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03.11.2012

08:37 Uhr

BDI-Präsident

Keitel wirft Steinbrück Realitätsferne vor

ExklusivPeer Steinbrück sieht sich schwerer Kritik der Industrie ausgesetzt. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel findet wenig am SPD-Kanzlerkandidaten. Vermögenssteuer und Bankenregulierung – seine Pläne seien realitätsfern.

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel: „Steinbrücks Pläne gehen an der Realität vorbei“. dapd

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel: „Steinbrücks Pläne gehen an der Realität vorbei“.

BerlinHans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), hat heftige Kritik an der Steuerpolitik von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück geübt: „Vieles, was er als Kanzlerkandidat verkündet, ist mit der Wirtschaft nicht zu machen, speziell in der Steuerpolitik“, sagte Keitel dem Handelsblatt.

Die Vermögensteuer sei reiner Populismus und schadet nur. Laut Keitel entfallen neun Zehntel der Vermögenssteuer auf das Betriebsvermögen, also auf Arbeitsplätze und Wertschöpfung. „Die Unternehmen wollen mit dem Geld lieber weiter investieren und Leute einstellen“, sagte Keitel.

Der BDI-Präsident bezeichnete auch die Pläne Steinbrücks zur Bankenregulierung als falsch: „Sie sind teilweise längst Realität, andere gehen an der Realität vorbei“, sagte Keitel. Die deutsche Industrie brauche nicht nur einheitliche Kasseninstitute um die Ecke, sondern auch starke Banken, die das internationale Geschäft der Unternehmen bedienen könnten.

Von

sig

Kommentare (33)

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Account gelöscht!

03.11.2012, 08:51 Uhr

"Die deutsche Industrie brauche nicht nur einheitliche Kasseninstitute um die Ecke, sondern auch starke Banken, die das internationale Geschäft der Unternehmen bedienen könnten."

Ach?
Deshalb hat die BRD auch fast eine halbe Billion Euros in Bankenrettungsfonds gesteckt?
Die Stärke der Banken haben wir in den letzten Jahren gesehen, echte harte Realitäten.
Leider haben genau diese internationalen Banken mit ihrer Stärke genau das angezettelt, was keiner wollte.
Nicht alles was Steinbrück von sich gibt, kann ich auch vertreten, aber Betriebskapital was nicht investiert wird, vor allem nicht im eigenen Land oder bei den Nachbarn, gehört versteuert.

CarlK

03.11.2012, 09:10 Uhr

Herr Keitel lebt nach wie vor in einer Welt voller Selbstbetrug und will nicht heraus aus seinem goldenen Käfig. Nur norab, ich bin selbst Mittelständler und seit über 30 Jahren erfolgreich im geschäftlichen Sinne. Herr Keitel wird bald feststellen, dass man am nahen Ende eines Kondratjeff Winters den Boden unter den Füssen weg gezogen bekommt in einem zinsbasierten Schuldgeldsystem. Da gibt es historisch betrachtet schon eine 100 % Trefferquote. Nie war das anders. Herr Keitel wird ebenfalls in Bälde feststellen was die Bundesblogeinheitspartei noch alles für den Stand der Wirtschaft und Selbstständigen alles beschliessen wird! Der einzige Unterschied zwischen Steinbrück und Merkel als Verantwortliche(r)liegt in einer Unterscheidung des Zeitpunkts der Entscheidungen. Bei Merkel dauert dies maximal 6 Monate länger wie bei "Kollege" Steinbrück. Die Regulierung der Banken Herr Keitel ist ein Witz! Die Lobby der Banken, die Akcermänner der Welt, schreiben die Gesetze welche sie selbst regulieren sollen. Und die willfähige Abhängigkeit der Politiker (siehe Vortragsgelder) geht hier seit Jahrzehnten Hand in Hand mit der Wirtschaft. Die Großindustrie ist eben nicht der Mittelstand. Der Mittelstand ist nur geduldet, eingeladen wird die Großindustrie. Hier werden noch viele aufwachen in Erkenntnis was der Staat zum Selbsterhalt noch alles für Gesetze beschliessen wird - weltweit. Das dürfen sie dann ebfenalls kommentieren Herr Keitel. Ich bin gespannt.

Radiputz

03.11.2012, 09:18 Uhr

Keitel hat erkannt, Steinbrück ist ein Rhetor, der ein gewissen Potential hat aber nur ein sehr durchschnittlich begabter Politiker, der allerdings glaubt, er bewege sich über dem allgemeinen Durchschnitt. Jetzt im Wahlkampf gibt er natürlich dem linken Flügel der SPD Zucker.
Nach der Wahl, sollte dieses Land ihn als Kanzler gewählt haben, sieht die Sache anders aus. "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, u.s.w."
Vermögenssteuer würde wahrscheinlich ernsthaft anvisiert, der Mittelstand muß geschröpft werden, um die Euro-Kosten zu bewerkstelligen, "Opfer mussen gebracht werden, das muß der Euro uns wert sein u.s.w." Was das Verfassungsgericht dazu in der Vergangenheit gesagt hat, speziell zur Vermögenssteuer, hat Steinbrück offenbar nicht zur Kenntnis genommen.
Aus der Bankenregulierung wird nichts, an die amerikanischen Banken kommt Steinbrück und die europäische Politik sowieso nicht heran. Steinbrück ist beides Rhetor und Politiker. Als Rhetor glaubt er, die Realität sei so, wie er sie in seinen rhetorischen Wortgirlanden dastellt, worin er sich täuscht, als Politiker wird er zur Kennntnis zu nehmen haben, die "Wirklichkeit" wird sich nur äußerst begrenzt dem "Erkenntnisstand" des Herrn Steinbrück, so er einer ist, fügen und anpassen.

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