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01.09.2015

12:26 Uhr

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

„Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger“

In der Sendung „Hart aber Fair“ geht es eigentlich um Flüchtlinge. Zu Gast: Bayerns Innenminister. Als es um gelungene Integration geht, ergreift Joachim Herrmann das Wort – und leistet sich einen bösen Aussetzer.

Joachim Herrmann (CSU): „Wir müssen sehr aufpassen, dass wir uns in Deutschland nicht übernehmen.“ dpa

Bayers Innenminister

Joachim Herrmann (CSU): „Wir müssen sehr aufpassen, dass wir uns in Deutschland nicht übernehmen.“

BerlinBayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat in der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ den Sänger Roberto Blanco als „wunderbaren Neger“ bezeichnet. In der Talkshow von Frank Plasberg diskutierten die Gäste am Montagabend über das Thema Flüchtlinge.

Als „Focus“-Chefredakteur Ulrich Reitz Erfolgsgeschichten von Einwanderern einbrachte, sagte Herrmann: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“ Beim FC Bayern spielten auch eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit, und das fänden die Fans von FC Bayern auch gut, fügte er hinzu.

Blanco selbst hatte am Dienstag gelassen reagiert: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat“, sagte Blanco (78) zu „Focus online“. „Schlauer wäre hingegen gewesen, wenn er nicht das Wort Neger genutzt hätte, sondern Farbiger.“

Im ZDF-Morgenmagazin versuchte der Minister, sich am Dienstagmorgen an einer Erklärung und betonte, er habe das Wort „Neger“ nur als Reaktion auf einen Einspieler benutzt. „Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht“, sagte er. „Ich habe das nur als unmittelbare Reaktion auf diese abwertende Äußerung gemacht. Wir haben auch wunderbare Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe in Bayern.“ Ähnlich äußerte er sich auch bei N24.

Blanco betonte: „Ich fühle mich nicht von Innenminister Herrmann beleidigt, ich bin ein stolzer Farbiger und ich wünsche mir auch, dass alle Farbigen, die das jetzt lesen, das auch so sehen.“

Zuletzt hatte Bayerns Innenminister vor einer Überforderung des Landes gewarnt. „Wir bekommen das im Jahr 2015 mit einer großen Kraftanstrengung hin, aber wir können nicht sagen, dass das beliebig so weitergeht. Wenn wir keine Kursänderung herbeiführen, sind es im nächsten Jahr 1,5 Millionen Flüchtlinge oder mehr“, sagte Herrmann dem Fernsehsender Phoenix und fügte hinzu: „Wir müssen sehr aufpassen, dass wir uns in Deutschland nicht übernehmen.“ Es komme nunmehr darauf an, dass die rechtlichen Möglichkeiten auch ausgeschöpft würden. „Wer keinen Anspruch auf Asyl hat, muss in sein Heimatland zurückkehren. Das müssen wir dann auch konsequent durchziehen.“

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