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12.10.2017

19:46 Uhr

Bedenken wegen Einflussnahme

Länder wollen Türkischunterricht in Deutschland kritisch begleiten

Türkisch und Heimatkunde – von der Türkei für zehntausende Schüler in Deutschland organisiert. Ist das noch zeitgemäß, während in der Türkei Regimegegner verfolgt und Menschen aus politischen Gründen inhaftiert werden?

Wie und unter welchen Bedingungen Kinder in Deutschland Türkisch lernen, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. dapd

Türkischunterricht in Deutschland

Wie und unter welchen Bedingungen Kinder in Deutschland Türkisch lernen, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland.

BerlinAngesichts der Spannungen zwischen Berlin und Ankara sehen die Bundesländer den von der Türkei organisierten Türkischunterricht in Deutschland zunehmend kritisch. Die meisten Länder, in denen es solchen Unterricht gibt, wollen aber vorerst daran festhalten. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur anlässlich einer Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag in Berlin.

KMK-Präsidentin Susanne Eisenmann (CDU) sprach von intensiven Beratungen. „Die Länder werden dieses Thema weiterhin sehr kritisch begleiten.“ Neue Beratungen über gemeinsame Schritte mit dem Bund seien möglich, sagte die Kultusministerin Baden-Württembergs.

Die Kurdische Gemeinde hatte den Verdacht geäußert, dass es türkische Spione unter den Konsulatslehrern gebe. „Der dort vermittelte Nationalismus lässt sich mit unserem Grundgesetz nicht vereinbaren“, sagte Generalsekretär Cahit Basar der „Heilbronner Stimme“.

Beim türkischen Konsulatsunterricht bekommen Kinder, deren Eltern aus der Türkei stammen, in Deutschland Türkisch und Heimatkunde beigebracht. Die Lehrer werden vom türkischen Staat ausgewählt und bezahlt. Doch mit der Kritik daran sind mehrere Länder zurückhaltend.

Nicht berechtigt seien Bedenken, dass dabei von langer Hand eine unangemessene Staatsdoktrin oder Ideologie etwa im Sinn von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan vermittelt würde, sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) der dpa. „Bei der Beschäftigung mit dem Konsulatsunterricht wurde uns deutlich, dass es den ernstzunehmenden Wunsch gibt, etwas vom Heimatland zu erfahren.“

Allerdings sei dieser nach dem normalen Schulbetrieb erteilte Unterricht pädagogisch altmodisch, zudem würden unter anderem ungefiltert Atatürk-Traditionen weitergegeben, sagte Rabe. Bayerns Minister Ludwig Spaenle (CSU) mahnte, Konsulatsunterricht dürfe nicht zu nationalen oder politischen Zwecken missbraucht werden.

Haftbedingungen in der Türkei

Polizeigewahrsam

Vor einem Gerichtsprozess kann ein Verdächtiger im derzeit geltenden Ausnahmezustand in der Türkei maximal 14 Tage im Polizeigewahrsam festgehalten werden. Dann muss er freigelassen oder in Untersuchungshaft genommen werden. Die Untersuchungshaft verhängt ein Haftrichter auf Antrag eines Staatsanwalts.

Untersuchungshaft

Im Jahr 2014 wurde die Dauer der U-Haft in der Türkei bei einer Reform auf maximal fünf Jahre begrenzt. Davor konnten Untersuchungshäftlinge zehn Jahre festgehalten werden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte nach der Reform, dass auch fünf Jahre „akzeptable Menschenrechtsnormen überschreiten“. Zum Vergleich: In Deutschland dauert die U-Haft grundsätzlich nicht mehr als sechs Monate.

Freilassung

Die Gefängnisse in der Türkei sind derzeit übervoll. Nach dem Putschversuch vom Juli 2016 wurden Zehntausende Menschen unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft genommen. Gegen die Verhängung von Untersuchungshaft kann Einspruch erhoben werden. Im Falle des Chefredakteurs der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar, und seines Ankara-Büroleiters Erdem Gül verfügte das Verfassungsgericht deren Freilassung aus der Untersuchungshaft.

Die Bremer Bildungsverwaltung verwies auf mögliche Interventionen, wenn die türkische Regierung problematische Inhalte in den Unterricht einbringe. Derzeit würden Lehrpläne intensiv überprüft. „Wir halten zunächst an unserem Konzept fest“, hieß es weiter.

