Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.05.2015

16:55 Uhr

Berlin

Cyber-Angriff auf den Bundestag

Unbekannte haben die IT-Systeme des Bundestages attackiert. Wie stark und mit welchen Folgen das Datennetz des Parlaments in Mitleidenschaft gezogen ist, bleibt zunächst unklar. Es ist nicht der erste Cyber-Angriff.

Unbekannte habe das interne Netz des Bundestags attackiert. AFP

Angriff auf den Bundestag

Unbekannte habe das interne Netz des Bundestags attackiert.

BerlinBislang unbekannte Täter haben das interne Datennetz des Deutschen Bundestags attackiert. Entsprechende Informationen von „Spiegel Online“ bestätigte Bundestagssprecher Ernst Hebeker am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er sagte, „dass es einen Angriff auf die IT-Systeme des Bundestages gibt“. Experten der Bundestagsverwaltung und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) arbeiteten daran. Zu Details von Sicherheitsfragen könne er sich nicht äußern.

Laut „Spiegel Online“ war IT-Spezialisten des Parlaments bereits vor mehreren Tagen aufgefallen, dass Unbekannte versuchten, in das interne Datennetz des Bundestags einzudringen. Inwiefern auch Speicher mit hochsensiblen Informationen betroffen sind, war zunächst unklar. Schon am Freitagvormittag hatten die IT-Abteilungen mehrerer Bundestagsfraktionen demnach ihre Abgeordneten und Mitarbeiter über den Vorfall im Datennetz des Parlaments in Kenntnis gesetzt.

Internet-Überwachung: BND will technisch massiv ausrüsten

Internet-Überwachung

BND will technisch massiv ausrüsten

Mit 300 Millionen Euro will der Bundesnachrichtendienst in den kommenden Jahren ein Programm starten, mit dem geschützte Internetverbindungen überwacht werden können. Auch soziale Netzwerke will der BND überwachen.

Nach Informationen von „Spiegel Online“ wird der Vorfall von Spezialisten als schwerwiegend bezeichnet. Sicherheitshalber seien Teile des Bundestags-Systems zeitweise heruntergefahren worden. Darunter fielen offenbar auch Laufwerke des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der BND/NSA-Spionageaffäre.

Nach dpa-Informationen bekamen die Bundestagsabgeordneten am Freitag eine Mitteilung, wonach die Verbindung zum Bundestags-Netz um 14 Uhr aus Sicherheitsgründen getrennt werden müsse. In einer zweiten Mail hieß es dann aber, dass dies nun doch nicht nötig sei. Allerdings gebe es bei einigen internen Diensten Einschränkungen. Im Intranet des Parlaments hieß es: „Aus betrieblichen Gründen treten derzeit Einschränkungen bei der Bereitstellung von IT-Diensten und Anwendungen auf.“

Anfang Januar waren die Internetseiten von Bundeskanzleramt und Bundestag durch einen schweren Hackerangriff stundenlang lahmgelegt worden. Zu der Attacke bekannte sich damals umgehend eine prorussische Hacker-Gruppe aus der Ukraine namens CyberBerkut. Sie begründete ihr Vorgehen mit Deutschlands finanzieller Unterstützung für den ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk.

BND-Affäre: Warum die Aufregung?

Video: BND-Affäre: Warum die Aufregung?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Cyber-Angriffe, gerade auf Unternehmen, sind keine Seltenheit. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik registrierte 2014 jeden Tag 15 bis 20 Angriffe auf das Regierungsnetz. Durchschnittlich einmal am Tag habe es „einen gezielten Angriff mit nachrichtendienstlichem Hintergrund“ gegeben, schreibt das BSI in seinem Lagebericht. Die Behörde ist dafür zuständig, die Computer-Systeme von Bundesbehörden und Bundesregierung abzusichern.

Dringen Kriminelle in die Netzwerke eines Unternehmens oder einer Behörde ein, können sie möglicherweise sensible Informationen ansehen oder stehlen. Gegen solche Angriffe sind viele Firmen nach Überzeugung von Fachleuten nicht ausreichend gewappnet.

„Das Hauptproblem ist, dass die Netze von Unternehmen oft nicht sehr gut geschützt sind“, warnte Christoph Meinel, Professor am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut, bereits im April. Die Professorin Gabi Dreo vom Forschungszentrum Cyber Defence der Universität der Bundeswehr in München sieht das ähnlich: Jedes System sei potenziell angreifbar. Daher müsse mehr für die Absicherung digitaler Systeme getan werden.

Dabei gehen Kriminelle immer ausgeklügelter vor, wie der Anti-Virenhersteller Symantec beobachtet hat. Angreifer reagieren demnach sehr schnell auf neue Informationen über Sicherheitslücken. Solche Schwachstellen würden mitunter innerhalb weniger Stunden ausgenutzt.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Thomas Ungläubig

15.05.2015, 16:56 Uhr

»Das geht gar nicht«, würde Mutti sagen :–(

Herr Peter Spiegel

15.05.2015, 17:17 Uhr

In der Quasselbude findet man doch nur eine Anleitung für Abnicker.

Herr Black Jack

15.05.2015, 17:50 Uhr

Respekt vor den Russen, die können wenigstens selber haken. Die Amis kriegen alle wichtige Informationen von BND ohne einen Finger zu rühren (das macht BND übrigens freiwillig sowas nennt man A... Kriechtaktik , dass ist kein Vorwurf an die Amis die können nichts dafür). Die Netzte der Unternehmen braucht man nicht zu schützen wenn man BND auflöst dann sind wider alle sicher (Deutschland, Frankreich, Türkei und wahrscheinlich die ganze Welt!!)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×