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12.03.2012

19:15 Uhr

Beratungsprotokolle

Finanzaufsicht verhängt Strafen gegen Banken

VonFrank Matthias Drost

ExklusivDie Finanzaufsicht Bafin hat eine Handvoll Beratungsprotokolle von Banken beanstandet. Es wurden Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Institute sollen bis zu 26.000 Euro zahlen.

Die neue Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Elke Koenig. dapd

Die neue Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Elke Koenig.

BerlinDie Finanzaufsicht Bafin hat in zehn Fällen Bußgeldverfahren gegen Banken wegen eines Verstoßes gegen das Beratungsprotokoll eingeleitet. Das sagte eine Sprecherin der Finanzaufsicht dem Handelsblatt. In zwei Fällen wurden bereits Bußgelder in Höhe von 18.000 Euro und 26.000 Euro verhängt, gegen die sich die betroffenen Banken jedoch wehren. Das maximale Bußgeld beträgt in diesen Fällen 50.000 Euro.

Seit 2010 stehen Kreditinstitute in der Pflicht, die Anlageberatung über Wertpapiere zu protokollieren und die Protokolle dem Kunden auszuhändigen. Mit dieser Maßnahme zog die Regierung Konsequenzen aus der Finanzkrise. Denn die hatte gezeigt, dass die Kreditwirtschaft ihre Kunden nicht immer korrekt berät. Prominentestes Beispiel ist die Vermittlung von Lehman-Zertifikaten in großem Stil. Mit der Pleite der US-Investmentbank waren die Zertifikate wertlos. Viele der rund 50.000 Anleger konnten nicht belegen, dass sie nicht über das Verlustrisiko aufgeklärt worden waren.

In Untersuchungen von Stiftung Warentest und zuletzt von dem Spitzenverband der Verbraucherzentralen wurde die häufig mangelhafte Qualität der Beratungsprotokolle angeprangert. Bestandteil jeder Beratung sollten die Feststellung des Vermögensstatus, der Anlagewunsch sowie die Risikoneigung sein.

Kommentare (9)

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Mazi

12.03.2012, 20:00 Uhr

Für wichtig halte ich, daß die Banken bei Käufen von Staatsanleihen den Kunden darauf hinweisen, daß es in der Macht der Schuldnerstaaten liegt, die Anleihebedingungen nachträglich ändern zu können und dabei Gläubiger - wie im Fall von Griechenland - bis zu 70 % des Nennwertes enteignet werden können.

Das Verschweigen dieses Hinweises dürfte wohl als grob fahrlässigzu werten sein und würde seitens der BAFin höchstwahrscheinlich mit einer Strafe von 50 TEuro geahndet.

Wetten, daß die BAFin keinen Mumm hat und vor derartigem aktiven Verbraucherschutz zurück schreckt? Betroffen wären nänmlich auch die deutschen Staatsanleihen und damit die eigene Aufsichtsbehörde, das BMF.

KJ_

12.03.2012, 21:01 Uhr

Lieber Verfasser,

Sie können sich auch von der BaFin davor schützen lassen, dass morgen die Sonne vom Himmel fällt.

KJ

Mazi

12.03.2012, 21:09 Uhr

Sie haben die Trgweite nicht verstanden.

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