Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.07.2017

07:51 Uhr

Bertelsmann-Studie

Wie populistisch sind die Deutschen?

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat die Frage untersucht. Die Partei mit den unpopulistischen Wählern ist demnach die CDU. Tendenzen gebe es hingegen bei der SPD.

Populismus hänge laut Studie zum großen Teil mit der Bildung zusammen. dpa

Pegida

Populismus hänge laut Studie zum großen Teil mit der Bildung zusammen.

GüterslohWeniger als ein Drittel der wahlberechtigten Deutschen vertreten laut einer Studie populistische Ansichten. Diese fallen aber eher moderat und nicht radikal aus, wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung heißt. „Sie lehnen die Institutionen der Demokratie oder der EU nicht grundsätzlich ab, sondern kritisieren ihr Funktionieren“, schreiben die Autoren in ihrem Fazit. Außerdem seien populistische Positionen für die große Mehrheit aller Wahlberechtigten nicht wahlentscheidend.

„Von einer „Stunde der Populisten“ ist das politische Klima vor der Bundestagswahl weit entfernt“, sagt Robert Vehrkamp, Demokratieexperte der Bertelsmann Stiftung. Er hat die Studie zusammen mit Christopher Wratil von der Universität Köln geschrieben. Die Befragten sollten bei acht Aussagen angeben, inwieweit sie diesen zustimmten. Dabei ging es unter anderem um die Annahme eines allgemeinen Volkswillens und um Kritik am politischen Establishment.

Mit weniger als 20 Prozent sind unter den CDU-Anhängern der Studie zufolge die wenigsten Populisten. Die Wählerschaft der AfD dagegen ist demnach eindeutig rechtspopulistisch, die SPD in beiden Lagern etwa gleich stark vertreten.

Nach den Erkenntnissen der Stiftung gibt es beim Thema Populismus eine soziale Spaltung. Je geringer die Bildung und je niedriger das Einkommen ist, desto weiter verbreitet sind populistische Ansichten. Am stärksten trifft das auf die Gruppe mit Hauptschulabschluss und einem Monatseinkommen unterhalb von 1500 Euro zu.

FDP und Grüne im Wahlkampf: Das Rennen der Königsmacher

FDP und Grüne im Wahlkampf

Premium Das Rennen der Königsmacher

FDP und Grüne liegen in den Umfragen gleichauf. Aktuell könnten sie allein mit Merkels Union koalieren – als Alternative zur Großen Koalition. Dabei nutzen die Nickeligkeiten untereinander beiden Parteien.

„Populisten in Deutschland sind häufig enttäuschte Demokraten, aber keine radikalen Feinde der Demokratie. Im Vergleich zu den USA und Frankreich zeigt sich vor allem, dass in Deutschland die Kritik am politischen Establishment deutlich schwächer ausgeprägt ist“, sagt Studienautor Vehrkamp.

Radikale Positionen zögen beim Wähler nicht. Mehr als zwei Drittel der Wähler mit populistischen Einstellungen sind der Studie zufolge für die Mitgliedschaft in der EU, sogar 85 Prozent sind Demokratie-Unterstützer. Aber: Knapp 80 Prozent geht die Erweiterung der EU zu weit und etwas mehr als die Hälfte gibt an, die Demokratie funktioniere in Deutschland „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Holger Narrog

25.07.2017, 08:55 Uhr

Wenn ich den Namen Bertelsmannstiftung lese dann kann man davon ausgehen, dass die Studie aus einer sehr starken, linken Ideologie heraus entstanden ist.

Die linke Ideologie wird ähnlich einer Religion bestimmt durch Denkverbote, unverrückbare Glaubenssätze. Fakten werden regelmässig an die eigenen Glaubenssätze angepasst. Die Fragestellung ist angepasst um dem eigenen Wunschdenken gerecht zu werden, bzw. keine unpassenden Ergebnisse zu generieren.

Damit stellt sich die Frage welchen Wert die Studie hat, bzw. ob diese ausschliesslich der Beruhigung der eigenen Genossen dient.

Mangels besseren Wissens vermute ich, dass der Deutsche hinsichtlich der Umvolkung zwischen dem eigenem Erleben und der Staatspropaganda hin- und hergerissen ist. Viele Mitmenschen verbieten sich eigene Gedankengänge um nicht Verbotenes zu denken. Die Zahlen der Umfrage werden vermutlich stark von der exakten Fragestellung und der täglichen Informationslage abhängen.

Persönlich merke ich dies beispielsweise an der eigenen Tochter die in Deutschland zur Schule geht. Dort wird sie mit Staatspropaganda gefüllt. Am Wochenende wenn man sie bittet über das Eine, oder andere nachzudenken kommt sie von selber darauf dass sie der Agitation aufgesessen ist. Eine Jugendfreundin, CDU Parteimitglied, ist auch regelmässig mit Propagandaglaubenssätzen gefüllt...Wenn man Sie bittet nachzudenken, dann verweigert sie sich häufig die Gedanken zu Ende zu denken.

Herr Günther Schemutat

25.07.2017, 12:30 Uhr

Jede Studie kann man mit Fragen füllen , die ein Ergebnis zeigen , dass den Auftraggeber erfreut.

Wenn ich dann lese , dass Deutsche gefragt wurden , stellt sich die Frage welche?

Sind es Bio Deutsche sind es Neudeutsche sind es Doppelpass Deutsche z,B Türken mit Erdogan Gen? Es gibt keine echte Studie mehr in Deutschland , dazu
müsste man sehr sorgfältig und in einer Grössenordnung mehr als 1000 Personen befragen. Erst ab 100 000 Personen quer durch Deutschland aller sogenannten Deutschen könnte wenn die Fragen nicht getürkt sind Erfolg bringen

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×