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09.04.2013

16:04 Uhr

Bericht der Regierung

So viele Freiberufler wie noch nie

ExklusivIn Deutschland gibt es mehr Freiberufler als je zuvor. Selbst während der Krise hielt der kontinuierliche Anstieg an. Mittlerweile erwirtschaften Freiberufler zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Apotheker stehen unter den Freiberuflern an der Spitze der Gehalts-Liste. Die Zahl der Freiberufler hat in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. dapd

Apotheker stehen unter den Freiberuflern an der Spitze der Gehalts-Liste. Die Zahl der Freiberufler hat in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht.

BerlinDie Zahl der Freiberufler hat mit rund 1,2 Millionen einen neuen Höchststand in Deutschland erreicht. „Noch nie zuvor waren so viele Angehörige der Freien Berufe als Selbstständige tätig, “ heißt es im Bericht der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Lage von Rechtsanwälten, Steuerberatern, Kulturschaffenden oder Ärzten.

Das 60 Seiten umfassende Papier aus dem Bundeswirtschaftsministerium liegt dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) vor. Der Bericht zeigt, dass über einen Zeitraum von zehn Jahren ein „signifikanter und kontinuierlicher Anstieg“ der Freiberufler um 62 Prozent zu verzeichnen war.

Laut dem Bericht, der nur alle zehn Jahre erstellt und am Mittwoch im Kabinett beraten wird, war selbst in Zeiten der Finanzkrise 2008/2009 kein Einbruch der Zahlen festzustellen. Insgesamt sind rund 3 Millionen Mitarbeiter bei den Freiberuflern beschäftigt, die insgesamt 10,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland erwirtschaften. Der Anteil der Existenzgründer bei den Freiberuflern liegt bei 21 Prozent.

An der Gehaltsspitze liegen die Apotheken mit rund 2 Millionen Euro Umsatz pro Jahr, gefolgt von Wirtschafts- und Buchprüfungskanzleien mit rund 1,7 Millionen Euro. Im Umsatz-Ranking kommen Steuerberater auf 390.000 Euro, Ingenieurbüros auf 396.000 Euro und Architekturbüros auf 203.000 Euro. Am Ende der Liste sind selbstständige Journalisten und Pressefotografen mit 70.000 Euro aufgeführt.

Von

sig

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

09.04.2013, 16:51 Uhr

Anstatt den ganzen Normalverdienern mehr Steuern aufzubürden, sollte man die "Freiberufler" erstmal gewerbesteuerpflichtig machen. Erstens ist das gerecht und zweitens bringt das mehr ein.

Ramazotti

09.04.2013, 17:09 Uhr

Erstens ist das nicht gerecht, denn bei Zwangsgewerbesteuer geht man einfach ins Ausland, wo noch nicht einmal ein Gewerbe in diesen niedrigen Preisklassen Gewerbesteuer zahlen muss. Und zweitens können Freiberufler nicht verstehen, warum man sich angestellt in Unternehmen für ein Drittel des Geldes abspeisen lässt und dabei noch mehr Verantwortung tragen soll?

Ich denke, es wäre besser die Steuer auf die Arbeitseinkommen, die die alleinige Wertschöpfung ausmachen, ganz abzuschaffen. Und wenn das aus irgend einem gezwirbelten Grund nicht möglich sein sollte, erst einmal die Beamtenschaft gleich zu besteuern wie die Arbeiter und Angestellten.

Stinksauer

09.04.2013, 17:15 Uhr

Sie wissen aber schon, dass die Gewerbesteuer dann mit der Einkommensteuer verrechnet werden würde, so dass die Steuerlast der Freiberufler nicht steigen würde? Wo ist also Ihr Motiv, den Freiberuflern neben der Einkommensteuer- und ggf. Umsatzsteuererklärung auch noch eine jährliche Gewerbesteuererklärung aufs Auge zu drücken?

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