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10.01.2013

09:42 Uhr

Berliner Flughafen

Experte bringt Abriss ins Spiel

Aus Sicht des Flughafenexperten, Dieter Faulenbach da Costa, spricht nicht viel dagegen, den bisherigen Bau des Berliner Flughafens abzureißen. Bei der Behebung von Mängeln dürfe es „keine Denkverbote“ geben.

Ein umgefahrener Wegweiser steht am Terminal des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Brandenburg). dpa

Ein umgefahrener Wegweiser steht am Terminal des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Brandenburg).

BerlinDer neue Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) könnte nach Einschätzung eines Flughafenexperten im schlimmsten Fall erst im Jahr 2017 in Betrieb gehen. "Wer jetzt den BER schnell in Betrieb nehmen will, taumelt von einem Desaster in das nächste", sagte Dieter Faulenbach da Costa, der bereits zahlreiche Flughäfen weltweit berieten, der "Berliner Morgenpost" vom Donnerstag. Es spräche "nicht viel" dagegen, den bisherigen Bau abzureißen und den Flughafen neu zu bauen. "Das Projekt Hauptstadtflughafen wurde von den Verantwortlichen mit voller Wucht an die Wand gefahren", sagte er.

"Doch das nächste Desaster steht bevor, wenn der BER auf Grundlage der jetzigen Planung in Betrieb geht", führte Faulenbach da Costa aus. In dieser Form werde der Flughafen nicht in der Lage sein, die steigende Zahl an Passagieren zu bewältigen. Der Flughafenexperte warf den verantwortlichen Bauexperten und Fachleuten Versagen vor. Auch der Aufsichtsrat scheine seiner Kontrollpflicht nicht nachgekommen zu sein, ergänzte er. "Ich frage mich, wie es überhaupt möglich ist, an einer Genehmigung vorbei zu bauen? Jeder normale Bau wäre sofort stillgelegt worden."

Bei der Behebung der Mängel dürfe es nun "keine Denkverbote" geben, forderte Faulenbach da Costa. So könnte etwa geprüft werden, ob nicht mehrere Regionalflughäfen für die Hauptstadtregion lohnenswert seien. "Wenn der BER jetzt so umgebaut wird, dass er das Passagierwachstum auch nach 2020 noch bewältigen kann, wird das einige Zeit und Geld Anspruch nehmen." Im schlimmsten Fall rechnet der Experte mit Gesamtkosten von fast zehn Milliarden Euro. Darin sind 3,3 Milliarden Euro für die Erweiterungsinvestitionen enthalten und rund zwei Milliarden Euro für die Beseitigung der aufgedeckten Mängel.
Klaus-Heiner Röhl vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält dies jedoch abwegig. „Auch wenn der Umfang der Nachbesserungen immer noch nicht absehbar ist, macht ein Abriss und Neubau weder finanziell noch zeitlich Sinn“, sagte er Handelsblatt Online. Die Gebäude an sich seien ja nicht das Problem, auch wenn es tatsächlich zu wenig Gepäckbandkapazität geben sollte.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

10.01.2013, 09:56 Uhr

Einfach nebenan einen neuen Flughafen (Gebäude) bauen. Später das Chaosteil dazuintegrieren. Der Vorteil wäre, es gäbe dann für Jahre hinaus ausreichend Kapazität. In der Summe wäre das vermutlich billiger.

Account gelöscht!

10.01.2013, 10:02 Uhr

„keine Denkverbote“
Und was sollte das den verantwortlichen Politikern bringen? ;-)

Gast

10.01.2013, 10:08 Uhr

Jetzt lässt man den Springer-Polemiker mit seinen wirren Gedanken auch noch durch die restlichen Gazetten geistern.
Kaum hilfreich.

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