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04.04.2006

17:07 Uhr

Bei Nicht-Bestehen ein Jahr lang Sprachunterricht

Bayern macht Deutschtest zur Pflicht

Bayern führt als erstes Bundesland Sprachtests für Einwandererkinder ein. In Zukunft dürfen dort ausländische Kinder nur noch dann in die erste Klasse der Grundschule eingeschult werden, wenn sie vorher einen Deutschtest bestanden haben.

In Bayern soll ein Sprachtest in Zukunft Voraussetzung für die Aufnahme in die Grundschule sein. Foto: dpa

In Bayern soll ein Sprachtest in Zukunft Voraussetzung für die Aufnahme in die Grundschule sein. Foto: dpa

HB BERLIN/MÜNCHEN. Das Landeskabinett beschloss am Dienstag in München, dass Kinder ausländischer Nationalität ein Jahr vor der Einschulung einen Sprachtest ablegen müssen. Bestehen sie diesen nicht, müssen sie im letzten Kindergartenjahr insgesamt 160 Stunden Unterricht in deutscher Sprache erhalten. Kinder, die nach diesem Kurs immer noch nicht ausreichend deutsch können, werden nach dem Kabinettsbeschluss nicht mehr in die Regel-Grundschule eingeschult, sondern in eine Förderschule. „Es dient in erster Linie den Kindern und den Familien selbst“, sagte Ministerpräsident Edmund Stoiber am Dienstag in München.

Stoiber sagte, der Schritt sei schon länger geplant und keine unmittelbare Reaktion auf Gewalttätigkeiten an Berliner Hauptschulen mit hohem Ausländeranteil. In der Debatte über Konsequenzen aus den Vorfällen in Berlin wurden in der Union Warnungen laut, ausschließlich auf Abschiebungen zu setzen.

Eltern, die ihre Kinder nicht zum Sprachtest oder zur Sprachförderung brächten, drohe ein Bußgeld, sagte Stoiber in München. Außerdem sollten in diesem Fall die Ausländerbehörden informiert werden. Auch solle es künftig möglich sein, gewalttätige Schüler sofort aus einer Schule auszuschließen. Damit solle die Integration von Ausländern verstärkt und erstmals auch mit konkreten Sanktionen eingefordert werden, sagte der CSU-Vorsitzende: „Nicht wir müssen uns an Sitten und Gebräuche von Gästen anpassen, sondern wer von auswärts kommt, muss sich auch unseren Usancen, unseren Sitten und Gepflogenheiten anpassen.“ Stoiber forderte zudem, auch auf Bundesebene müssten die Integrationsanforderungen an Ausländer verschärft werden. „Bei Verweigerung der Integration müssen Sanktionen möglich sein, von Sozialleistungskürzungen bis hin zur Ausweisung.“

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