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28.08.2012

22:15 Uhr

Bayern

Altkanzler Schmidt trifft SPD-Spitzenkandidat Ude

Der Altkanzler trifft den Möchtegern-Ministerpräsidenten: Bayerns SPD-Spitzenkandidat Ude erhält prominente Unterstützung - von Helmut Schmidt. Es ist ein Ausflug in die Geschichte.

Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD, l.) und der designierte Spitzenkandidat der SPD bei der bayerischen Landtagswahl 2013. dapd

Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD, l.) und der designierte Spitzenkandidat der SPD bei der bayerischen Landtagswahl 2013.

MünchenDen ersten Applaus und die ersten Lacher erntet Helmut Schmidt, noch bevor er zum ersten Mal das Wort ergreift. Mit seinem Gehstock angelt er sich kurzerhand den etwas abseits stehenden Tisch mit einem Aschenbecher darauf - er wird ihn noch brauchen. Man werde an diesem Abend wohl einen Gesetzesverstoß begehen und gegen das Rauchverbot verstoßen, gibt SPD-Landeschef Florian Pronold zu.

Allerdings: Der SPD und ihrem Spitzenkandidaten Christian Ude ist dies egal. Schließlich hat der Altkanzler die Mühen auf sich genommen und ist nach München gereist, nur um Ude zu unterstützen, ein Jahr vor der Landtagswahl. Das Münchner Volkstheater ist komplett ausverkauft.

Schmidt, der in seiner politischen Karriere alles erreicht hat, und Ude, der kommendes Jahr Ministerpräsident werden will, sitzen sich auf der Theaterbühne gegenüber - Ude als Moderator, der dem über die Parteigrenzen hinweg hoch geschätzten Altkanzler eine Frage nach der anderen stellt. Schmidt antwortet sehr geduldig.

Und, natürlich, kommen die beiden irgendwann auf CSU-Übervater Franz Josef Strauß zu sprechen. Da berichtet Schmidt, wie Strauß ihn einst immer wieder, unbemerkt von Journalisten, im Kanzleramt besucht habe. „Ich habe ihn begrüßt: "Na, Sie alter Gauner." Und er hat geantwortet: "Na, Sie alter Lump."“ Schmidt fährt fort: „Wir waren eindeutig Gegner, aber wir haben uns gegenseitig geachtet.“

Schmidt lobt dabei auch ausdrücklich Strauß' Verdienste um den „erstaunlichen ökonomischen Aufschwung“ Bayerns. Strauß habe alles, was möglich gewesen sei, nach Bayern gelenkt. „Wenn er hätte am Ammersee U-Boote bauen können...“, sagt Schmidt - das Publikum lacht. Strauß habe allerdings auch „manchen Blödsinn erzählt“.

Ude führt mit Schmidt aber über weiteste Strecken kein lockeres, sondern ein ernstes, tiefgehendes zeitgeschichtliches Gespräch. Es geht um die Hamburger Sturmflut, um den Nato-Doppelbeschluss, aber auch um den Euro und die europäischen Schuldenkrise. „Heute, im Jahr 2012, ist der Euro stabiler als die D-Mark je gewesen ist“, betont Schmidt, der aber auch große europäische Führungspersönlichkeiten vermisst. Die seien von der großen Bühne längst abgetreten. Er beneide CDU-Kanzlerin Angela Merkel nicht um ihre Aufgabe.

In der ersten guten Stunde geht es mit keinem Wort um die Landtagswahl 2013. Nur an einer Stelle übt Schmidt dann doch leise Kritik an der CSU - weil die das Gefühl verbreite, dass sie allein Bayern regiere. „Aber das ist ein Irrtum.“ Da lächelt Ude zufrieden.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

28.08.2012, 23:08 Uhr

Herr Schmidt, der immer und überall qualmt, obgleich es verboten ist. Es ist ein stetes Signal der Altsozialisten, daß sie sich jeweden Anstands entledigt haben und ungeniert alles nehmen.

Wenn er eines Tages das Zeitliche segnet, ist dies für die Republik kein Schaden.

Account gelöscht!

28.08.2012, 23:22 Uhr

Unter Helmut Schmidt wurde die Kernenergie in Deutschland ausgebaut, was wesentliche Ursache des heutigen Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolges der BRD ist. Die Demontage der Kernenergie wird die BRD wirtschaftlich ruinieren- zwar schleichend, aber kontinuierlich.

blackforest

29.08.2012, 01:51 Uhr

Ich glaube dass es auch kein Schaden ist wenn Sie eines Tages das Zeitliche segnen!!
Jedenfalls hat Schmidt mit dem linken Finger mehr positives erreicht als Kohl der uns einen an Schwindsucht leidenden Euro aufgedrückt hat und und dadurch einen unermesslichen Schaden an Bürger verursacht hat!
Oder man denke nur an die schwarzen Koffer und Kohls "Ehrenwort"
er ist noch heute einer der peinlichsten Politiker die ich kenne!

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