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18.10.2014

15:43 Uhr

Berliner Bürgermeister

„Beim Glamour-Faktor ist noch Luft nach oben”

Michael Müller gilt seinen Genossen als erfahren und verlässlich. Politisch dürfte der neue Berliner Bürgermeister an die Politik Wowereits anknüpfen. Zu einer schillernden Politfigur wird er wohl kaum. Ein Porträt.

„Ich freue mich wahnsinnig, ich bin ganz platt”, kommentierte Müller am Samstag seine 59,1 Prozent beim Votum Berliner SPD-Mitglieder. Der 49-Jährige ist seit 18 Jahren Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus. dpa

„Ich freue mich wahnsinnig, ich bin ganz platt”, kommentierte Müller am Samstag seine 59,1 Prozent beim Votum Berliner SPD-Mitglieder. Der 49-Jährige ist seit 18 Jahren Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus.

BerlinMit der Wahl von Michael Müller zum Nachfolger von Klaus Wowereit als Regierender Bürgermeister von Berlin haben sich die SPD-Genossen für den Bewerber mit der größten Erfahrung entschieden. Seit 18 Jahren ist der geborene Berliner Mitglied des Abgeordnetenhauses. Davon war der 49-Jährige zehn Jahre lang Chef der SPD-Fraktion, bevor er Ende 2011 als Bau- und Umweltsenator Mitglied der Wowereit-Regierung wurde. Müller steht klarer als seine unterlegenen Mitbewerber für eine Fortsetzung des bisherigen Politikkurses. „Ich will anknüpfen an 13 erfolgreiche Regierungsjahre”, sagte Müller bei den 14 Mitgliederforen, in denen die drei Bewerber aufeinandergetroffen waren. An der Koalition mit der CDU will er festhalten.

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„Ich freue mich wahnsinnig, ich bin ganz platt”, kommentierte Müller am Samstag seine 59,1 Prozent beim Votum der 17.200 Berliner SPD-Mitglieder. Das bedeute viel Vertrauen, aber auch viel Verantwortung. Neben dem Großflughafen Berlin-Brandenburg, für den nach acht Jahren Bauzeit noch immer kein Eröffnungstermin in Sicht ist, dürfte für Müller die Zusammenarbeit mit dem Berliner SPD-Chef Jan Stöß zu einer Herausforderung werden. Stöß und Fraktionschef Raed Saleh wollten ebenfalls Wowereit beerben. Sie unterlagen überraschend deutlich. Vor allem Stöß hatte sich größere Chancen ausgerechnet. Sein Verhältnis zu Müller ist von Konkurrenz geprägt: Der Verwaltungsjurist verdrängte im Juni 2012 in einer Kampfkandidatur überraschend Müller aus dem Parteivorsitz.

Die Zusammenarbeit mit dem SPD-Chef könnte sich schwierig gestalten. Stöß hatte Müller im parteiinternen Bewerberrennen attackiert und mit einem eigens verfassten 100-Tage-Programm „Mut zur Erneuerung” auf die Mobilisierung unzufriedener Genossen gesetzt. „Wir werden mit dem Stil, nur Erfolge aufzuzählen, die Wahlen 2016 nicht gewinnen”, sagte Stöß bei einem der Mitgliederforen. Müller warf er vor, dieser wolle „in Ruhe den Koalitionsvertrag abarbeiten”, und setzte hinzu: „Im Schlafwagen werden wir die Wahl 2016 nicht gewinnen.”

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