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03.02.2011

15:09 Uhr

Berufsgewerkschaft GDL

Lokführer beraten über Arbeitskampf

VonDietrich Creutzburg

Vor drei Jahren lieferte sich die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer einen eisernen Arbeitskampf mit der Deutschen Bahn. Nun könnte es wieder soweit sein. Im Streit über die Tarifverträge berät die GDL über eine erneute Offensive.

Bahn-Mitarbeiter vor ICE: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) berät am Donnerstag über einen eventuellen Arbeitskampf. dpa

Bahn-Mitarbeiter vor ICE: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) berät am Donnerstag über einen eventuellen Arbeitskampf.

BERLIN. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), gegründet 1867, zählt zu den ältesten Gewerkschaften im Land. Der breiten Öffentlichkeit hat sie sich aber erst 140 Jahre später bekanntgemacht: In einem erbitterten Arbeitskampf mit der Deutschen Bahn (DB), dessen Folge ein wochenlanges Zugchaos war, führte sie 2007 die Macht einer straff organisierten Berufsgewerkschaft vor. Damit zwang sie die Bahn, ihren Lokführern - unabhängig von der übrigen Belegschaft - eigene, günstigere Tarifverträge zuzugestehen.

"Die Geschichte wiederholen"

Jetzt ist es nach Lesart der GDL erneut so weit: Was Manfred Schell, ihr früherer Chef, damals begonnen hat, will nun sein Nachfolger Claus Weselsky fortsetzen. Sein Ziel ist ein branchenübergreifender Lokführer-Tarifvertrag, der neben DB-Lokführern auch die der anderen Anbieter erfasst - allen voran eine Gruppe sechs großer Bahn-Mitbewerber im Nahverkehr ("G6").

Nachdem die GDL kürzlich ihre Tarifverhandlungen sowohl gegenüber den "G6" als auch der DB für gescheitert erklärt hat, berät heute ihre Tarifkommission über den Einstieg in einen Arbeitskampf. Den Bahn-Mitbewerbern verübelt sie besonders, dass diese im Januar einen Nahverkehrs-Branchentarif mit der Eisenbahngewerkschaft EVG (ehemals Transnet) geschlossen haben, der für ihr gesamtes Personal inklusive Lokführer gilt. Der Zorn ist umso größer, als die "G6" diesen als Richtschnur für Sondervereinbarungen mit der GDL sehen.

"Es liegt nun an uns, dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten", hat Weselsky seine GDL auf die neue Mission eingestimmt. "Offensichtlich", urteilt er mit drohendem Unterton, solle sich "bei den G6 die Geschichte der DB von 2007 wiederholen". Das weist nebenbei auf den Hauptgegner seiner Berufsgewerkschaft: die Branchengewerkschaft EVG. Tarifverträge für Lokführer schließe nicht ab, wer "Großmannssucht" habe, warnt die GDL in Richtung EVG - sondern "wer nachweisbar die Mitgliederinteressen vertritt".

Kommentare (1)

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tomtomtoy

03.02.2011, 20:32 Uhr

Schon wieder ein Arbeitskampf ?
Haben wir doch gerade gehabt !
Geben wir unseren Dauerfahrschein ab, dann brauchen wir vielleicht noch die Hälfte die in den Führerständen sitzen.

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