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02.03.2014

16:58 Uhr

Berliner Flughafen

Brandenburg für Nachtflugverbot

Brandenburgs Regierungschef Woidke übt sich im Spagat: Er erhöht den Druck beim Streitthema Nachtflugverbot für den neuen Berliner Flughafen. Im Wahljahr 2014 gilt es, lärmgeplagten Anwohnern gerecht zu werden.

Brandenburg stemmt sich gegen Berlin und den Bund: Es will ein Nachflugverbot durchsetzen. dpa

Brandenburg stemmt sich gegen Berlin und den Bund: Es will ein Nachflugverbot durchsetzen.

PotsdamDer Streit um ein strengeres Nachtflugverbot am künftigen Hauptstadtflughafen verschärft sich. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt auf eine längere Nachtruhe gegen den Willen der anderen beiden Flughafen-Eigentümer Berlin und Bund. Der Regierungschef hat bei Berlins Regierendem Bürgermeister und Aufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD) die Einberufung einer Gesellschafterversammlung noch im März beantragt, wie Regierungssprecher Thomas Braune am Samstag sagte. Er bestätigte damit einen „Tagesspiegel“-Bericht vom gleichen Tag.

Brandenburg will die Betriebsgenehmigung ändern und so ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr durchsetzen. Dies entspricht einem Volksbegehren, das der Landtag übernommen hatte. „Der Antrag ist notwendig, um dem Willen des Landtages Rechnung zu tragen“, erklärte Regierungssprecher Braune. Der Berliner Senatssprecher Richard Meng sagte zu dem Anliegen, jeder Gesellschafter könne bei Versammlungen Themen zur Sprache bringen. Bislang gilt das Nachtflugverbot für die Zeit von 0 bis 5 Uhr.

Mit Brandenburgs Schritt droht der nächste Konflikt, nachdem gerade erst neue Probleme an dem Milliarden-Bauprojekt für Zündstoff gesorgt hatten. Nach einem Krisentreffen mit Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn bekam dieser zwar das Vertrauen ausgesprochen - doch der frühere Bahnchef steht unter großem Druck. Die Flughafen-Eigentümer fordern Ergebnisse. Der 71-Jährige soll so schnell wie möglich einen Zeit- und Kostenplan für den Flughafen vorlegen.

Schätzungen zufolge wird das Projekt nochmals deutlich teurer. „Wir stehen da heute bei 4,2 (Milliarden Euro), wir werden da etwas über 5 kommen“, so Mehdorn vergangene Woche. Einen Kostenplan hat er bislang nicht vorgelegt, weil auch der Eröffnungstermin noch offen ist.

Parallel zu der beantragten Gesellschafterversammlung wolle Brandenburg weiter verhandeln, betonte Regierungssprecher Braune. Ende März ist eine gemeinsame Planungskonferenz zwischen Brandenburg und Berlin geplant. Vorher jedoch sollen die Gesellschafter über ein strengeres Nachtflugverbot entscheiden.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.03.2014, 18:01 Uhr

Neues vom Pannenairport BER
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Brandenburg will ein längeres Nachtflugverbot durchsetzen. Am Besten von 20:00Uhr bis 08:00Uhr. Zusätzlich soll von 13:00Uhr bis 15:00Uhr Mittagsruhe gelten.
Eine weitere Forderung ist, die zweite Start- und Landebahn zurückzubauen. Sie ist überflüssig.
Das Gleiche gilt auch für die Terminals; auch hier wird die Hälfte nicht benötigt.
BER ist - sollte er jemals eröffnet werden - doch nur ein "Provinzflughafen".
Wer Ironie findet, darf sie behalten.

Account gelöscht!

03.03.2014, 18:37 Uhr

BER sollte ein internationales Drehkreuz sein. Intedrnational und drehkreuz mit "1 Stunde " Betriebszeit??? Schuld sind wieder einmal die Politiker, dieden Standort gegen jeder Vernunft festlegten. Wieder kommen Sie ungestraft davon!! Nicht einmal Regresse brauchen Sie und Ihre Experten zu fürchten. Warum sind echte Experten nur noch in China, wo man Flughäfen in "2 Tagen" baut??? In Deutschland zahlt man Boni für Totalversagen und Laufzeiten von min. 100 Jahren!

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