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19.03.2013

13:43 Uhr

Bertelsmann-Studie

Deutschland und China werden immer abhängiger voneinander

VonHans Christian Müller-Dröge

ExklusivDeutschland exportiert Maschinen nach China und importiert im Gegenzug Konsumgüter. Der Handel zwischen den beiden Ländern wächst seit Jahren stark und mit ihm auch die Abhängigkeit der Volkswirtschaften voneinander.

Ein Containerschiff wird beladen, um Waren nach Übersee zu exportieren. Deutschland und China sind durch gegenseitige Im- und Exporte in den vergangenen Jahren immer abhängiger voneinander geworden. dpa

Ein Containerschiff wird beladen, um Waren nach Übersee zu exportieren. Deutschland und China sind durch gegenseitige Im- und Exporte in den vergangenen Jahren immer abhängiger voneinander geworden.

Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Importen aus China ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Forschungsfirma Prognos, die die Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegeben hat und die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Um den Grad der Abhängigkeit zu messen, untersuchten die Forscher, wie groß der Anteil Chinas an den Gesamtimporten der einzelnen Branchen ist, und wie leicht sich der Bedarf an Importen aus anderen Staaten decken ließe. Die Prognos-Analyse zeigt: Fiele China - etwa in Folge diplomatischer Streitigkeiten - als Lieferant weg, würde Deutschland das heute deutlich härter treffen  als noch vor 20 Jahren. 

Gleichzeitig sei die Abhängigkeit Chinas von deutschen Importen aber mindestens genauso groß, heißt es in der Studie. Denn während China vor allem hochkomplexe Industriemaschinen aus Deutschland importiert, werden auf dem entgegensetzten Weg noch immer in erster Linie Konsumgüter verschifft. Diese seien zwar wichtig für den deutschen Markt, argumentieren die Forscher, doch seien sie meist vorrübergehend verzichtbar – und heutzutage auch aus anderen Ländern zu bekommen. „Nur wenige Produkte aus China spielen für die deutsche Wirtschaft eine Schlüsselrolle“, schreiben die Prognos-Experten. Empfindliche Abhängigkeiten bestehen allerdings bei Notebooks, die heutzutage fast zu 80 Prozent aus China kommen, und einigen Rohstoffen, die in manchen Branchen unverzichtbar sind.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

Platz 1

Hongkong

Platz 2

USA

Platz 3

Schweiz

Platz 4

Singapur

Platz 5

Schweden

Platz 6

Kanada

Platz 7

Taiwan

Platz 8

Norwegen

Platz 9

Deutschland

Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Dennoch wäre ein Ende des bilateralen Handelsbooms für die Chinesen das gravierendere Problem: Denn die kapitalintensive Wirtschaft ist gerade in denjenigen Branchen besonders importabhängig, die das Rückgrat der Industrie bilden: So etwa bei Maschinen, Schienenfahrzeugen oder der Steuerungstechnik. Konsumgüter exportieren die Deutschen kaum nach China, sieht man einmal von der Autowirtschaft ab, für die Chinas wachsende Mittelschichte als Zielgruppe immer wichtiger wird.

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Der deutsche Handel mit dem Reich der Mitte ist in den letzten 20 Jahren fünfmal so schnell gewachsen wie der Außenhandel insgesamt. War China damals nur auf Platz 13 der wichtigsten Partnerländer, so liegt das Land heute bereits auf Platz 3.

Kommentare (15)

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pankai

19.03.2013, 14:01 Uhr

Diese Studie hat die Pressestelle der Bertelsmann-Stiftung heute verbreitet. Exklusiv ist das also nicht.

Pro-D

19.03.2013, 14:05 Uhr

Die kommende Struktur wird so aussehen, dass eine neue Wirtschaftsachse entsteht:


D, als Ingenieur
RUS, als Rohstofflieferant
CN als Werkbank

Länder wie USA, England und der Rest der EU werden dann keine voregebende Rolle mehr spilen.

Gast

19.03.2013, 15:12 Uhr

In welchen Bereichen braucht man denn D noch als Ingenieur?
Das war einmal. Die Chinesen sammeln ihr Wissen global zusammen - vornehm ausgedrückt - und bilden genug eigene Ingenieure zur Weiterentwicklung aus. Sogar mehr als die EU. Der Mohr kann bald - siehe VW - wieder in die Heimat zurückkehren.Der Technologietranfer ist für die Chinesen super gelaufen.

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