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05.03.2013

22:09 Uhr

Beratungshonorare

Mitverursacher der Krise kassierten Millionen

VonJan Keuchel

ExklusivFür einige Berater war die Krise des deutschen Bankenwesens ein äußert einträgliches Geschäft. Fast 100 Millionen an Honoraren wurden vom Staat gezahlt. Teilweise profitierten auch die Falschen.

Hand drauf: Berater wurden für ihre Dienste während der Bankenrettung fürstlich entlohnt. dpa

Hand drauf: Berater wurden für ihre Dienste während der Bankenrettung fürstlich entlohnt.

DüsseldorfDie Stabilisierung des deutschen Bankenwesens hat einen Geldregen ausgelöst – für die Banken und ihre Berater. So flossen im Zeitraum Oktober 2008 bis Dezember 2012 fast 100 Millionen Euro an Beratungshonoraren von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) an Häuser wie die Deutsche Bank, Rothschild und Goldman Sachs. Das geht aus einer streng vertrauliche Liste aus dem Bundesfinanzministerium hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Ebenfalls auf der Empfängerliste: Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater wie KPMG oder Roland Berger sowie Top-Anwaltskanzleien mit Namen Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller und White & Case.

Damit profitierten teilweise dieselben Akteure, die zur Krise des Bankensystems beitrugen, anschließend von ihrer Bewältigung. Die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung führt die Geschäfte des Bankenrettungsfonds Soffin, der vor vier Jahren gegründet wurde. Banken, die durch die Finanzmarktkrise in Not gerieten, sollten mit Hilfe des Soffins aufgefangen werden.

Honorar aus Rettungsfonds: Kanzlei erhielt 5,5 Millionen Euro für Beratung

Honorar aus Rettungsfonds

5,5 Millionen Euro für Beratung in der Krise

Die Anwaltskanzlei „Freshfields“ hat 2008 an einem Gesetz zur Banken-Rettung mitgewirkt.

Auf der Liste der Beratungsunternehmen stehen mit den Kanzleien Freshfields, Hengeler Mueller und White & Case auch Akteure, die erst kürzlich in den Verdacht des versteckten Lobbyismus geraten sind. Dabei ging es um Gesetzesplänen zur Bescheidung von Kleinaktionärsrechten ebenso wie um die Erarbeitung von Gesetzen zur Finanzmarktstabilität. In letzterem Fall war auch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in Verruf geraten, da er nach Ausscheiden aus seinem Amt als Bundesfinanzminister von der Kanzlei Freshfields ein üppiges Honorar für einen Vortrag erhielt.

Kommentare (11)

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Steuerzahler

06.03.2013, 00:23 Uhr

Warum die Aufregung, hat irgendjemand etwas anderes erwartet?
Erstaunlich ist lediglich, das die geflossenen Summen nicht deutlich höher sind!

milo

06.03.2013, 04:37 Uhr

Kinder pruefen mein Geschaeft,keiner prueft mehr genau, und wie sie alle heissen. Das die Verursacher pruefen macht ja Sinn, so kann man zum Ergebnis kommen, alles alternativlos und somit auf den Steuerzahler abzuladen. Unabhaengige Pruefer waeren vielleicht zu einem anderen Ergebnis gekommen, doch nicht so alternativlos und damit von den Verursachern zu zahlen. Leute, das geht nun gar nicht, oder? Das die Verursacher sich selbst pruefen hat System, auch in unserem Rechstsystem, so pruefen in Nuernberg genau die Herren Juristen, die Mollath in die Anstalt gebracht haben, ob sie damals richtig entschieden haben. Deutschland ist sowas von verkommen, wo immer man eine Deckel anhebt, es kommt nur Gestank heraus.

Account gelöscht!

06.03.2013, 06:12 Uhr

Ich kann mittlerweile verstehen das es die RAF mal gab.

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