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05.04.2012

11:44 Uhr

Benzinpreise

Deutsche Autofahrer zahlen laut Studie zu viel

Die Benzinpreise sind pünktlich zu Ostern auf Rekordhoch. Die Politik diskutiert daher Preisfesseln für die Ölmultis. Neue Zahlen nähren den Verdacht, dass die Autofahrer über Gebühr abkassiert werden.

Spritpreise an deutschen Tankstellen Anfang dieser Woche. dpa

Spritpreise an deutschen Tankstellen Anfang dieser Woche.

BerlinAutofahrer in Deutschland müssen an der Tankstelle mehr bezahlen, als es einer Studie zufolge durch die hohen Ölpreise gerechtfertigt wäre. Das ist das Ergebnis einer aktualisierten Berechnung des Energie-Experten Steffen Bukold im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion.

Die Belastung sei allein im März rund 167 Millionen Euro zu hoch gewesen, errechnete Bukold. Zuvor waren es seit Ende November bis zu knapp 100 Millionen Euro pro Monat zu viel gewesen. Nach der Studie sind die zusätzlichen Gewinne beim Superbenzin nicht primär an den Tankstellen angefallen, sondern in den Raffinerien, die sich überwiegend in den Händen der fünf großen Mineralölkonzerne befinden.

Der Abstand zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen sei zuletzt kontinuierlich gewachsen, sagte Bukold der dpa. Von November bis März waren die Preise für Superbenzin um 11,3 Cent je Liter gestiegen. Davon ließen sich nur 6,6 Cent durch höhere Rohölpreise oder einen veränderten Euro-Dollar-Kurs erklären. Die restlichen 4,7 Cent seien das Ergebnis einer Margenausweitung der Mineralölkonzerne.

Zuletzt sei der Euro minimal stärker geworden, und die Ölpreise seien leicht gefallen. Trotzdem seien die Spritpreise um weitere 2 Cent gestiegen, wodurch die Bruttomarge bei Super auf 19,49 Cent je Liter gestiegen sei. Das sei ungewöhnlich steil, sagte Bukold. „Über den Kostenanstieg hinaus fand also eine Umverteilung zu Lasten der Tankstellenkunden statt.“ Derzeit kostet der Liter Super etwa 1,70 Euro in Deutschland.

Kommentare (27)

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05.04.2012, 05:12 Uhr

Das ist ja Ironie pur! Da beschwert sich doch tatsächlich eine Politikerin der Partei, die einst für einen Benzinpreis von 5 DM warb.

Im zweiten Satz fordert sie stattdessen ein Weg weg vom Öl. Putzig, denn die Alternativen sind derzeit noch teurer als konventionelle Antriebe mit Benzinmotor. Folglich müsste der Benzinpreis noch weiter steigen, damit sich eine Abkehr von Öl (im großen Rahmen) lohnt.

Doch diese Schlussfolgerung verschweigt Frau Höhn natürlich, denn die Grünen haben ja schon einmal eine Wahlschlappe aufgrund der Forderung nach höheren Benzinpreisen verloren.

Petra

05.04.2012, 08:47 Uhr

Deutsche Autofahrer bezahlen zuviel STEUERN!!!!!
Der Steueranteil ist höher als das, was die Ölmultis für das Öl verlangen! Ein Ölmulti sagte auf einer Öl-Konferenz zu einem Vertreter Deutschlands: "Ihr bekommt das Öl umsonst, wenn wir Eure Steuern darauf bekommen!"

Johannesbrunnen

05.04.2012, 08:55 Uhr

Die Bürger müssen selber initativ werden. Die Politik eiert seit Jahren rum, nicht passiert, selbst dann nicht,wenn die Ölkonzerne über 40% Gewinnzuwachs verzeichnen. Berufspendler, die täglich die gleiche oder fast die gleiche Strecke fahren, sollten sich zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen. Portale wie www.wir-pendeln-zusammen.com bieten kostenlos die Möglichkeit an, sich zu suchen und zu finden. Ein paar Klicks und schon ist man dabei. Minimaler Aufwand und maximaler Erfolg. Einfach mal versuchen und weitersagen. Auch über die sozialen Netzen sollte jeder helfen es zu verbreiten. Nur so können wir versuchen, die Preise zu senken, da die Nachfrage durch Fahrgemeinschaften nachhaltig gesenkt werden kann.

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