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11.11.2014

14:54 Uhr

Beatrix von Storch

Facebook sperrt Profil von AfD-Abgeordneter

VonDietmar Neuerer

Die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch ist auch bei Facebook aktiv – mit einer Fanseite und einem Profil. Ihr privater Account wurde nun gesperrt. Von Storch reagierte verschnupft und kündigte Gegenmaßnahmen an.

Beatrix von Storch: „Von einer wichtigen Informationsquelle abgeschnitten“

Beatrix von Storch: „Von einer wichtigen Informationsquelle abgeschnitten“

BerlinFacebook hat das private Profil der prominenten Europaabgeordneten der Alternative für Deutschland (AfD), Beatrix von Storch, gesperrt. Das teilte die Politikerin auf ihrer Facebook-Fanpage mit. Als Grund gab Facebook Missbrauch an, „weil ich offensichtlich ein „Unternehmen, eine Organisation oder eine Person des öffentlichen Lebens“ bin, die kein Profil, sondern nur eine Seite unterhalten darf“, schreibt von Storch. „Das ist außerordentlich bedauerlich, weil ich so von einer wichtigen Informationsquelle abgeschnitten bin.“

Von Storch reagierte bereits auf die Sperre, indem sie sich einen neuen privaten Account angelegt hat. „Nur den Spiegel lesen, verdummt“, erklärte sie dazu. „Darf ich diejenigen unter Ihnen, die für mich relevante Nachrichten posten, bitten, mir eine Freundschafsanfrage zu senden. Ich habe mir ein neues Profil zugelegt. Unter meinem Namen. Danke!“

Netzwerk der AfD-Hardlinerin von Beatrix von Storch

„Freie Welt“ und „Abgordneten-Check.de“

Beatrix von Storch und ihr Mann Sven von Storch steuern die vielfach als rechts eingestufte Internet- und Blogzeitung FreieWelt.net und das Internetportal www.Abgordneten-Check.de, über die laut Lobbypedia für marktradikal-rechtspopulistische Positionen und eine christlich-konservative Familienpolitik geworben wird. Daher wird die Strömung auch als deutsche Tea-Party bezeichnet.

Quellen: Konrad-Adenauer-Stiftung; FH Düsseldorf; Lobbypedia; Handelsblatt-Recherchen

„Allianz für den Rechtsstaat“

Gründung 1966. Verantwortlich laut der Webseite: Beatrix von Storch. Initiierte die Kampagne der Studenten, die die Rückgabe der in der DDR beschlagnahmten Adelsgüter fordern sowie Aufklärung über den Verfassungsbruch der Regierung Kohl-Schäuble.

„Zivile Koalition“

2004 gegründet. Im Vorstand sitzen Beatrix von Storch und ihr Mann Sven von Storch. Kritiker verweisen auf die „marktfundamentalistischen und erzkonservativen“ Positionen der „Zivilen Koalition“ und sprechen von einer „deutschen Tea-Party-Bewegung“.

„Institut für Strategische Studien“

Öffentlich bemerkbar macht sich die „Zivile Koalition“ vor allem als Netzwerk verschiedener Initiativen, die sie von ihrem Sitz in Berlin aus betreibt; Berichten zufolge mit insgesamt 14 Angestellten. Bedeutsam sind hierbei das Institut für Strategische Studien Berlin (ISSB), welches von Beatrix' Ehemann Sven von Storch geleitet wird, sowie „Die Freie Welt“.

„BürgerKonvent“

Gründung 2003. Vorstand: Beatrix von Storch, Vera Lengsfeld, Klaus Peter Krause. Setzt sich als „Apo von rechts“ ein für die Rückführung des Staates auf Kernkompetenzen und den Abbau von Sozialleistungen zugunsten privater Vorsorge. Auf Politiker soll Druck in diese Richtung ausgeübt werden. Eingekaufte und professionelle Kampagnenpolitik, der so „von oben“ zum Protest aufruft. Die Strukturen sind intransparent und nicht demokratisch.

