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19.01.2004

12:37 Uhr

Beobachtung der Deutschen Bundesbank

"Preisniveau von Euro-Einführung wenig berührt"

Nach Beobachtungen der Deutschen Bundesbank ist das gesamte Preisniveau des für die Konsumausgaben repräsenttativen Warenkorbs von der Euro-Einführung nur wenig berührt worden. In vielen Bereichen sei in Deutschland zwei Jahre nach der Umstellung auf den Euro eine weitgehende Normalisierung erkennbar, schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht Januar.

HB FRANKFURT. Zudem hätten sich die Anfang 2002 in einigen Fällen enstandenen Preisübertreibungen inzwischen teilweise zurückgebildet. Die Bundesbank verweist darauf, dass sich seit der Euro-Einführung der Anstieg der Verbraucherpreise in recht engen Grenzen bewegt habe. Im Durchschnitt der Jahre 2002 und 2003 sei die Teuerung nicht höher als 1-1/4% gewesen. Dies sei deutlich weniger gewesen als in der ersten Hälfte der 90er Jahre und auch etwas weniger als im Durchschnitt der Jahre 1995 bis 2001. Darüber hinaus gibt die Bundesbank auch die höhere Belastung durch indirekte Steuern zu bedenken, ohne die die Inflation noch geringer ausgefallen wäre.

In dem Aufsatz „Der Euro und die Preise: zwei Jahre später“ stellt die Bundesbank zudem die Frage nach den kürzerfristigen realwirtschaftlichen Folgen der Euro-Bargeldeinführung. Anhand von Umfragen der Europäischen Kommission kommt sie dabei zu der Schlussfolgerung, dass die Verbraucher in ihrem Ausgabenverhalten zwar vorsichtiger geworden sind, deswegen aber die deutsche Konsumschwäche überwiegend oder gar ausschließlich auf die Euro-Bargeldeinführung zurückzuführen, hält die Bundesbank für verfehlt. Schließlich seien einerseits die verfügbaren Einkommen seit längerem kaum noch gestiegen und auch die Arbeitsmarktlage habe sich verschlechtert.

Dennoch stellt die Bundesbank fest, dass die Konsumzurückhaltung zwei Bereiche besonders heftig getroffen hat, in denen es mit der Umstellung auf den Euro zu auffälligen Preiserhöhungen gekommen ist. So seien die Umsätze im Gaststättengewerbe im Verlauf des Jahres 2002 geradezu eingebrochen und hätten sich auch später nicht mehr erholt. Ebenfalls stärkere Umsatzverluste - wenngleich etwas verhaltener - wurden von den deutschen Kinos verzeichnet. Trotz dieser Negativbeispiele kommt die Bundesbank zu der Schlussfolgerung, dass sich die Wertschätzung der neuen Währung angesichts der anhaltend niedrigen Teuerungsraten zunehmend verbessern dürfte.

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