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16.09.2013

14:11 Uhr

Bei Merkel-Besuch

Piraten setzten Minidrohnen ein

Die Piratenpartei hat eine Kamera-Drohne über Angela Merkels Kopf schweben lassen. Die Drohne sollte eine ständige Beobachtung symbolisieren. Jedoch stürzte sie wenige Meter neben der Kanzlerin ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l.) beobachtet mit Bundesverteidigungminister Thomas de Maizière (r.) die Drohne während einer CDU-Wahlkampfveranstaltung. Jetzt wurde bekannt: Hinter dem Einsatz steckt die Piratenpartei. In der Bildmitte sind CDU-Kandidat Arnold Vaatz und Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz zu sehen. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l.) beobachtet mit Bundesverteidigungminister Thomas de Maizière (r.) die Drohne während einer CDU-Wahlkampfveranstaltung. Jetzt wurde bekannt: Hinter dem Einsatz steckt die Piratenpartei. In der Bildmitte sind CDU-Kandidat Arnold Vaatz und Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz zu sehen.

Berlin/DresdenDie Piratenpartei steckt hinter der Minidrohne, die bei einer CDU-Wahlkampfveranstaltung am Sonntag in Dresden über Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schwebte. Sie stürzte nur wenige Meter von ihr entfernt ab. „Ziel des Einsatzes war, der Kanzlerin und Verteidigungsminister (Thomas) de Maizière ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie es ist, plötzlich selbst von einer Drohne beobachtet zu werden“, teilte der stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei Deutschland, Markus Barenhoff, am Montag in Berlin mit. Die CDU in Sachsen zeigte sich von der Aktion empört. Rechtliche Schritte würden aber nicht eingeleitet.

Der Generalsekretär der sächsischen CDU, Michael Kretschmer, bezeichnete die Piratenpartei als Klamauktruppe. „Die Piraten liefern ständig den Beweis dafür, dass sie nicht an ernsthafter Politik interessiert, sondern eine Klamauktruppe sind“, erklärte er am Montag. „Sie haben sich ins politische Abseits manövriert.“

Regierungssprecher Steffen Seibert wollte den Vorfall nicht bewerten. „Das war ein Vorkommnis bei einer Wahlkampfveranstaltung. Insofern betrifft das nicht Regierungshandeln“, sagte er in Berlin. „Dass so etwas aufgeklärt werden muss, versteht sich von selbst.“ Merkel vertraue darauf, „dass für ihre Sicherheit das Notwendige getan ist“.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, das Bundeskriminalamt (BKA) habe den Vorfall zur Kenntnis genommen und werde seine Schlüsse ziehen. Das BKA ist für den Schutz der Kanzlerin zuständig, wollte sich selbst auf Anfrage aber nicht näher äußern.

Gesteuert hatte die Drohne ein 23-jähriger Dresdner. Das Piratenpartei-Mitglied, das namentlich nicht genannt werden wollte, sagte: „Nachdem ich von der Polizei dazu gezwungen wurde, leitete ich eine Sicherheitslandung im Bereich vor der Bühne ein, um niemanden zu gefährden, woraus das etwas unsanfte Aufsetzen der Drohne resultierte.“

Der 23-Jährige war am Sonntag zunächst festgenommen worden, aber rasch wieder auf freien Fuß gekommen. Sicherheitsexperten hatten die Drohne untersucht und als völlig ungefährlich bezeichnet.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Rumpelstilzchen

16.09.2013, 14:46 Uhr

Der Vorfall zeigt vor allem eines. Politiker sind mit Mini-Drohnen angreifbar. Irgendeine Abwehr durch Sicherheitskräfte hat es nicht gegeben!

Account gelöscht!

16.09.2013, 15:31 Uhr

"Politiker sind mit Mini-Drohnen angreifbar. Irgendeine Abwehr durch Sicherheitskräfte hat es nicht gegeben!"
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Wenn das Foto die realen Größenverhältnisse widerspiegelt, dann war die Drohne gar nicht so mini. Mit 10...20 Gramm Plastisprengstoff drin kann man damit schon ganz gehörigen Schaden anrichten. Diese Dinger gehören im Umkreis von Veranstaltungen oder Sicherheitsbereichen verboten, und wer Drohnenfliegen als Hobby betreiben möchte, gehört auf einen Modellflugplatz, ein Angebot, das es überall gibt (Vereine fragen!).
Die Aktion der Piraten war jedenfalls nicht cool, sondern unfaßbar blöd (so eine unreife Partei braucht kein Mensch, der seinen Verstand beisammen hat). Das Ding hätte auch rein mechanisch bei einem Absturz (Versagen der Fernsteuerung z.B.) Menschen verletzen können. Also wirklich, dümmer geht's nimmer!

Account gelöscht!

16.09.2013, 15:50 Uhr

@Rumpelstilzchen

Das ist wirklich ungemein peinlich. Man stelle sich vor, es wären Terroristen gewesen, mit einer kleinen Sprengladung in der Drohne. Ich hätte nicht gedacht, daß es möglich ist, mit einem ferngesteuerten Modellflugzeug (neudeutsch: Drohne) sämtliche Sicherheitsvorkehrungen auszuhebeln.

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