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06.08.2013

19:52 Uhr

Bayerns Justiz gibt nach

Psychiatriepatient Mollath kommt frei

Der seit Jahren in Bayern in der Psychiatrie sitzende Gustl Mollath kommt umgehend frei. Das Strafverfahren gegen ihn wird wieder aufgenommen, entschied das OLG Nürnberg – und korrigierte damit ein Urteil aus Regensburg.

Wiederaufnahme

Neuer Prozess für Gustl Mollath

Wiederaufnahme: Neuer Prozess für Gustl Mollath

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NürnbergGustl Mollath ist frei: Sieben Jahre nach seiner Zwangseinweisung ist der 56-Jährige am Dienstag überraschend aus der Psychiatrie entlassen worden, das Strafverfahren gegen ihn wird wieder aufgerollt. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg angeordnet.

In Begleitung von Freunden verließ Mollath am Abend die Psychiatrische Klinik in Bayreuth - in den Armen lediglich einen Topf mit Pflanzen. Auf Fragen von Journalisten sagte er: „Es war heute eigentlich nur Stress. Ich habe noch nicht viel Zeit gehabt nachzudenken.“ Jetzt müsse er zunächst Wichtiges regeln: „Ich habe nicht einmal einen Ausweis.“

Mollath, dessen Nürnberger Haus nach seiner Einweisung zwangsversteigert worden war, soll zunächst bei Freunden unterkommen. Wo ihn seine Freunde hinbringen wollten, wisse er selbst nicht, sagte er. Er hoffe nun, dass es ein „ordentliches Wiederaufnahmeverfahren“ gebe. Die Pflanzen, die er bei sich trug, habe er aus Kernen gezogen - es seien Dattel- und Orangenbäumchen in dem Topf. Er habe sich gefreut, dass ihm das im Krankenhaus gelungen sei, sagte Mollath.

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Mollath war 2006 als gemeingefährlich in die Psychiatrie eingewiesen worden. Unter anderem soll er seine Frau misshandelt und Autoreifen zerstochen haben.

Die Nürnberger Richter begründeten ihre Entscheidung, den 56-Jährigen freizulassen, nun aber mit Zweifeln an dem Attest der Arztpraxis, die damals die Verletzungen seiner Ehefrau dokumentiert hatte. Nach Angaben des Gerichts war Mollaths Frau im Juni 2002 gar nicht von ihrer Hausärztin selbst, sondern von deren Sohn untersucht worden, der als Weiterbildungsassistent in der Praxis beschäftigt war.

Der Maschinenbauer sieht sich seit langem als Opfer eines Komplotts seiner früheren Ehefrau und der Justiz, weil er auf Schwarzgeldgeschäfte in Millionenhöhe hingewiesen habe. Mollath hatte seine Frau, eine Vermögensberaterin bei einer Bank, und andere 2003 wegen unsauberer Geschäfte angezeigt. Die Vorwürfe wurden nicht weiterverfolgt, erwiesen sich später aber teilweise als zutreffend.

Kommentare (51)

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06.08.2013, 12:20 Uhr

So, jetzt können die "Mollathisten" mal sehen, WEN sie da unterstützt haben. Da werden sich einige wundern, wenn er seine Unterstützer als Teil der Verschwörung sieht.

Account gelöscht!

06.08.2013, 12:21 Uhr

Anerkennung und Respekt dem OLG Nürnberg.
Sie haben dem recht zur Durchsetzung verholfen, gegen den Filz im Lande!

werner

06.08.2013, 12:24 Uhr

gratulation an das durchhalten des herrn mollath+gratulation an die anwaelte die mit hoechstem persoehnlichen einsatz gekaempft haben und dafuer mit dem bundesverdienstkreutz mit stern und schlterband geehrt werden muessen.groessten dank fuer alle die zivilcourage gezeigt haben und ihgre ganze persoehnlichkeit in die waagschale geworfen haben.moege dies ein fanal des aufstandes werden gegen tyrannei,versklavung,staatsterror?

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