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28.02.2014

15:29 Uhr

BER-Debakel

Landesminister schließt Entlassung Mehdorns nicht aus

Der Hauptstadtflughafen bringt Chefmanager Mehdorn in Bedrängnis. In einem Krisengespräch soll er die Probleme erklären. In Brandenburg wird auch eine Ablösung Mehdorns nicht ausgeschlossen. Doch Wowereit hält zu ihm.

Berliner Flughafen

Mehdorns leeres Versprechen

Berliner Flughafen: Mehdorns leeres Versprechen

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BerlinIm Streit über den künftigen Hauptstadtflughafen gerät Flughafenchef Hartmut Mehdorn unter Druck. Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linkspartei) schließt personelle Konsequenzen nicht aus. Görke beklagte am Freitag im RBB-Inforadio, bereits seit einem Dreiviertel Jahr werde angekündigt, eine Planung zur Inbetriebnahme des Hauptterminals vorzulegen und vor allem auch eine Gesamtfinanzierung. „Das steht alles aus.“

Auf die Frage, ob Mehdorn bei weiteren Problemen möglicherweise eine Entlassung drohen könnte, sagte Görke: „Darüber werden wir dann in den Gremien zu reden haben.“ Der Minister forderte Mehdorn auf, rasch einen Zeit- und Kostenplan für den Flughafen vorzulegen. „Er muss liefern“, sagte Görke.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hält weiter zu Mehdorn. „Herr Mehdorn hat unser Vertrauen. Und er ackert mit allen Kräften, dass tatsächlich dieses Projekt zum Erfolg geführt wird“, sagte Wowereit.

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Um die aktuelle Lage zu besprechen, hatten sich zuvor Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba, und Mehdorn bei Wowereit im Roten Rathaus getroffen. Wowereit ist auch Vorsitzender des Flughafens-Aufsichtsrats. Streit gibt es vor allem, nachdem Mehdorn vor weiteren Verzögerungen bei einer Eröffnung des Flughafens wegen Problemen mit dem Schallschutz gewarnt hatte.

Erst am Donnerstagabend musste Mehdorn im Flughafen-Sonderausschuss des Brandenburger Landtags Kritik einstecken. Der Flughafenchef hatte neue Behörden-Auflagen für die Verschiebung der Nordbahn-Sanierung am neuen Hauptstadtflughafen für Verzögerungen verantwortlich gemacht.

Kommentare (16)

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28.02.2014, 11:03 Uhr

Mehdorn ist kein großer Verlust, es verwundert nur, warum die Wahl überhaupt auf ihn gefallen ist. Ob Heidelberger Druck, ob Bahn, mehr als Leute entlassen und zu Tode sparen (Bahn) kann er nicht, das kann auch der Lehrbub im 1. Lehrjahr.

Account gelöscht!

28.02.2014, 11:18 Uhr

na sowas, schmeisst der rüdi etwa nicht genug geld aus dem fenster?

Account gelöscht!

28.02.2014, 11:24 Uhr

Inzwischen sollte es dem letzten dummen Michel bekannt sein was für Hochstapler und Schaumschläger und Gierschlunde das Land regieren. Die Standartauffassung aus meinem ehemaligen Freundeskreis lautet: "Hauptsache mir geht's gut"-aber nicht mehr lange!

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