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24.09.2011

10:48 Uhr

Benedikt XVI.

Papst trifft sich mit Missbrauchsopfern

Papst Benedikt XVI. hat sich am Freitagabend mit einer Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester und kirchliche Mitarbeiter getroffen. Das Treffen gehörte nicht zum offiziellen Besuchsprogramm des Papstes.

Papst Benedikt XVI. während der Messe. dpa

Papst Benedikt XVI. während der Messe.

ErfurtPapst Benedikt XVI. hat sich am Freitagabend in Erfurt mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester und kirchliche Mitarbeiter getroffen. Das teilten der Vatikan und die Deutsche Bischofskonferenz mit. Das Treffen habe im Priesterseminar stattgefunden. Anschließend habe der Papst Menschen getroffen, die sich um Missbrauchsopfer kümmern und ihnen helfen.

„Bewegt und erschüttert von der Not der Missbrauchsopfer hat der Heilige Vater sein tiefes Mitgefühl und Bedauern bekundet für alles, was ihnen und ihren Familien angetan wurde“, hieß es der Erklärung. „Er hat den Anwesenden versichert, dass den Verantwortlichen in der Kirche an der Aufarbeitung aller Missbrauchsdelikte gelegen ist und sie darum bemüht sind, wirksame Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu fördern.“

Das Treffen gehörte nicht zum offiziellen Besuchsprogramm des Papstes in Deutschland. Es war aber als symbolische Geste erwartet worden. Im Anschluss an dieses Gespräch begrüßte der Papst einige Menschen, die sich um die Opfer sexuellen Missbrauchs kümmern.

Das Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt bezeichnete das Treffen als „scheinheilig“. Die Begegnung sei ein Rückschritt und diene dem Verschweigen, Vertuschen und Verleugnen, sagte der Vorsitzende
der Opfervereinigung, Norbert Denef, der Nachrichtenagentur dpa: „Das bringt überhaupt nichts. Das ist eine Strategie, um der Gesellschaft zu signalisieren, wir tun etwas.“ Stattdessen solle die Kirche ihre Akten öffnen und der Politik empfehlen, die Verjährungsfristen bei Missbrauch aufzuheben, forderte Denef.

Kommentare (8)

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Alternorix

23.09.2011, 22:48 Uhr

Als Kardinal war Joseph Ratzinger schon immer ein Hardliner,warum sollte er sein Denken, Reden, Handeln als Papa-Ratzinger bezüglich Ökumene jetzt geändert haben.Alle Evangelisten unserer Zeit (katholische und evangelische) sind enttäuscht und entsetzt über sein starres,dogmatisches Gehabe und seine Strafpredigt artigen Äußerungen,was so nicht mehr in unsere christlebendige Gegenwart paßt.Er hat offenbar nicht begriffen,daß die katholische Kirche als Organisation und Arbeitgeber mit einem hohen Potential verbrecherisch und skandalös handelnder Priester und Angestellter in letzter Zeit mehrfach aus dem Paradies rausgeflogen ist.Diesmal hat nicht so sehr Gottvater die rote Karte gezeigt,sondern viele ehemalige katholische Christen.Er sagte auch,die stärkste ökumenische Kraft sei "der in einer säkularisierten Welt von innen gelebte Glaube,die uns zueinander führt,der Einheit in dem einen Herrn entgegen".Ist nur im letzten Satzteil korrekt,alles andere ist hohles Geschwätz,denn genau das tun er und seine eigensinnigen Dogmatiker eben nicht sondern blockieren auch weiterhin die Öffnung hin zur Erkenntnis und einen Wahrheit,daß wir Christen nämlich keine zwei Kirchen mehr brauchen sondern einen gemeinsamen Glauben pflegen und vertreten müssen,nach innen aber vermehrt noch nach außen hin.Der Kirchenmann Ratzinger hat eine Riesenchance vertan,indem er den mystischen Elementen von Schlange und Apfel nachgab und nicht dem Herzen bzw. dem guten Gewissen gefolgt ist–also der wahrhaftigen Ehrlichkeit.Daß er nun doch noch,dem Druck der Stunde folgend,einen Mißbrauchsopfertreff in seinen offiziellen Ablaufplan eingepflegt hat,ist für die klerikal eingeschränkte Sichtweise bezeichnend.Denn wir erleben aktuell den Sündenfall immer noch in Form des teils unmenschlichen Dogmatismus mit den in weiten Teilen nur vorgeschobenen Glaubenslinien säkularisierter Prediger,die alle ja ein Weihegelöbnis abgelegt haben–und lustig weiter sündigen.Wie soll da Ökumene und Vergebung möglich sein?

Account gelöscht!

24.09.2011, 05:42 Uhr

Jesus hätte diese Firma "Vater & Sohn Abzock AG" umgehend aufgelöst.

ein_Katholik

24.09.2011, 07:28 Uhr

Anscheinend sin d Sie Christ, anscheinend sind Sie enttäuscht von Ihrem Bild der katholioschen Kirche. Gut. Denn das Bild war falsch.
Das neue Bild ist übrigens auch falsch und manche Ihrer Sätze lasen christliche Art schmerzlich vermissen.
Hardliner - wenn man nicht nur ÜBER ihn sondern auch Bücher VON ihm gelesen hat und sich mit Philosophie und Theologie beschäftigt, kann man immer noch sagen: HArdliner - denn er bleibt bei seiner gefundenen Überzeugung, so lange er es für die Wahrheit hält. Und die MUSS ein Christ so aussprechen, wie er sie erkennt.
Natürlich kann man jemanden leicht als "Dogmatiker" bezeichnen, wenn sich jemand an Regeln hält, die er richtig findet.
Auch eine Priesertweihe, auch ein empfangene Sündenvergebung (Bußsakrament) macht uns nicht zu Göttern. Wir bleiben Menschen und so können wir auch immer wieder vom Weg abkommen, darin sind Menschen Spitze! Sie auch! Ich auch.

Lesen Sie mal etwas VON ihm, nicht nur über ihn.

Er hat übrigens damals die Inquisition zu einer sanften Insititution gemacht mit seiner Arbeit um das zweite Vatikanische Konzil herum.Trotzdem muß man als Wahrheit bekennen, was man für wahr hält. ER redet mit den anderen Gruppierungen.
Unsere Bundestagsabgeordneten tun das teilweise nicht. Religionsfreiheit - der Staat soll neutral sein? Die Kirchen, die Juden der Islam tun viel FÜR Deutschland, das Land muss den Dialog führen und sich nicht ver-pissen mit fadenscheinigen Ausreden. Mehr im nächsten Kommentar...

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