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13.07.2013

13:04 Uhr

BDI-Chef

Grillo warnt vor Abwanderung von Industriebetrieben

Immer mehr Unternehmen beantragen Rabatte bei der Ökostrom-Umlage. Das muss sein, argumentiert die deutsche Industrie. Sonst gebe es im internationalen Wettbewerb schwere Nachteile.

BDI-Chef Ulrich Grillo: Hohe Strompreise gefährden viele Industriebetriebe. AFP

BDI-Chef Ulrich Grillo: Hohe Strompreise gefährden viele Industriebetriebe.

DüsseldorfBDI-Präsident Ulrich Grillo hat vor der Abwanderung von Industriebetrieben aus Deutschland wegen zu hoher Strompreise gewarnt. „Wenn unsere Energiepreise dauerhaft viel höher liegen als bei unseren Wettbewerbern, kriegt Deutschland ein Riesenproblem“, sagte Grillo der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Es gehe um hundertausende Jobs.

„Allein die energieintensive Industrie beschäftigt über 900.000 Menschen. Diese Industrie wird mittelfristig abwandern müssen, wenn sie hier dauerhaft keine wettbewerbsfähigen Energiepreise vorfindet“, warnte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Das passiere schleichend, still und leise.

Der BDI-Chef verteidigte die Ausnahmen bei der Ökostrom-Umlage für energieintensive Betriebe, die im internationalen Wettbewerb stehen. „Wenn man der energieintensiven Industrie die Rabatte wegnimmt, zieht man ihr den Stecker“, sagte Grillo. Er betonte, über 99 Prozent der Industrieunternehmen zahlten die EEG-Umlage in voller Höhe.

Bis 1. Juli haben 2367 Unternehmen einen Nachlass bei den Förderkosten für den Ausbau erneuerbarer Energien beantragt, geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Dazu gehören unter anderem Zement- und Papierfabriken, Straßenbahnen und Futterhersteller. 2012 waren es 2055 Unternehmen, 2011 erst 813.

Die Grünen sehen eine kritische Grenze erreicht. „Die Firmenentlastungen beim Ausbau der Erneuerbaren summieren sich in diesem Jahr auf rund sieben Milliarden Euro“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, den „Ruhr Nachrichten“. Zahlen müssten das insbesondere die privaten Haushalte, weil sich die Gesamtkosten auf weniger Schultern verteilten. Die Energiewende müsse gerechter finanziert werden. „Dazu gehört auch, dass nur Firmen, die wirklich im internationalen Wettbewerb stehen, entlastet werden. Schlachthöfe, Raffinerien und Zementfabriken gehören nicht dazu“, sagte Höhn.


Von

dpa

Kommentare (18)

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Wolfsfreund

13.07.2013, 13:41 Uhr

"„Allein die energieintensive Industrie beschäftigt über 900.000 Menschen. Diese Industrie wird mittelfristig abwandern müssen, wenn sie hier dauerhaft keine wettbewerbsfähigen Energiepreise vorfindet“, warnte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Das passiere schleichend, still und leise."
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Als wenn das die GrünInnen interessiert. Die zielen mit ihrer Wühlarbeit ohnehin auf die Deindustrialisierung Deutschlands ab, anders sind ihre Aktivitäten logisch nicht zu erklären. Ich bin bestimmt für Umweltschutz, aber bitte mit Sinn und Verstand durch *Fachleute*, die das gelernt haben, und ohne die Ökosektiererei grüner Gutmenschen.

"Zahlen müssten das insbesondere die privaten Haushalte, weil sich die Gesamtkosten auf weniger Schultern verteilten. Die Energiewende müsse gerechter finanziert werden. „Dazu gehört auch, dass nur Firmen, die wirklich im internationalen Wettbewerb stehen, entlastet werden. Schlachthöfe, Raffinerien und Zementfabriken gehören nicht dazu“, sagte Höhn."
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Das ganze EEG muß weg, besser gestern als morgen. Selbst wenn energieintensive Firmen, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen, die Abgaben zahlen müssen, zahlt es letztlich der Bürger, oder glauben diese grünen Traumtänzer tatsächlich, das würde nicht auf die Produkte umgelegt? Jede Staatsabzocke landet auf mehr oder minder großen Umwegen letztlich beim Verbraucher.

Diese GrünInnen sind m.E. die gefährlichste Partei, die dieses Land jemals hatte: Fanatisch, die meisten ohne praxisrelevante Ausbildung, dafür mit einem unerträglich penetranten Sendungsbewußtsein ausgestattet, das in ständiger Bevormundung und Gängelung des Bürgers mündet, bis hinein in das Alltagsleben, wobei letzteres typisch für die kommunistischen Wurzeln ist. Ich habe die Entstehung der Grünen miterlebt und in meiner Studentzeit manches mal mit ihnen diskutiert (nicht unbedingt freiwillig). Außer naivem, weltfremdem Geschwurbel hatten sie noch nie was zu bieten.
Es langt einfach!

Account gelöscht!

13.07.2013, 13:47 Uhr


„Dazu gehört auch, dass nur Firmen, die wirklich im internationalen Wettbewerb stehen, entlastet werden. Schlachthöfe, Raffinerien und Zementfabriken gehören nicht dazu“, sagte Höhn.

So, so, Frau Höhn. Ein deutscher Bauunternehmer kauft also deutschen Zement, egal, was er kostet? Interessant.

Nur zur Information: Die deutsche Zementproduktion ist zu über 50% in mexikanischer Hand. CEMEX. Und wenn bei denen die Rendite nicht stimmt, dann machen die den Laden hier dicht. Garantiert.

Ludwig500

13.07.2013, 13:57 Uhr

Dann soll sie sich doch verpissen, die Deutsche Industrie, die dann so nicht mehr heissen wird. Milliardenschwere Konzerne handeln Vergünstigungen aus, die der Normalerdiener auszugleichen hat. Das ist ein Schlag ins Gesicht jedes Arbeitnehmers und Klein(st)unternehmers. Wer ohne Subventionen und Ausbeutung durch Leihsklaven nicht mehr konkurrenzfähig ist muss halt dichtmachen. So funktioniert doch Marktwirtschaft.

Die Eliten aus Wirtschaft, Finanzwelt und Politik verlieren langsam jedes Maass.

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