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03.07.2012

14:10 Uhr

BDI-Chef Kerber

Industrie beklagt „Kakophonie" der Euro-Retter

VonMichael Inacker, Klaus Stratmann

ExklusivDer BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber hält in Sachen Euro-Rettung zur Bundesregierung und plädiert für Geschlossenheit und Härte. Im Interview sagt er zudem, warum Ulrich Grillo ein guter BDI-Präsident wäre.

BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber kämpft für die Euro-Rettung. dpa

BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber kämpft für die Euro-Rettung.

Herr Kerber, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie Hans-Peter Keitel und die Vizepräsidenten haben Ulrich Grillo für das Amt des BDI-Präsidenten vorgeschlagen. Ein Familienunternehmer an der Spitze des Verbands der Großindustrie - passt das?
Kerber: Sehr gut sogar. Erstens repräsentiert der BDI große und mittlere und insbesondere Familienunternehmen gleichermaßen. Und außerdem hat der Familienunternehmer Grillo gesagt, seine Gene hätten industrielle Prägung, denn er führt die Grillo-Werke in fünfter Generation. Das ist wunderbar nicht nur für den BDI, sondern für das Industrieland Deutschland. Hier hängen mehr als 20 Millionen Menschen davon ab, dass es der Industrie gutgeht.

Aber die Ansage kam doch überraschend. Wäre Herr Keitel nicht gerne Präsident geblieben?
Es ist kein Geheimnis, dass es die einstimmige Bitte gab, Herr Keitel möge verlängern. Er aber hat dargelegt, dass er nach vier Jahren an der Spitze, wie es unsere Satzung vorsieht, nicht erneut für das Amt kandidieren wollte. Er hält den Zeitpunkt für gekommen, die Verantwortung für den BDI in neue Hände zu geben. Alles andere, was dazu geschrieben wurde, ist falsch. Zugleich will er sich mit großer Leidenschaft bis Ende Dezember als Präsident engagieren - insbesondere bei Themen wie Energiewende oder Euro.

Fangen wir mit dem Euro an. Da scheint es unterschiedliche Interpretationen auch in der Wirtschaft zu geben. Nach dem EU-Gipfel sprechen einige Kritiker vom Umfallen der Kanzlerin...
Das ist Unfug. Es gehört nun einmal zu Verhandlungen, sich zu bewegen. Natürlich dürfte kaum jemandem das grundsätzlich gefallen, was wir in Europa derzeit tun müssen. Wichtig ist: Die Bundesregierung muss ihrer Philosophie treu bleiben - keine Leistung ohne Gegenleistung. Die Geber müssen Hilfszusagen abhängig machen von einer spürbaren und sichtbaren Änderung der Politik in den Empfängerländern. Dazu darf es keine Alternative geben. Finanzzusagen ohne Gegenleistungen in Form von Strukturveränderungen sind ausgeschlossen, Blankoschecks darf es unter keinen Umständen geben. Deshalb dürfen Rekapitalisierungen bei Banken nicht ohne Eigentümerwechsel gestattet sein, sonst funktioniert die Einheit von Haftung und Kontrolle niemals. Was beim Soffin richtig ist, kann doch nicht europäisch falsch sein!

Kommentare (8)

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aspi

03.07.2012, 14:37 Uhr

Die Überschrift zum Artikel scheint mit frei erfunden, der Texter hat den Artikel gar nicht gelesen oder nicht verstanden. Die entsprechende Passage im Interview bezieht sich ganz offensichtlich nicht auf die "Euro-Retter", sondern im Sinne von Selbstkritik auf die Kommunikation zwischen Industrie und Politik, wo Kerber die "Vielstimmigkeit" der Industrie gegenüber der Wirtschaft kritisiert. Keine redaktionelle Glanzleistung...

Account gelöscht!

03.07.2012, 15:35 Uhr

Er plädiert für Geschlossenheit und Härte!

Rechner

03.07.2012, 15:58 Uhr

Gut daß der Eurofanatiker und Verschleuderer von Geldwertstabilität und Sparguthaben Keitel in der Versenkung verschwindet.

Hoffentlich auf Nimmerwiedersehen.

Ich gehe davon aus, daß er sich - trotz der warmen Abschiedsworte - mit seinen Äußerungen zur Eurokrise für den BDI untragbar gemacht hat.

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