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30.11.2013

11:47 Uhr

Bayerns Finanzminister

Söder fordert Ende der EZB-Niedrigzinspolitik

Bayerns Finanzminister Söder fordert stabile Preise von der Europäischen Zentralbank. Er warnt davor, dass die aktuelle Geldpolitik eine Blasenbildung an Aktien- und Rohstoffmärkten fördern könnte.

Markus Söder spricht sich gegen die schleichende Enteignung von Sparern durch die EZB aus. dpa

Markus Söder spricht sich gegen die schleichende Enteignung von Sparern durch die EZB aus.

BerlinBayerns Finanzminister Markus Söder fordert ein Ende der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese helfe zwar kurzfristig den Euro-Krisenstaaten, stellte der CSU-Politiker in einem am Samstag vorab veröffentlichten Gastbeitrag für das Nachrichtenmagazin „Focus“ fest. „Doch die langfristigen Folgen sind gravierend. Die Rechnung bezahlt der deutsche Sparer“, schlussfolgerte Söder und verlangte daher: „Die schleichende Enteignung der Sparer darf nicht länger hingenommen werden.“

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Der Leitzins der EZB liegt mit 0,25 Prozent so tief wie nie. Die Zentralbank hat sogar darüber diskutiert, erstmals in ihrer Geschichte einen Negativzins einzuführen. Banken, die Geld bei ihr parken, würden dafür nicht den üblichen Zins bekommen, sondern gleichsam zu einer Strafzahlung verdonnert. Die Hoffnung dahinter ist, dass die Institute das Geld stattdessen an Unternehmen verleihen und so die Wirtschaft in den Krisenländern wieder in Schwung kommt.

Söder bezeichnete die Debatte dagegen als „Alarmzeichen“. „Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank kann zu einem der größten finanzpolitischen Probleme im Euro-Raum werden“, warnte er. Die aktuelle Geldpolitik führe dazu, dass Reformen in Europa verschleppt werden, und berge die Gefahr einer Blasenbildung an Aktien- und Rohstoffmärkten. „Als Folge droht eine neue Finanzkrise, wenn die Zinsen anziehen.“

Der Minister rief die EZB dazu auf, sich auf ihr eigentliches Ziel zu besinnen, nämlich für stabile Preise zu sorgen. „Die EZB sollte nach dem Vorbild der Bundesbank eine Art 'Euro-Bundesbank' sein. Aber sie entwickelt sich zunehmend zu einer Art Internationaler Währungsfonds (IWF) für Europa“, kritisierte der CSU-Politiker. Seinem Willen nach sollte die Bundesbank de facto eine Sperrminorität im EZB-Rat erhalten.

Von

rtr

Kommentare (13)

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Bernardo

30.11.2013, 12:32 Uhr

Herr Söder hat recht,
was man anpackt geht die Bach runter.
Lebensversicherungen zur Altersvorsorge keine Rendite.
Sparen, wo gibt es da noch was????
Lebensversicherungen müssen ihre Zinsverluste einfahren, ebenso die Privaten Krankenversicherungen. Anlagen werden uninteressant, Tarife bald nicht mehr bezahlbar.
Wenn das so weiter geht, werden sich noch viele, nicht nur Geringverdiener wundern, wie schnell man im Alter ein Sozialfall wird. Dazu noch die vielen Niedriglohnjobs, und kaum Rentensteigerungen. Was mich sehr ärgert, und unverständlich ist, wie kann der Staat private Vorsorge für Rente, Gesundheit, Pflege in diesen Zeiten noch zusätzlich fördern und unterstützen.
Ich habe das Gefühl, wir kommen der Einheitsrente immer näher.

NumberCrunsher

30.11.2013, 13:13 Uhr

Ja, ja - "Die Geister die ich rief ..."
Erst allem zustimmen und die Verantwortung an EZB,ESM etc. abgeben und sich dann wundern und meckern wenn man nichts mehr zu sagen hat.
Das ist die Qualität der deutschen Politikdarsteller.
Erbärmlich ....

Account gelöscht!

30.11.2013, 13:23 Uhr

Pure Polemik.
Die Blasenbildung ist längst im Gange. Genauso wie die allgemeine Geldentwertung und der schleichende Crash der Vorsorgesysteme.
Aber wahrscheinlich nimmt die Angst einzelner Politiker zu, für die verfehlte EU-/Euro-Politik demnächst massiv abgestraft zu werden.

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