt, um unliebsame Veröffentlichungen zur Affäre um die Sapor-Modellbautechnik zu löschen oder zu sanktionieren“, erklärte Grote.

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Eine Ministerin, die parlamentarische Anfragen unwahr beantworte und Staatsbedienstete für ihre privaten Zwecke einspanne, sei aber auch in Bayern nicht tragbar. „Sie müsste zurücktreten.“

Der Rücktrittsforderung schlossen sich SPD und Freie Wähler an. Der SPD-Rechtspolitiker Horst Arnold erklärte, Haderthauer versuche, für sie unangenehme Tatsachen zu verschleiern und zu vertuschen. Sie beantworte offizielle Anfragen des Parlaments unvollständig und teilweise falsch und fahre eine „Drohkampagne“ gegen die objektive Berichterstattung der Presse. Sie sei deshalb charakterlich ungeeignet für ein Ministeramt.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Freien Wähler, Florian Streibl, erklärte, aus Sicht der Freien Wähler sei Haderthauer als Ministerin nicht weiter tragbar. „Sie sollte umgehend ihren Hut nehmen.“

Haderthauer zählt in der CSU zu den möglichen Nachfolgekandidaten des 2018 scheidenden CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Ihre Teilhaberschaft an der Modellbaufirma hatte Haderthauer nach eigenen Angaben vor über zehn Jahren und damit etwa fünf Jahre vor ihrem erstmaligen Einzug ins Kabinett im Jahr 2008 beendet.

Von

afp

Kommentare (3)

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Herr Delete User Delete User

22.07.2014, 19:53 Uhr

Zitat: "Haderthauer zählt in der CSU zu den möglichen Nachfolgekandidaten des 2018 scheidenden CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer."


Haderthauers Verhalten ist schnell auf den Punkt gebracht. Sie stellt mit ihrem Verhalten unter Beweis, welche Qualitäten erforderlich sind, um sogenannte Spitzenposten in der CSU zu bekleiden. Dabei sind wohl alle Mittel recht. Lügen oder Wahrheit da muss man an der CSU-Spitze nicht unterscheiden. Prominentester Wendehals ist Seehofer. Wenn man einen Ehemann als "Amigo" im Portfolio hat um so besser. Haderthauer bedient auch alle Klischees an Ausländerfeindlichkeit und ihr Weltbild über Frauen ist auch nicht ohne.

Haderthauer weiter so... dann klappt´s vielleicht 2018.

Aber die CSU kommt dann vielleicht nur noch auf magere 20%? Ein Verdienst des CSU-Molochs, der heute Bayern regiert. Demographisch wird sich dies langsam ändern. In Bayern sterben die Deppen langsam aus, die der CSU heute noch die Fahnenstange halten!

Herr Manfred Zimmer

23.07.2014, 08:45 Uhr

Jetzt erst?

Der Fall ist dich schon Jahre bekannt.

Herr Manfred Zimmer

23.07.2014, 08:46 Uhr

Jetzt erst?

Der Fall ist dich schon Jahre bekannt.

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