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06.01.2010

08:32 Uhr

Berlin Intern

Bei Bosbach piepst’s

VonRüdiger Scheidges

Für seine populistischen Auftritte musste sich der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach schon vieles gefallen lassen. Den Ausspruch "Bei dem piepst's ja!" könnte der Befürworter von Ganzkörperscannern nun öfter zu hören kriegen. Denn eben diese Geräte bringt Bosbach mit seinem Herzschrittmacher ganz durcheinander.

Wolfgang Bosbach, Innenexperte der CDU, wird in Zukunft die Ganzkörperscanner zum piepen bringen. Quelle: ap

Wolfgang Bosbach, Innenexperte der CDU, wird in Zukunft die Ganzkörperscanner zum piepen bringen.

"Bei dem piepst's ja!" Wie oft muss sich Wolfgang Bosbach, ewiger Innenexperte der Union, solcherlei Schmähung anhören! Meist dann, wenn er in die Bütt der Politik steigt und ungeheuer populistische Befugnisse für die ungeheuer harmlose Polizei oder gegen die ungeheuer bösen Buben aus dem ausländischen Underground fordert. Da ist der kluge Rheinländer - das gibt es tatsächlich! - ganz bei der Sache. Jetzt war er wieder mal ganz schön alert, der 57-Jährige: "Her mit den Ganzkörperscannern!" lässt sich sein akutes Plädoyer für den schnellstmöglichen Einsatz dieser Geräte zusammenfassen, die bekanntlich die öffentliche Sicherheit erhöhen.

Hoffentlich hat der Karnevalsjeck diesmal nicht allzu jeck gedacht. Denn: "Bei dem piepst's ja!" werden nun noch viel mehr unbescholtene Bürger feixend ausrufen, wenn sie den Bosbach treffen. Zum Beispiel in Wahn oder Düsseldorf bei der Passagierschleuse. Denn bei Bosbach wird es garantiert piepsen, wenn der Körperscanner seinen koronaren Turbolader enttarnt und alle Umstehenden darüber alarmiert, dass der Mann aus dem Bergischen einen Herzschrittmacher trägt.

Kaum auszudenken aber, wenn das bei seinen Kölner Jecken-Kollegen die Runde macht. Schnell ist so ein Karnevalswagen mit viel Pappmaché ja zusammengezimmert. Obendrauf steht der außer Rand und Band geratene Pappkamerad Bosbach und piepst nur noch. Alaaf.

Kommentare (1)

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W. Fischer

06.01.2010, 15:41 Uhr

Sehr geehrter Herr bosbach, wie ich aus ihrem Lebenslauf ersehe, sind sie ein zielstrebiger Mann. Wer vom Einzelhandelskaufmann über Abitur im zweiten bildungsweg, zum zugelassenen Rechtsanwalt aufsteigt, zeigt von Ehrgeiz und durchhalte vermögen. Leider kann ich dieses Lob, auf ihre Arbeit im bundestag dem sie seit 15 Jahren angehören nicht sagen. Wenn sie in Talk-Sendungen auftreten, habe ich den Eindruck nur ihre Meinung ist richtig. Natürlich als Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-bundestagsfraktion, ist ihr Aufgabengebiet sehr umfangreich, hier einige Aufgaben, Recht, Petition, innen, Sport, Vertriebene und Flüchtlinge, Kunst, Kultur und Medien. Wenn sie in allen diesen Aufgaben sich etwas besser auskennen würden, dürfte eine solche Aussage wie im Jahr 2000 als sie sich Herr bosbach, für eine Ausweitung von Videoüberwachung im öffentlichen Raum aussprachen mit den Worten, es könne „niemand das Recht geltend machen, unerkannt durch die Stadt zu gehen.“
bosbach forderte am 21. November 2006 eindringlich eine Zensur des internets, um den Zugriff auf Killerspiele zu erschweren, für die er auch Herstellungsverbote verlangt.
2009 machte sich bosbach für ein Verbot von Paintball (Softair, Gotcha) stark, auch nachdem seine Fraktion entsprechende Änderungsvorschläge bereits zurückgezogen hatte. Die idee war nach dem Amoklauf von Winnenden aufgekommen. „Das ist eine Tötungssimulation“, zitiert die Märkische Allgemeine bosbach am 27. Mai 2009.
Nun ihr bis her letztes Steckenpferd, "Her mit den Ganzkörperscannern!"
Diese Aussage zeigt mir was sie für ein Gespür für Demokratie besitzen. ich habe eine neue Aufgabe von ihnen vergessen zu erwähnen, sie sind jetzt zusätzlich seit November 2009 Vorsitzender des innenausschusses, ich frage mich wie schaffen sie dieses rissige Arbeitspensum? Als Rechtsanwalt sind sie ja auch noch tätig.
ich habe nur eine bitte an sie, übernehmen sie sich nicht.
Danke

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