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24.01.2006

08:25 Uhr

Berliner CDU

Endlich einer, der will

VonThomas Sigmund

Der von vielen Seiten geschmähte und verlachte Berliner CDU-Landesvorsitzende Friedbert Pflüger wird am 17. September Klaus Wowereit von der SPD herausfordern und als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl am 17. September in Berlin antreten.

BERLIN. Friedbert Pflüger sagt an diesem Tag im Preußischen Landtag nur besonnen und bescheiden klingende Sätze: „Ich will von den Berlinern lernen.“ – „Ich will zuhören.“ – „Ich will hier nicht auf den Regierenden Bürgermeister draufschlagen, sondern eine bessere Politik für die Stadt machen.“ Die Ich-will-Sätze bescheren dem Mann neben Pflüger wahre Glücksmomente. Ingo Schmitt lächelt seit langem wieder in die Kameras. Der von vielen Seiten geschmähte und verlachte Berliner CDU-Landesvorsitzende hat es geschafft. Bis zuletzt wollte nämlich keiner aus der Union diese Ich-will-Sätze sagen. Keiner – weder Klaus Töpfer, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen – wollte Klaus Wowereit von der SPD herausfordern und als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl am 17. September in Berlin antreten.

Bis der 50-jährige Niedersachse Pflüger kam und das Blatt sich wendete. Nach der Bundestagswahl sah er noch wie einer der Verlierer aus, da er sich Hoffungen auf das Amt des Verteidigungsministers gemacht hatte. Die von ihm so fest unterstützte Kanzlerin Angela Merkel erfüllte aber entgegen seinen Erwartungen die Niedersachen-Quote mit Pflügers Landsfrau Ursula von der Leyen. Pflüger fiel durch den Rost, landete jedoch weich im Amt eines Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium.

Doch das soll nicht das Ende sein. Er sehe sich in der Tradition der CDU-Stadtoberhäupter Richard von Weizsäcker und Eberhard Diepgen, erinnert Friedbert Pflüger die Hauptstadtpresse an die von ihm wieder angepeilten Glanzzeiten der Berliner Union. Eine optimistische Einschätzung. Bei der letzten Landtagswahl 2001 hatte die CDU nur 23,8 Prozent der Stimmen erhalten. Bei der Bundestagswahl 2005 kam sie nur noch auf 22 Prozent. Trotzdem gibt sich Pflüger optimistisch und lässt an seinen Ambitionen keinen Zweifel: „Ich bin nicht hergekommen, um Oppositionsführer zu werden. Ich bin hergekommen, um Regierender Bürgermeister zu werden.“

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