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08.03.2011

19:51 Uhr

Benzingipfel

Regierung will Biosprit durchdrücken

Die Bundesregierung will am umstrittenen Biosprit E10 festhalten. Rückendeckung kommt von EU-Kommissar Oettinger. Wichtige Fragen bleiben aber ungeklärt. Verbraucherschützer nennen den Benzingipfel in Berlin eine "dilettantische Veranstaltung".

„Es ist keine Lösung, in der Abhängigkeit von Öl zu verharren“, sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Quelle: dpa

„Es ist keine Lösung, in der Abhängigkeit von Öl zu verharren“, sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).

BerlinTrotz des Chaos bei der Einführung des E10-Benzins wollen Regierung und Wirtschaft gemeinsam den Biosprit an der Zapfsäule durchsetzen. Dazu sollten die verunsicherten Autofahrer direkt an den Tankstellen besser informiert werden, betonten Teilnehmer nach dem sogenannten „Benzin-Gipfel“ am Dienstag im Wirtschaftsministerium. „Alle Beteiligten befürworten die Einführung von E10“, sagte Umweltminister Norbert Röttgen, nachdem es im Vorfeld des Treffens auch Forderungen zum Stopp der Biosprit-Strategie des Bundes gegeben hatte. „Es ist keine Lösung, in der Abhängigkeit von Öl zu verharren.“ Der Verband der Automobilindustrie (VDA) betonte, es sei garantiert, dass die von den Autoproduzenten für E10 freigegebenen Fahrzeuge dieses auch vertrügen.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat die Verantwortlichen in Deutschland darin bekräftigt, am verschmähten Biosprit E10 festzuhalten. „Ich halte das Nachholen einer konsequenten transparenten Informationspolitik für möglich“, sagte das deutsche Mitglied des EU-Exekutivorgans am Dienstag in Straßburg.

„Das kann man retten.“ Kommunikationsfehler bei der Markteinführung sind nach Einschätzung Oettingers eine Hauptursache der derzeitigen Probleme. „Das fängt bei den Mineralölunternehmen an, geht über die Tankstellenpächter und Ketten über die Fahrzeugbauer bis hin zur Politik“, kritisierte der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs (CDU) die Informationspolitik. „Man kann nicht Klimaschutzpolitik ohne Verbraucher machen.“ Grundsätzlich genieße Klimaschutzpolitik eine hohe Akzeptanz, betonte der EU-Kommissar. Es wäre bedauerlich, wenn die verfehlte E10-Einführung in Deutschland als Beispiel gegen die europäische Klimaschutzpolitik herangezogen würde.

Grüne und Umweltverbände forderten erneut ein Aus für den Biosprit, da er der Umwelt nicht helfe und Lebensmittel verteuere. Der Energie-Experte des Verbraucherverbandes, Holger Krawinkel, nannte den Gipfel eine dilettantische Veranstaltung, der die Verunsicherung nicht beheben werde. „Die Infokampagne kann man sich schenken“, sagte er Reuters.

Kommentare (60)

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poolliter

08.03.2011, 16:07 Uhr

Und wenn wir das Zeug jetzt immer noch nicht tanken wollen, kommen dann Wasserwerfer und Polizisten mit Pfeffersprays an jede Tankstelle? Holt doch lieber gleich Herrn Heiner Geisler!

Geheimrat

08.03.2011, 16:25 Uhr

Und willst Du nicht mein Brüderle sein, dann hau ich dir
E10 in den Tank hinein.
Meine Pferde werden diesen Öko-Weizen nicht zu saufen kriegen.

radar

08.03.2011, 16:35 Uhr

Heiner Geissler muß an die Front, der dann mit Endlosgesülze
dem Büger E10 ins Gehirn und in den Tank zwingt.Bei S 21 ging´s doch, bei E10 wird´s auch gehen, wäre doch gelacht.

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