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17.11.2014

09:37 Uhr

Beamtenbund klagt

170.000 Stellen im öffentlichen Dienst unbesetzt

Mehr als 170.000 Stellen im öffentlichen Dienst sind nach Angaben des Beamtenbunds bundesweit unbesetzt. Gewerkschaften sehen die Ursachen im Personalabbau und der attraktiveren Bezahlung in der Privatwirtschaft.

Allein Städten und Gemeinden fehlen über 140.000 Fachkräfte im öffentlichen Dienst. dpa

Allein Städten und Gemeinden fehlen über 140.000 Fachkräfte im öffentlichen Dienst.

EssenIm öffentlichen Dienst von Bund, Ländern und Kommunen sind nach Angaben des Beamtenbunds mehr als 170.000 Stellen unbesetzt. Das berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (Montag) unter Berufung auf eine ihr vorliegende Aufstellung des DBB.

Deren Chef Klaus Dauderstädt sagte dem Blatt: „Es brennt. Wir brauchen eine Personaloffensive, um junge Menschen für den öffentlichen Dienst zu begeistern.“ Auch müsse die Praxis enden, bis zu 80 Prozent der Neueingestellten nur Zeitverträge zu geben.

Den Angaben zufolge fehlen allein bei Städten und Gemeinden 142.000 Fachkräfte. So würden 120.000 Erzieher gesucht, 20.000 Lehrer, vor allem für Naturwissenschaften, und 10.000 Polizisten. Die Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes beklagten die Nichtbesetzung von 5000 Stellen bei Feuerwehren, 6000 in Jobcentern, 3000 in Jugendämtern, 2000 für Fachärzte in Gesundheitsämtern und 1500 für Lebensmittelchemiker.

Die Gewerkschaften sehen Ursachen im Personalabbau vergangener Jahre und der nach ihrer Ansicht „nicht attraktiven Bezahlung“ des Staatsdienstes. Dauderstädt sagte: „Wenn ein privater Arbeitgeber merkt, dass er den begehrten Ingenieur, Arzt oder IT-Fachmann nicht bekommt, legt er noch einen Tausender drauf. Das können Kommunen, Sozialversicherung oder das Finanzamt nicht.“

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr J.-Fr. Pella

17.11.2014, 10:15 Uhr

Einfach lachhaft. Dazu eine deutsche Weisheit:
Lerne klagen, ohne zu leiden!

Account gelöscht!

17.11.2014, 11:18 Uhr

Alles Folgeescheinungen der aus dem Ruder gelaufenen Bürokratie; hat auch Parkinson schon vor zig Jahren vorausgesagt. Wenn viele einfache Sachverhalte zu stark verkompliziert werden, darf man sich nicht wundern, daß Ressourcen, auch Personal, nirgends ausreichen. Viele haben schon länger über Bürokratieabbau schwadroniert, jedoch ist das Gegenteil eingetreten. Das Personal, das "eingespart" werden könnte, könnte für die angeblich fehlenden Mitarbeiter umgesetzt werden.
Das Hauptproblem ist immer wieder, daß in EU, Bund, Ländern und Gemeinden zu viele Häuptlinge und damit zu wenig Indianer vorhanden sind.
Mit Sicherheit sind die Falschen mit Organisation und Unternehmensführung betraut, in erster Linie Politiker.

Herr Niccolo Machiavelli

17.11.2014, 13:08 Uhr

Allwin die Wortwahl "Stellen ungesetzt" zeugt schon von bürokratischem denken.

es mag sein, dass in einzelnen Bereichen des öffentlichen Dienstes Personal aufgestockt werden muss, um die Aufgaben wirksam erledigen zu können.

Doch es gilt, die überkommenen Vorstellungen und Praktiken zu hinterfragen:
müssen die Aufgaben unbedingt wie bisher wahrgenommen werden?
Gibt es Alternativen, die günstiger sind?
In welchen Bereichen kann überflüssiges Personal eingespart werden?

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