Durch ein eigenes Angebot ersetzt werden soll der von Konsulaten angebotene Unterricht im Saarland. „Wir wollen den Umstand beheben, dass derzeit von Seiten des Saarlandes keine Dienst-, Fach- oder Rechtsaufsicht über den muttersprachlichen Ergänzungsunterricht besteht“, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Geplant sei eine Neufassung der entsprechenden Verordnung.

Auch Hamburgs Senator Rabe favorisiert Angebote wie etwa Türkischunterricht im staatlichen Schulbetrieb. Dies könnten etwa Wahlpflichtkurse oder Angebote einer zweiten oder dritten Fremdsprache sein. Auch Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) setzt auf mehr Angebote für Migrantenkinder an staatlichen Schulen. Der türkische Konsulatsunterricht dürfe aber auch nicht unter Generalverdacht gestellt werden, sagte ein Sprecher. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sieht „Veranlassung, über die Inhalte des Lehrplans für türkischen Konsulatsunterricht zu sprechen“, wie sie der dpa sagte.

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Konsulatsunterricht gibt es nicht nur für türkischstämmige Kinder. Bei der Einrichtung der Angebote vor vier Jahrzehnten war das Motiv, dass Kinder von Gastarbeitern vorbereitet werden sollten, in die Heimat der Eltern zurückzukehren. Laut KMK-Sekretariat gibt es ihn in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. In den neuen Ländern und Rheinland-Pfalz wird er nicht angeboten. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen besteht die Möglichkeit, er findet jedoch wegen Angeboten an staatlichen Schulen kaum statt.

Rabe teilte mit, Schulräte hätten den Konsulatsunterricht in der Hansestadt inspiziert. Die Besuche seien nur möglich geworden, weil der Senat den Unterricht mit rund 50 000 Euro pro Jahr unterstütze.

Pro Schüler kosten zwei zusätzliche Wochenstunden Türkisch an staatlichen Schulen laut der Hamburger Bildungsbehörde rund 800 Euro im Jahr. „Es ist jedoch wichtig, die Vielfalt der Schülerschaft auch im Unterricht abzubilden“, sagte ein Sprecher.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Günther Heck

13.10.2017, 09:40 Uhr

Wie es im Land heute wieder zugeht und was alles passiert, ist täglich nur in den regionalen Tagesanzeigern zu lesen. Heute sprengt es die Vorstellungskraft vieler -vor allem junger Frauen- Menschen.

Heute schildert eine Journalistin wie es in deutschen Klassenzimmern mit Syrern, Afghanen, Ghanesen u.a. zugeht.

Ferner wird über die brutale Vergewaltigung einer jungen Frau in einem Zelt durch einen Ghanesenberichtet und wie der Peiniger sich in deutschen Gerichtssälen verhält und was sich die deutsche Justiz alles gefallen lassen muss.

Und unsere Politiker interessieren scheinbar solche Einzelfälle nicht. Nur zu dumm, dass diese Einzelfälle mehrmals täglich in ganz Deutschalnd stattfinden. Sie sind nicht nur pervers und brutal, sondern auch tödlich.

Der Fall Amri ist dagegen Peanuts in der Summe aller. Was verdeckt werden soll, schreibt man unter POLITIKVERSAGEN nieder.

Mit einem Link zu den regionalen Tagesanzeigern sieht man was und wie es im Land regional tatsächlich zugeht.

Jeder darf sich seine eigene Meinung bilden und sollte sich nicht nur auf die Beiträge der bekannten Printmedien begrenzen.

Herr Günther Schemutat

13.10.2017, 11:42 Uhr

Das Deutsche ehemalige Schulsystem hat Gebetsräume oder auf dem Flur . Lehrer werden abgemahnt wenn sie vor Muslimischen Kindern am Ramadan essen und Trinken und Türkisch ist wichtig für die Zukunft bei uns. Ein Türke bleibt ein Türke auch in der 3 oder 100 Generation. Das ist Fakt.

Das Demaiziere heute einen Muslimischen Feiertag fordert, zeigt schon dass er über Jahre sich verstellt hat. In 10 Jahren haben wir selber einen Erdogan als Kanzler , der dann beide Türkische Teile verbinden kann.

HUHU bakta !

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