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23.01.2014

18:35 Uhr

„Bedarf vorerst gedeckt“

Wagenknecht erwägt Lanz-Boykott

VonDietmar Neuerer

Markus Lanz steht wegen eines Interviews mit Sahra Wagenknecht unter Beschuss. Im Netz formiert sich massiver Widerstand gegen den ZDF-Moderator. Wagenknecht selbst ergreift nun auch ungewöhnlich deutlich das Wort.

Die stellvertretenden Vorsitzende der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht: Vorerst kein Lanz-Talk mehr. dpa

Die stellvertretenden Vorsitzende der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht: Vorerst kein Lanz-Talk mehr.

BerlinEin Interview von ZDF-Moderator Markus Lanz mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht sorgt für großen Wirbel. Die Art und Weise, mit der Lanz gemeinsam mit "Stern"-Redakteur Hans-Ulrich Jörges am vergangenen Donnerstag das Gespräch führte, löst im Netzt einen Proteststurm aus. Eine Online-Petition mit inzwischen mehreren Zehntausend Unterschriften macht sich für die Absetzung von Lanz stark. Und auch Wagenknecht denkt über Konsequenzen nach.

Was war geschehen? Lanz nahm Wagenknecht immer wieder in die Mangel und ließ sie nach Ansicht vieler Zuschauer nicht recht zu Wort kommen. „Der im explizitem Falle miserable Stil im Umgang mit Sahra Wagenknecht spiegelt in drastischem Maße wider, dass politische Neutralität für Lanz ein Fremdwort ist“, heißt es in der Petition. Wagenknecht erwägt, künftig Auftritte bei Lanz zu unterlassen. „Vorerst ist mein Bedarf gedeckt“, sagte die Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag der „Bild“-Zeitung.

Stationen im Leben von Markus Lanz

Die Geburt

Im Jahr 1969 wird Lanz im Südtiroler Bruneck in Italien geboren.

Die Ausbildung

Mit 22 Jahren beginnt der Südtiroler eine zweijährige Lehre als Kommunikationswirt.

Nächster Halt: RTL

Nach seiner Ausbildung und einem Volontariat bei Radio Hamburg fängt Markus Lanz 1995 bei RTL in Hamburg als Nachrichtensprecher eines Regionalmagazins an.

Aufstieg bei RTL

1997 startet Lanz als Moderator der Sendung „Guten Abend RTL“. Als Schwangerschaftsvertretung von Barbara Eligmann übernimmt er ein Jahr später die Moderation von „Explosiv“. Fünf Jahre später ist er Redaktionsleiter.

Kurzes Zwischenspiel bei „Outback“

Im Jahr 2002 präsentiert der Südtiroler elfmal die Reality-TV-Serie „Outback“.

Der Wechsel zum ZDF

Der Moderator wechselt 2008 zum ZDF und präsentiert seitdem die Talkshow „Markus Lanz“ an drei Abenden in der Woche. Außerdem startet er mit der Kochshow „Lanz kocht“. 2012 wird er Nachfolger von Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass..?“

Privates Glück

Nachdem 2006 seine Beziehung zu Birgit Schrowange, mit der er den zwölfjährigen Sohn Laurin hat, auseinandergeht, heiratet Markus Lanz Mitte 2011 die Betriebswirtin Angela Gessmann. Die Trauung findet in seinem Südtiroler Heimatdorf gut abgeschirmt von Fans und Presse statt. (Quelle: dpa)

Wagenknecht beschreibt in dem Interview den besagten Abend bei Lanz als ziemlich anstrengend.  „Herr Lanz hat Fragen gestellt, wollte aber in der Regel die Antwort gar nicht hören, Herr Jörges hat mich teilweise unsachlich beschimpft“, schilderte sie ihre Eindrücke. „Das ist sicher keine Sternstunde der Streitkultur gewesen.“

Es habe sie geärgert, dass Lanz sie dauernd unterbrochen habe. „Offenbar hat gestört, was ich gesagt habe, weil es das Klischee nicht bedient hat, das von mir gezeichnet werden sollte.“ Aber die Reaktionen der Zuschauer hätten zum Glück gezeigt, dass sehr viele dieses Spiel durchschaut haben. Das räumt selbst das ZDF  ein.

Kommentare (44)

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ulrichhauck

23.01.2014, 17:06 Uhr

Herr Lanz unterbricht meistens und ständig seine Gesprächspartner !!
Er " lauert " nur darauf diese vorzuführen.
Mieser Stil !!!!

Vollstrecker

23.01.2014, 17:11 Uhr

Zitat : „Jetzt aufzuhören, wäre uncool. Schon um ein paar Leute aus der Meute zu ärgern, muss ich weitermachen.“

Arroganter, dilettantischer Pinkel !

Ab in die Berge mit dem Ar*** !

Account gelöscht!

23.01.2014, 17:28 Uhr


Ob Linke oder AfD, Kritik am Eurofinanzsystem und MRD- Bankenrettung gilt es platt zu reden.

Keiner will mit seinem Fehlerwerk konfrontiert und vorgeführt werden. Schon gar nicht eine "gekaufte Politik" . Dazu braucht man Presseknechte, Befehlsempfänger, Schleimer, und Bezahljournalisten.

Seltsame Demokratieformen nicht nur im Öffentl. Rechtl. TV. Da höhlen böse Geister unsere "gute Demokratie" aus.

Roubini spricht von 1914, ich seh eher 1933.

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