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22.09.2011

16:10 Uhr

Benedikt XVI.

Papst-Besuch lässt Berliner kalt

Weder Proteste, noch Jubelstürme - der Besuch von Benedikt XVI. in der Hauptstadt bewegt die Berliner bislang wenig. Vom hohen Besuch aus Rom ist in Berlin vielerorts nichts zu spüren.

Die Berliner interessiert der Besuch des Pontifex nur wenig. dpa

Die Berliner interessiert der Besuch des Pontifex nur wenig.

BerlinAls in Berlin-Tegel die Papst-Maschine landet, zerrt in Mitte ein alter Mann seinen Hund durch die S-Bahn. Mit Zausel-Bart und im zu großen, gelben Mantel preist er eine Obdachlosenzeitung an. „Heute verkaufe ich gut“, sagt er. Ob sich an diesem Tag mehr Nächstenliebe zeigt? „Mal sehen, wie es ist, wenn der Himmels-Komiker weg ist.“ Respekt war nie die Stärke der Berliner, dafür Gelassenheit. Sie zeigt sich am Donnerstag überall in der Stadt, und mischt sich oft mit Gleichgültigkeit. Vom hohen Besuch aus Rom ist vielerorts nichts zu spüren.

Keinen Hinweis auf die Anwesenheit des Oberhauptes der Katholiken am Alexanderplatz, dem quirligen Zentrum im Osten. Selbst ein Polizei-Hubschrauber am Himmel fällt kaum auf. Die meisten Menschen hetzen zu den Bahnhöfen, sie schauen eher zur Uhr als zum Himmel.

Am Fernsehturm campieren Punks und Obdachlose. Der Souvenirladen am Fuß des Turms führt auch heute keine Papst-Artikel, nicht mal Postkarten. Lohnt sich nicht, wie die Verkäuferin sagt. „Das interessiert doch höchstens heute, sonst nicht.“

In der Hauptstadt ist nur jeder Zehnte katholisch, die meisten glauben gar nicht. Und so bietet sich vor der katholischen Kirche St. Bonifatius an der Yorckstraße in Kreuzberg am Morgen ein ungewohntes Bild: Pilgernde Mönche eilen über die mehrspurige Straße. Vor der Kirche stehen drei alte Damen, die sich über den Papst-Besuch freuen. Heute sehen sie sich als Katholikinnen einmal nicht als Minderheit im multikulturellen Berlin. „Wir fühlen uns wie 50 Prozent“, sagt eine.

Kommentare (1)

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22.09.2011, 16:56 Uhr

Genau! Berlins Straßen sind leergefegt, die Polizei lümmelt sich an Hausecken rum, das Parlament ist bis auf die informelle Mutter Erika leer und dann wird sie vom Papst selig gesprochen.
Dann geht die Fahrt nach Leipzig wo der heilige Papa an der Karl-Marx-Universität den Ehrendoktor in Physik für die Überwindung der Gravitation verliehen bekommt und schon schwebt er völlig vergeistigt davon. IM Erika ist gerührt und muß sich selbst schüttel.

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