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06.03.2017

08:27 Uhr

Berliner Flughafen

Führungskrise, die Zweite bitte!

VonSilke Kersting

Die Führungskrise am Hauptstadtflughafen soll nun endgültig gelöst werden. Am Vormittag tritt der Aufsichtsrat erneut zu einer Sondersitzung zusammen. Präsentiert Berlin einen Nachfolger für Noch-Chef Karsten Mühlenfeld?

Spekuliert wird bereits, dass Brandenburgs Flughafen-Staatssekretär, Aufsichtsratsmitglied Rainer Bretschneider (SPD), den Chefposten im Kontrollgremium übernehmen könnte. dpa

Hauptstadtflughafen BER

Spekuliert wird bereits, dass Brandenburgs Flughafen-Staatssekretär, Aufsichtsratsmitglied Rainer Bretschneider (SPD), den Chefposten im Kontrollgremium übernehmen könnte.

BerlinEigentümer und Aufsichtsrat des noch immer unvollendeten Hauptstadtflughafen ringen um einen Wechsel in der Geschäftsführung. Die brandenburgische Landesregierung signalisierte am Wochenende, dass sie sich dem nicht verschließen würde, wenn es einen überzeugenden Vorschlag für die Nachfolge von Noch-Chef Karsten Mühlenfeld gebe. In der vergangenen Woche hatten die brandenburgischen Vertreter im Aufsichtsrat des Flughafens einen Wechsel in der Geschäftsführung noch scharf abgelehnt – vor allem, weil Berlin keinen Plan vorgelegt hatte, wie es nach einer Entlassung Mühlenfelds weitergehen sollte. Berlin, Brandenburg und der Bund sind Eigentümer des Flughafens. 

Nun will das Kontrollgremium ab 11 Uhr zu seiner zweiten Sondersitzung innerhalb weniger Tage zusammentreffen. Das spricht dafür, dass eine Lösung in greifbarer Nähe ist – die Hürden sind allerdings groß. Was daran liegt, dass wahrscheinlich nicht nur ein neuer Geschäftsführer präsentiert werden muss, der den Flughafen endlich zu Ende baut. 

Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld war vor zwei Jahren auf Vorschlag von Brandenburg bestellt worden. Aufgrund der besonderen Zusammensetzung des Aufsichtsrats mit drei öffentlichen Anteilseignern (plus den Arbeitnehmervertretern) und der bisherigen Handhabung, dass nicht derjenige, der den Vorsitz der Geschäftsführung stellt, nicht auch den Vorsitz im Aufsichtsrat stellen kann, wird Informationen des Handelsblatts zufolge nach einer Gesamtlösung gesucht. 

Das könnte ein umfassendes Stühlerücken nach sich ziehen. Denn wenn der künftige Geschäftsführer auf Vorschlag Berlins bestellt wird, dann wird aller Voraussicht nach Brandenburg darauf bestehen, den künftigen Aufsichtsratsvorsitzenden zu stellen. Das liefe auf eine Ablösung von Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD), des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, hinaus. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Berliner Senatoren Dirk Behrendt (Grüne) und Klaus Lederer (Linke), die ihre Mandate gerade erst übernommen hatten, ebenfalls niederlegen.

Spekuliert wird bereits, dass Brandenburgs Flughafen-Staatssekretär, Aufsichtsratsmitglied Rainer Bretschneider (SPD), den Chefposten im Kontrollgremium übernehmen könnte. Als möglicher Mühlenfeld-Nachfolger gilt Michael Clausecker, ein früherer Manager von Bombardier, derzeit bei der Rheinbahn. Clausecker war schon vor zwei Jahren für den Chefposten am Hauptstadtflughafen im Gespräch gewesen - ebenso wie der Münchner Flughafenmanager Thomas Weyer und der Chef des Kölner Flughafens, Michael Garvens. Weyer soll Zeitungsberichten zufolge jedoch schon abgesprungen sein.

Mühlenfeld hatte vor zwei Wochen den Technikchef entlassen und damit den Aufsichtsrat gegen sich aufgebracht. Zuvor soll es aber bereits wiederholt Kommunikationsprobleme zwischen Mühlenfeld und Aufsichtsratschef Müller gegeben haben. Auch die Arbeitnehmervertreter sind tendenziell gegen Müller eingestellt.

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