Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.04.2016

12:09 Uhr

Benachteiligung

Jeder Dritte in Deutschland fühlt sich diskriminiert

Nicht nur Ausländer klagen über Benachteiligung. Mehr als 31 Prozent der Bundesbürger gaben in einer Umfrage an, diskriminiert worden zu sein – vor allem im Beruf. Welche Gründe von den Betroffenen genannt werden.

Ob Geschlecht, Alter oder anderes: Ein großer Teil der Deutschen fühlt sich diskriminiert. dpa

Diskriminierung ist kein Nischenthema

Ob Geschlecht, Alter oder anderes: Ein großer Teil der Deutschen fühlt sich diskriminiert.

BerlinFast jeder Dritte in Deutschland hat in den letzten zwei Jahren Diskriminierung erlebt - besonders häufig wegen des Alters oder des Geschlechts. Das geht aus einer wissenschaftlichen Erhebung hervor, die am Dienstag von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vorgestellt wurde. 31,4 Prozent gaben demnach an, benachteiligt worden zu sein. Verbreitet ist dies vor allem bei der Arbeit: Knapp die Hälfte der Befragten, die von Benachteiligung berichteten, hatten sie im Job erlebt.

„Diskriminierung ist alles andere als ein Nischenthema“, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, bei der Vorstellung der Ergebnisse. Benachteiligungen wegen des Alters gaben 14,8 Prozent an, wegen des Geschlechts 9,2 Prozent, aufgrund von Religion oder Weltanschauung 8,8 Prozent, ethnischer Herkunft 8,4 Prozent, Behinderung 7,9 Prozent und wegen der sexuellen Orientierung 2,4 Prozent.

Stellenstopp in North Carolina: Deutsche Bank setzt Zeichen gegen Diskriminierung

Stellenstopp in North Carolina

Premium Deutsche Bank setzt Zeichen gegen Diskriminierung

Eigentlich wollte die Deutsche Bank im US-Bundesstaat North Carolina rund 250 Arbeitsplätze schaffen. Doch nun wird der geplante Ausbau gestoppt. Grund ist ein neues Gesetz. Das Unternehmen steht damit nicht allein.

Diskriminierungen im Arbeitsleben erfolgen demnach vergleichsweise häufig aufgrund des Lebensalters sowie des Geschlechts. Wegen ihrer sexuellen Orientierung oder aus rassistischen Gründen werden Menschen hingegen überdurchschnittlich häufig in der Öffentlichkeit und im Freizeitbereich diskriminiert, etwa auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Sportvereinen.

Rund sechs von zehn Betroffenen (59,6 Prozent) haben auf die Diskriminierung reagiert, etwa indem sie versuchten, öffentlich darauf aufmerksam zu machen oder Beratungsangebote zu nutzen. „Die Menschen sind nicht gewillt, Diskriminierung einfach zu erdulden“, sagte Lüders. Sie brauchten aber mehr Unterstützung.

Deshalb müsse der gesetzliche Diskriminierungsschutz verbessert werden, etwa durch ein eigenes Klagerecht für Verbände sowie für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. „Es muss endlich möglich sein, Betroffene vor Gericht effektiv zu unterstützen - wie es in vielen anderen europäischen Ländern längst möglich ist.“

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×