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25.01.2005

07:00 Uhr

Berater berichten von anhaltendem Strom

Amnestie lockt weiter reuige Steuersünder

VonAxel Schrinner

Die Steueramnestie könnte für Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) doch noch zum Kassenschlager werden. Steueranwälte und Berater berichten von einem fast ungebrochenen Interesse der Mandanten an Eichels „Brücke zur Steuerehrlichkeit“.

Eichel verspricht Brücke zur Steuerehrlichkeit. Foto: dpa

Eichel verspricht Brücke zur Steuerehrlichkeit. Foto: dpa

DÜSSELDORF. „Das läuft fast mit der gleichen Schlagzahl wie bisher weiter“, sagte der Kölner Steueranwalt Rolf Schwedhelm von der Kanzlei Streck Mack Schwedhelm dem Handelsblatt. „Wir gehen davon aus, dass der März noch mal so gut wird wie der Dezember.“

Die Steueramnestie begann im Januar 2004 und läuft noch bis Ende März dieses Jahres. Ziel ist es, reuigen Steuersündern den Weg zurück in die Legalität zu ermöglichen. Außerdem erhoffte Eichel sich zunächst Einnahmen von fünf Mrd. Euro, die im Laufe des letzten Jahres mehrfach nach unten revidiert wurden. Bis Silvester gingen 901,7 Mill. Euro bei den Finanzämtern ein – allein 38 Prozent davon im Dezember. Die letzte Steuerschätzung hatte 800 Mill. Euro 2004 und lediglich zehn Mill. Euro in diesem Jahr prognostiziert. Im Bundesfinanzministerium zeigte man sich überrascht von den Extraeinnahmen im Jahr 2005. „Ich habe bisher keine Informationen, die auf höhere Einnahmen als 50 Mill. Euro in diesem Jahr hindeuten“, sagte Eichels Steuerschätzer Ulrich van Essen.

Wer bis Ende März eine strafbefreiende Erklärung bei seinem Finanzamt abgibt, muss 35 Prozent Steuern auf die hinterzogenen Einnahmen zahlen. Dabei werden je nach Steuerart zusätzliche Abschläge gewährt. So müssen bei der Einkommen- oder Körperschaftsteuer nur 60 Prozent, bei der Gewerbesteuer nur zehn Prozent, bei der Umsatzsteuer 30 Prozent und bei der Erbschaftsteuer 20 Prozent des hinterzogenen Betrags angesetzt werden. Die bis 1996 erhobene Vermögensteuer entfällt völlig.

„Effektiv liegt die Belastung für hinterzogene Einkommensteuer bei 21 Prozent, bei der Erbschaftsteuer sind es sogar nur rund sieben Prozent“, rechnet Ulrich Derlien von Peters, Schöneberger & Partner in München vor. Das seien zwar ein paar Prozent mehr als noch 2004. Gleichwohl seien die Bedingungen immer noch extrem günstig.

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