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27.10.2011

16:40 Uhr

Berliner Innensenator

Körting kündigt Rückzug an

Berlins Innensenator Ehrhart Körting zieht sich nach zehn Jahren aus der Politik zurück. Ein Rückzug mit 69 Jahren sei angemessen, er sei nicht zu einem Verzicht auf eine weitere Amtszeit gedrängt worden.

Berlins Innensenator Ehrhart Koerting gibt sein Amt mit der Bildung einer neuen Landesregierung auf. dapd

Berlins Innensenator Ehrhart Koerting gibt sein Amt mit der Bildung einer neuen Landesregierung auf.

BerlinBerlin bekommt einen neuen Innensenator. Der 69 Jahre alte, bundesweit anerkannte Amtsinhaber Ehrhart Körting (SPD) hat am Donnerstag nach zehn Jahren offiziell seinen Rückzug angekündigt. Damit verliert der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD), der Mitte November zur Wiederwahl steht, bereits das zweite Mitglied seiner Regierungsmannschaft. Zuvor hatte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) seinen Abschied erklärt.

Es sei „angemessen“, mit 69 Jahren aufzuhören, sagte Körting am Donnerstag am Rande der konstituierenden Sitzung des Abgeordnetenhauses. Er sei zu dem Verzicht auf eine weitere Amtszeit nicht gedrängt worden, versicherte er. In seinem Alter wolle man mit seinem Leben vielleicht noch etwas anderes machen.

SPD und CDU verhandeln derzeit über eine gemeinsame Koalition. Als künftiger Innensenator wird unter anderen CDU-Fraktionschef Frank Henkel gehandelt. Mehrere Zeitungen halten es auch für denkbar, dass Burkard Dregger (CDU) die Nachfolge antritt. Der Sohn des ehemaligen konservativen Politikers Alfred Dregger ist neu ins Parlament gewählt worden.

Der promovierte Jurist Körting hatte von 1970 bis 1972 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesverwaltungsgericht in Berlin gearbeitet. Außerdem war er Richter am Berliner Verwaltungsgericht. 1975 stieg er in die Kommunalpolitik in Charlottenburg ein: Zunächst als Stadtrat für Bauwesen, später für Volksbildung.

In der großen Koalition war Körting von 1997 bis 1999 Justizsenator. Nach dem Bruch des Bündnisses 2001 übernahm er in der rot-grünen Übergangsregierung das Innenressort, das er auch unter Rot-Rot weiterführte.

Körting gilt bis in die Reihen der Opposition hinein sowie über Berlin hinaus als anerkannter Innenexperte. In der Hauptstadt etablierte er eine liberale Sicherheitspolitik. Das Konzept der Deeskalation und der ausgestreckten Hand trug Früchte. So wurden im Vergleich zu früheren Jahren die Auseinandersetzungen am 1. Mai deutlich eingedämmt.

Keine glückliche Hand hatte Körting dagegen mit dem von ihm betriebenen Verfahren zur Ernennung eines neuen Polizeipräsidenten. Es wurde nach der Klage eines unterlegenen Bewerbers wegen handwerklicher Fehler von einem Gericht gestoppt.

Von

dapd

Kommentare (1)

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Nachwuchs

27.10.2011, 19:01 Uhr

Er hat die Wahl. Andere müssen bis 67 arbeiten. Tat er deshalb seinen Freund, den unfähigen, in den Ruhestand versetzten, Polizeipräsidenten in spe, einen Gefallen?

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