„Bürgerrecht Direkte Demokratie“

Verantwortlich laut der Webseite: Sven von Storch. Sprecherin: Vera Lengsfeld. Die Initiative „Bürgerrecht Direkte Demokratie“ ist eine Gemeinschaftsaktion von Lengsfeld und der der „Zivilen Koalition“ und startete im Januar 2013. Nach eigenen Angaben setzt sich die Initiative für die unmittelbare Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen ein.

„Familienschutz.de“

Die Initiative Familienschutz ist nach eigenen Angaben Teil einer organisierten bürgerlichen Basisbewegung der „Zivilen Koalition“. Eine zentrale Forderung an die Familienpolitik ist, dass die Ehe zwischen Mann und Frau Vorrang vor anderen Lebensgemeinschaften haben soll. Die Sprecherin der Initiative, Hedwig Freifrau von Beverfoerde, Initiatorin der Aktion „Staatliche Sexualisierung der Kindheit – Schützt uns davor!“, bemängelte einst in der „Freien Welt“, dass im Sexualkundeunterricht für sexuelle Selbstbestimmung geworben wird und nicht für sexuelle Enthaltsamkeit.

Ein Profil umfasst Daten, die mit der Person verknüpft sind. Das reicht von Vor- und Nachname bis zu Geburtsdatum und Interessen. Über die „Privatsphäre-Einstellungen“ können die User die Seite individuell steuern. Facebook erlaubt nur ein Privatprofil. Über sogenannte „Freundschaftsanfragen“ können die User ein Kontakte-Netzwerk aufbauen. Allerdings gibt es hier eine Obergrenze: Mehr als 5000 Freunde lässt Facebook nicht zu.

Ein großer Vorteil privater Profile liegt in der Möglichkeit, direkt mit „Freunden“ kommunizieren zu können. Das kann öffentlich oder versteckt geschehen. Über die Nachrichtenfunktion lassen sich auch individuelle Nachrichten verschicken.  Wer sein Profil übermäßig für Marketingaktionen nutzt, läuft Gefahr von Facebook gesperrt zu werden.

Kommentare (22)

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G. Nampf

11.11.2014, 15:05 Uhr

Wahrscheinlich hat FB nur seine Geschäftsbedingungen angewandt und Frau von Storch diese übermäßig strapaziert.

Außerdem: Niemand braucht FB.

Herr Helmut Paulsen

11.11.2014, 15:15 Uhr

Martin Schultz (EU-ESP) hatte ja sein "FB-Profil EU-Parla-Präsident" einfach in "EU-Komm-Präsident Kandidat" umbenannt und alle "LIKES" mitgenommen. Das war noch ok für FS, nix dagegen, weil gehört ja zu den Block-Parteien der Welt-Elite.

Aber bei AfD wird alles zusammengekratzt, was man dagegen vorbringen kann von Seiten "Gekauf Journalisten" und Welt-Elite zusammen mit ihren Überwachungs-Aktien.

Auch wird die AfD mit Pseudo-Hooligan besetzt um künstliche Randale zu machen. Jede Protestbewegung der Bürger wird mit Krawallmachern zerstört damit die Presse "Bilder und Beweise" hat. Immer die gleichen schwarz-vermummten Typen. Nazi, NSU, Hooligens, HH-Schanzenviertel Schwarzer Block. Immer die selben Bezahlt-Krawaller an der Spitze von Demos der Bürger.

Deutschland Bananen-Republik lässt grüssen.

Herr Helmut Paulsen

11.11.2014, 15:18 Uhr

Bei Russia-Today-TV habe ich öfter schon gute Interviews von Frau von Storch (EU-Abgeordnete EU-Parlament) gesehen. Super fliessend in englisch und auf inhaltlich gut formuliert. Weiter so !

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